[Rezension] Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood

AllesMythos

Hollywood bezeichnet nicht nur einen geografischen Ort in den USA, sondern ist ein Synonym für die wohl einflussreichste Filmindustrie der Welt. Hollywood ist aber noch vielmehr als das. Es ist ein Hort der Träume und Sehnsüchte, sowohl der Filmschaffenden als auch des Kinopublikums. Es ist ein Ort, an dem Legenden entstehen und Existenzen scheitern, wo Geschichten gleichermaßen erfolgreich wie tragisch verlaufen. Es ist eine Stätte, wo sich Mythen bilden und der selbst dazu geworden ist.

Allerdings wird eine Legende nicht nur aus wahren Bestandteilen geschaffen, sondern gleichermaßen aus Unwahrheiten und Fehlannahmen.

In Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood fragt Alexander Emmerich nach dem Wahrheitsgehalt ausgewählter Beispiele. Er schlägt einen Bogen vorn der Schaffung erster Filmstudios über die Geschichte, wem der „Oscar“ seinen Namen verdankt und die Gefahr einen Film wie Ben Hur zu drehen bis zur Frage nach einer allgemeingültigen Formel für Blockbuster.

Dabei wird die Erfindung des Tonfilms ebenso wenig ausgelassen wie die 3D-Technik. Mit Marilyn Monroe, Alfred Hitchcock und James Dean sind außerdem einige der größten Legenden vertreten. Immer wieder gibt es Exkurse nach Deutschland, Bezüge zwischen der deutschen Filmlandschaft und Hollywood werden ebenso herausgearbeitet wie der Einfluss Hollywoods auf das deutsche Publikum und die deutsche Filmgeschichte.

Das Buch richtet sich vor allem an Leser, die sich mit dem Thema noch nicht eingehender beschäftigt haben. Die möglicherweise dem ein oder anderen Irrtum erlegen sind. Viele Fakten sind dem Interessierten bekannt, dennoch gibt es immer wieder Details, die neu, interessant und unterhaltsam sind. Meist sind die Irrtümer Aufhänger, um ein übergreifendes Thema zu erörtern.

Der Sprachstil ist verständlich und ansprechend. Er ist locker, aber dennoch niveauvoll. Häufig findet sich im hinteren Teil das Wort „dekonstruiert“. Etwas anachronistisch wirkt es, wenn Dschungelcamp und Big Brother erwähnt werden.

Insgesamt handelt es sich weder um Fachchinesisch noch um einen flachen Stil.

Wahrscheinlich erwarten viele Leser aufgrund des Titels, dass Hollywood im Fokus steht. Dies ist auch der Fall. Jedoch wird es häufig in Beziehung zu Deutschland gesetzt. Dies wirkt sehr störend, wenn man sich ausschließlich mit Hollywood auseinandersetzen möchte.

Aufgrund des begrenzten Seitenzahl wäre eine Konzentration auf den Titelgeber ebenfalls wünschenswert gewesen. Diese führt auch dazu, dass die Themen jeweils recht kurz und bündig abgehandelt werden. Somit ist es ebenfalls eher für Leser ohne großes Vorwissen geeignet, die sich einen kurzen Blick über das Phänomen Hollywood wünschen. Gleichzeit bietet der Aufbau eine gute Lesbarkeit.

Insgesamt handelt es sich bei Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood um eine interessante und prägnante Abhandlung, die das Thema der Filmmetropole amüsant und kritisch beleuchtet.

Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks

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 Alexander Emmerich, Alles Mythos! 20 populäre Irrtümer über Hollywood, Theiss, 2014.

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