[Rezension] Robocalypse

Robocalypse

Die Menschheit hat einen Krieg geführt. Doch statt sich untereinander zu bekämpfen, musste sie ihre Kräfte bündeln und gegen einen scheinbar überlegenen Gegner antreten. Einen Gegner mit die Menschen bisher zusammengelebt haben; der Teil ihres Lebens war; der ihnen vieles abgenommen hat; der ihr ergebener Diener war.

Doch die Menschen begingen einen Fehler. Archos wurde erschaffen und dieser Computer wendete sich gegen sie. Er übernahm die Kontrolle über die Maschinen und statt zu dienen, begannen sie zu töten. Es schien fast hoffnungslos für die Menschen, doch schließlich nahmen sie den Kampf auf. Ein Kampf, der ein Krieg werden musste. Cormac Wallace hat an diesem Krieg teilgenommen und betätigt sich nach dessen Ende als Historiograph. Seinen Bericht findet der Leser in Robocalypse.

Das Ende ist der Anfang. Die Menschheit war siegreich. Dies erfährt der Leser gleich zu Beginn und dennoch wird dadurch die Spannung in keiner Weise beeinträchtigt. Der Plot hält zahlreiche Überraschungen bereit und ist, abgesehen vom bekannten Kriegsausgang, nie vorhersehbar.

Nach einer kurzen Einführung wird die Geschichte chronologisch von den Anfängen der Revolte bis zu ihrem kriegerischen Ende ausgeführt. Die Perspektive wechselt zwischen verschiedenen Beteiligten, die auf dem Erdball verteilt sind. Darunter befinden sich ein alter Japaner, eine Kongressabgeordnete und ihre Tochter, ein Widerstandskämpfer in New York, ein indianischer Polizist und sogar ein Android, der Gefühle entwickeln konnte. Alle Figuren sind in sich schlüssig und der Leser baut eine Beziehung zu ihnen auf. Die unterschiedlichen Perspektiven und Schauplätze ermöglichen einen umfassenden wie detaillierten Blick auf das Geschehen. Es wird nachvollziehbar erklärt, warum die Maschinen sich erheben. Sie werden von den menschlichen Nutzern im besten Fall unachtsam und im schlechtesten Fall grausam behandelt.

Die Sprache ist leicht verständlich und ist dem jeweiligen Erzähler gut angepasst, ohne dass es einen Bruch im Erzählfluss gäbe.

Daniel H. Wilson schafft es, eine mehrdimensionale Geschichte überaus spannend und einleuchtend zu erzählen. Außerdem fragt sich der Leser stets, ob das entworfene Szenario wirklich so unrealistisch ist. Immerhin wird ständig an noch intelligenteren Computern und Maschinen gearbeitet und daran, dass diese menschliche Tätigkeiten ersetzen können. Vielleicht wenden sie sich wirklich irgendwann gegen ihre Erschaffer, die auf sie wirken müssen wie unzulängliche, fehlerhafte Maschinen? Daniel H. Wilson gibt eine realistische Vorstellung davon wie es dann sein könnte. Die Frage ist nur, ob die Menschheit dann wirklich siegreich aus der Auseinandersetzung hervorgehen würde.

4 Schreibmaschinen

4Writer

Daniel H. Wilson, Robocalypse, Droemer Knaur, 2011

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