[Filmkritik] Guardians of the Galaxy

Guardians

Genre: Abenteuer-Action-SciFi

Besetzung: Chris Pratt, Zoe Saldana, Lee Pace, Glenn Close, Vin Diesel, Bradley Cooper

Produktionsland: USA

Jahr: 2014

Dauer: 121 Min.

Peter Quill, der als Junge von einem außerirdischen Raumschiff entführt wurde, bestreitet seinen Lebensunterhalt in den Weiten der Galaxie mittlerweile mit krummen Geschäften. Als er im Auftrag eines Händlers ein Objekt namens Orb stiehlt, setzen sich alle möglichen zwielichtigen Gestalten auf seine Spur, die vor körperlicher Gewalt alles andere als zurückschrecken. Denn das Orb kann  ganze Planeten ausradieren und ist daher für Superschurken natürlich von größtem Interesse. Es lassen sich also jede Menge Units rausschlagen, wenn man es an den richtigen Käufer verhökert. Doch Peter Quill findet unter seinen Gegnern auch ein paar Verbündete. Ziemlich durchgeknallte Verbündete zwar, aber gemeinsam stellen sie sich ihren Gegnern und allen voran dem bösartigen Ronan, der sich mittels des Orb zum Weltenzerstörer aufschwingen möchte.

Endlich mal wieder eine Comic-Verfilmung, die etwas Neues auf die Leinwand bringt. Die nicht ein Sequel, Prequel oder eine Neuverfilmung ist. Die nicht auf Figuren zurückgreift, die in anderen Filmen am Rande aufgetaucht sind. Guardians of the Galaxy eilt ein guter Ruf voraus und alles in allem ist der definitiv gerechtfertigt.

Die Besetzung ist passend gewählt. Selbstverständlich ist der Film kein Schauplatz von schauspielerischen Höchstleistungen, aber im Rahmen der Möglichkeiten haben alle Beteiligten gute Arbeit abgeliefert. Chris Pratt verleiht Peter Quill eine authentische und sympathische Mischung aus Humor, Lockerheit und Menschlichkeit. Zoe Saldana als toughe Kämpferin Gamora, die die bucklige Verwandtschaft loswerden will, überzeugt mit einer guten Mischung aus Härte und Empfindsamkeit.

Die Bösewichter sind in ihren Möglichkeiten weitaus eingeschränkter. Die Figur des Ronan wirkt furchteinflößend und hat etwas sehr Düsteres. Wirklich gelungen. Kostüm und Maske unterstützen den Eindruck perfekt. Karen Gillan als Nebula ist äußerlich kaum erkennbar und hat keine darstellerisch herausfordernden Szenen zu bewerkstelligen. Dennoch ist es natürlich ein Schritt auf der Karriereleiter, um in den USA Fuß zu fassen. Nebulas Ende macht einen weiteren Einsatz der Figur durchaus möglich, wenn auch nicht unbedingt notwendig oder vielversprechend. Positiv hervorzuheben ist die Darstellung der beiden wichtigen weiblichen Figuren als starke und auch schlagkräftige Charaktere, die sich nicht übervorteilen lassen. Die Besetzung von Djimon Hounsou (Gladiator) und Sean Gunn (Gilmore Girls) bietet ein überraschendes und willkommenes Wiedersehen mit zwei bekannten Gesichtern.

In der deutschen Synchronisation gehen selbstverständlich die Stimmen von Rocket und Groot bzw. von Bradley Cooper und Vin Diesel verloren, so dass man zu ihrem Job nichts sagen kann. Bei Groot und seinem Ein-Satz-Repertoire ist es nicht gravierend und es ist merkwürdig, dass man dafür einen Vin Diesel benötigte. Im Anbetracht der Vermarktungsmöglichkeiten ist die Wahl natürlich alles andere als merkwürdig. Rocket gewinnt im Original mit Sicherheit noch an Witz und Sympathie.

Die Synchronisation weist leider ein paar Nachteile auf. Generell ist sie immer eine schwierige Sache und meistens machen die zuständigen Stellen einen guten Job. Es ist garantiert immer eine Herausforderung, Humor von einer Sprache in eine andere zu übersetzen ohne den Witz zu verlieren. Guardians of the Galaxy ist leider ein Beispiel für einen weniger geglückten Versuch. Ohne den Vergleich mit der Originalversion lässt es sich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber vermutlich geht doch einiges an humorvollen Einlagen verloren. Der Film ist witzig, aber irgendwie blieb er etwas hinter den Erwartungen zurück und das kann zum Teil wohl der Synchronisation zugeschrieben werden. Absolut ärgerlich ist es, wenn der Zuschauer auch ohne Kenntnis des Originals merkt, dass die Übersetzung gänzlich verändert wurde. Einmal spricht Peter Quill zum Beispiel von „Modern Talking“. Es wird jedoch wohl kaum jemand in den USA an diese Achtziger Jahre Gruppe denken, wenn er einen Dialog schreibt. Es wirkt, als würde man dem Zuschauer unterstellen, die im Original genannte Band nicht zu kennen und deshalb den Witz nicht zu kapieren. Also muss man den deutschen Ignoranten eine deutsche Band anbieten, damit sie checken, worum es geht. Das ist allerdings völlig unnötig, denn der Drehbuchautor hat sicher eine Band gewählt, die viele Zuschauer in den USA kennen. Damit ist es wahrscheinlich, dass viele deutsche Kinobesucher ebenfalls schon von ihr gehört haben. Und selbst, wenn manche diesen Witz nicht verstehen, ist das für das Gesamtvergnügen garantiert irrelevant. Eine so deutliche Veränderung des Originals befremdet auf jeden Fall und reißt den Zuschauer aus der Illusion eines in sich stimmigen Gesamtkonzepts. Das Sehen der Originalversion ist daher mit Sicherheit lohnenswert.

Optisch weiß Guardians of the Galaxy zu bestechen. Die gezeigte Welt mit ihren Geschöpfen ist sehr durchdacht, düster und gefährlich. An mancher Stelle und bei vielen Gestalten macht sich ein gruseliges Unbehagen breit. Es bildet ein finsteres Gegengewicht zum lockeren Humor. Die Ästhetik der Schauplätze und der Figuren erinnert sehr positiv an Das fünfte Element, einem der wohl besten und innovativsten SciFi-Filme der Neunziger Jahren.

Außerdem setzt Guardians of the Galaxy im Gegensatz zu vielen anderen Filmen die 3D-Technik gekonnt ein, ohne damit Schwächen im Drehbuch ausbügeln zu wollen oder zu müssen. Geschichte und Technik bilden eine überaus stimmige Kombination. Eines der wenigen Beispiel, bei denen sich die Ausgabe für die 3D-Vorführung lohnt.

Erwähnenswert ist außerdem der Soundtrack, der dem Film eine schmissige und lässige Grundstimmung verleiht und einfach gute Laune zaubert.

Insgesamt erhält diese gelungene Comic-Adaption 8 Tickets.

8Tickets

Guardians of the Galaxy, Marvel Studios u.a., 2014.

2 Gedanken zu „[Filmkritik] Guardians of the Galaxy

  1. Belkor

    fand der film war dezent overhyped. war für mich eher so n mittelmaß film. und für das finale battle,gehören die ja sowieso verhauen – hat mich tierisch aufgeregt^^!!

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