[Filmkritik] Kingsman: The Secret Service

Kingsman

Genre: Comic-Verfilmung/Action-Komödie

Darsteller: Taron Egerton, Colin Firth, Mark Strong, Michael Caine, Samuel L. Jackson u.a.

Produktionsland: USA

Produktionsjahr: 2014

Dauer: 129 Min.

Als der Vater des jungen Eggsy starb, überbrachte ein Fremder seiner Mutter die Nachricht und ließ eine Medaille als Anerkennung für die Tapferkeit des Vaters zurück. Dazu die Information, dass die Organisation für die er gearbeitet hat, ihnen einen Gefallen täte, wenn sie die Nummer auf der Rückseite der Medaille anrufen und einen Codesatz nennen würden.

Jahre später ist Eggsys Mutter mit dem Boss einer Bande von Kleinganoven zusammen mit der ihr Sohn immer Ärger hat. Als er deshalb in Untersuchungshaft landet, erinnert er sich an das gegebene Versprechen. Kurz darauf ist er frei und sitzt mit dem fremden Gentleman im Pub. Als die Kleinkriminellen für Ärger sorgen wollen, lässt der seinen Regenschirm sprechen und schon finden sich die Aggressoren auf dem Boden wieder. Und Eggsy sich im Anwärterprogramm des hocheffizienten und weltweit operierenden Geheimdienstes der Kingsmen. Während er sich dort durchschlägt, verschwinden weltweit immer mehr hochrangige Persönlichkeiten. Im Zuge ihrer Untersuchung treffen die Kingsmen auf den Milliardär Richmond Valentine, der verkündet, die Menschheit mit kostenlosen Simkarten versorgen zu wollen. Doch im Schilde führt er etwas ganz anderes.

Kingsman: The Secret Service wurde nach der Comicreihe „The Secret Service“ von Autor Mark Millar und Zeichner Dave Gibbons geschaffen. Und es ist eine überaus gelungene Verfilmung.

Einerseits werden Genre und Figuren ernst genommen, andererseits strotzt es nur so vor Selbstironie und Humor. Es gibt zahlreiche Anklänge an den klassischen Agentenfilm, aber auch Verweise auf andere Filme, Popkultur und das Zeitgeschehen. Hier ist der Agent im besten James-Bond-Stil ein Gentleman, dessen Haare selbst nach einer Massenschlägerei noch perfekt sitzen. Das ein oder andere Klischee wird aufgegriffen und zu etwas ganz Eigenem gemacht.

Die Rollen sind perfekt besetzt. Newcomer Taron Egerton macht seine Sache sehr gut, reiht sich homogen in die Reihe gestandener Schauspieler ein. Er spielt Eggsy mit einem Hauch Distanz zu den Vorgängen, die um ihn herumvorgehen, während er, ebenso wie der Zuschauer, die Kingsmen kennenlernt.

Colin Firth, Mark Strong und Michael Caine stehen als Mitglieder der geheimen Organisation auf der einen Seite, Samuel L. Jackson als lispelnder Widersacher in Rapper-Klamotten auf der anderen. Obwohl es anfangs wirkt, als wäre dieser Bösewicht kaum ernstzunehmen, zeigt er doch recht bald, was er an negativer Energie aufbringen kann. Auch beachtlich, dass das pure Vorhandenseins eines Sprachfehlers schon Lacher im Kinosaal hervorruft. Seltsamer Weise lispelt auch Michael Caine als Oberhaupt der Geheimagenten. Ob gewollt oder aufgrund einer mangelhaften Tonspur lässt sich nicht ausmachen. Besonders eindrucksvoll wirkt Colin Firth in seinen Kampfszenen, die er größtenteils persönlich bestritten haben soll. Überhaupt sind die Kampfszenen optisch und choreografisch überaus kompetent umgesetzt. Diverse Verletzungen und Tötungsmethoden werden sehr grafisch dargestellt, was dazu führt, dass die Altersfreigabe bei sechzehn Jahren liegt. Aufgrund der stilistischen Darstellung und der damit verbundenen Schnittfolge zieht es aber so rasch am Auge vorbei, dass man es zwar wahrnimmt, aber wenig Zeit hat, geschockt zu sein. Gerade dadurch, dass dem Ganzen eine Choreografie zugrunde liegt, erhält die Gewalt zudem einen solch künstlichen Charakter, dass sie einfach nicht ernstgenommen werden kann.

Die Ausstattung zeugt von Liebe zum Detail und viel Geschmack. Besonders für Freunde des britischen Lifestyles ist der Film ein Fest. In Regenschirmen, Schuhen und Feuerzeugen versteckte Waffen, gepflegte Umgangsformen, elegante Männer in Maßanzügen und Herrenhäuser verbreiten das gewisse britische Etwas.

Der Film bietet die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor, Action, überzeichneten aber dennoch glaubwürdigen Charakteren und einer rasanten und optisch ansprechenden Umsetzung.

Klare 8 Tickets für diese Comicverfilmung der etwas anderen, britischen Art.

8Tickets

Kingman: The Secret Service, Twentieth Century Fox Film Corporation, 2015.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s