[Rezension] Eine Studie in Scharlachrot

Scharlach

Dr. Watson kehrt aus einem Einsatz an der afghanischen Front krank und geschwächt in seine englische Heimat zurück. Er wird in London sesshaft, ist aber schon bald bedingt durch seine prekäre monetäre Lage auf der Suche nach einer günstigeren Unterkunft. Da trifft es sich, dass er zufällig einem ehemaligen Studienkollegen begegnet, der wiederum einen Herrn kennt, der einen Mitbewohner sucht. Watson möchte ihn so schnell es geht kennenlernen, doch sein ehemaliger Kommolitone macht seltsame Andeutungen und entschuldigt sich schon vorher, dass er die Bekanntschaft ermöglicht. Watson ist jedoch bereits beim ersten Zusammentreffen von dem Mann fasziniert. Ein Mann namens Sherlock Holmes.

Die beiden ziehen zusammen in die 221b Baker Street und gewöhnen sich rasch an das gemeinsame Leben. Doch immer wieder wird Sherlock von seltsamen Gestalten besucht, er ist früh aus dem Haus, kehrt spät abends zurück, erzählt nichts von seinem Tagesablauf. Sein Gemüt schwankt zwischen aufgewecktem Tatendrang und melancholischem Nichtstun. 
Plötzlich geschieht ein Mord. In einem verlassenen Haus wird eine Leiche ohne erkennbare Wunden entdeckt. An der Wand steht das deutsche Wort „Rache“. 
Nun erfährt Dr. Watson, welcher Tätigkeit sein Wohngenosse nachgeht. Und er ist noch mehr fasziniert.

Tja, wie kann man Arthur Conan Doyle und den wohl berühmtesten Detektiv der Literaturgeschichte kritisieren? Die Werke sind nicht von ungefähr zu Klassikern avanciert. Es gibt keine literarischen Figuren, die mit Sherlock Holmes und Dr. Watson vergleichbar wären und die ein ähnlich großartiges Gespann abgeben würden.

Möglicherweise sind viele Leser heutzutage nicht an die etwas ausführliche, gemächliche Erzählweise gewöhnt und stören sich deshalb daran. Doch wenn man sie zu schätzen weiß, trägt sie zur Stimmung des Romans stark bei. Sie führt auch nicht dazu, dass keine Spannung entstehen würde.

Die Sprache ist natürlich der Entstehungszeit entsprechend, das heißt sie ist etwas gehoben und ein wenig, nennen wir es mal, vornehm.

Der Roman besteht aus zwei Teilen. Einerseits wird aus Dr. Watsons Perspektive berichtet. Hier stehen seine Bekanntschaft mit Holmes und die Lösung des Mordfalls im Vordergrund.

Andererseits wird die Hintergrundgeschichte des Mordes, dessen Gründe weit in der Vergangenheit und einem anderen Land liegen, dargelegt. Die beiden Gentlemen  aus London spielen keine Rolle. Der Teil wird sehr spannend und anrührend erzählt. Er ist zudem beklemmend und düster. Der Erzählstrang macht den Roman wirklich zu etwas Besonderem und die Begebenheiten um Holmes und Watson treten dahinter leicht zurück, sind aber nichtsdestotrotz sehr interessant. Holmes Berichte, wie er zu seinen Schlüssen und Erkenntnissen gelangt, lassen das Ganze sehr einfach wirken. Doch natürlich kann es niemand einem Sherlock Holmes gleichtun!

Eine Studie in Scharlachrot bietet alles, was man sich von Holmes, Watson und einem Mordfall erhoffen kann. Eine starke Geschichte, eine überraschende Auflösung und zwei großartige und exzentrische Charaktere, die legendär sind.

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5Writer

Arthur Conan Doyle, Eine Studie in Scharlachrot, Inseltaschenbuch, 2007.

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4 Gedanken zu „[Rezension] Eine Studie in Scharlachrot

  1. Tinka

    oooh ich liebe Sherlock Holmes 🙂 schöne Rezension ! Magst du auch die Serie oder nur die Bücher? Ich hab irgendwie sehr lange gebraucht um mich mit der Serien anzufreunden. Irgendwie finde ich ist Holmes einfach kein Action Hero, sondern eher der geheimnisvolle, misteriöse Typ. Die Bücher sind mir einfach lieber ! Lg

    Gefällt 1 Person

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