[Filmkritik] Die Gärtnerin von Versailles

GärtnerinVersailles

Genre: Historisches Drama, Liebesfilm

Darsteller: Kate Winslet, Alan Rickman, Matthias Schoenaerts, Helen McCrory, Stanley Tucci, Rupert Penry-Jones, Jennifer Ehle u.a.

Produktionsland: Großbritannien

Jahr: 2015

Dauer: 117 Minuten

Frankreich, Ende des 17. Jahrhunderts

Sabine De Barra verdient nach dem Tod ihres Mannes ihren Unterhalt als Landschaftsgärtnerin. Sie bewirbt sich bei Meister Le Nôtre, der für den Bau der Gärten von Versailles verantwortlich ist. Ludwig XIV. möchte dort die vollkommene Parklandschaft erschaffen lassen und tatsächlich erteilt Le Nôtre ihr den Auftrag, einen Teil der Bauten zu übernehmen. Sabine muss sich nun mit dem Leben und den Gewohnheiten am Hofe vertraut machen, sich gegen ihre männlichen Kollegen durchsetzen und die wachsende Liebe zu Le Nôtre verarbeiten. Dessen Ehefrau geht zwar schon lange ihre eigenen Wege, ist aber keineswegs gewillt, dies auch ihrem Ehemann zuzugestehen.

Die Qualität des Films variiert.

Optisch ist der Film wirklich ein Augenschmaus. Die Zeit wird detailgetreu und prunkvoll zum Leben erweckt, Kostüme und Ausstattung greifen perfekt ineinander. Ein paar zusätzliche Szenen innerhalb des Schlosses oder mit diesem als Hintergrund wären zwar wünschenswert gewesen, aber auch so wird dem Auge allerhand geboten.

Die Besetzung besteht aus einer hochklassigen Schauspielriege, die ihre Aufgaben routiniert erfüllt. Alan Rickman fungiert als Sonnenkönig, Regisseur und Drehbuchautor. Kate Winslet spielt die verwitwete Landschaftsgärtnerin mit viel Feingefühl und Liebe zum Charakter. Stanley Tuccis etwas stereotype Figur soll anscheinend für die Lacher sorgen und erreicht dieses Ziel wohl auch bei vielen Zuschauern. Ein schönes Wiedersehen bietet die Besetzung von Rupert Penry-Jones, der leider durch eine schreckliche Frisur entstellt wird, und Jennifer Ehle, die versierten Fans von BBC-Literaturverfilmungen bestens bekannt ist. Matthias Schoenaerts ist noch relativ unbekannt, liefert hier aber auf jeden Fall eine solide Leistung.

Leider kann der Plot nicht mit der optischen Wirkung gleichziehen.

Es gibt ein paar humorvolle und anrührende Momente. Allerdings erinnert der Plot an eine Patchworkdecke, die zu einem großen Teil aus altbekannten Versatzstücken besteht. Die Zuneigung von Sabine und Le Nôtre baut sich einerseits behutsam und langsam auf, andererseits hätte es ein paar stärkerer Momente bedurft, um sie wirklich verständlich zu machen. Sabines Trauma ist sowohl unnötig als auch ein wenig abgeschmackt. Der eigentliche Ablauf des traumatischen Ereignisses erscheint wiederum unlogisch. Der Racheakt von Le Nôtres Ehefrau wirkt ebenso vertraut wie die Art und Weise, wie sie entlarvt wird. Ohne zu viel zu verraten, ist eine weitere damit einhergehende Situation wirklich sehr vorhersehbar. Auch Stanley Tuccis Figur tanzte schon durch viele Filme.

All dies führt dazu, dass Die Gärtnerin von Versailles mit einem bewegten Gemälde verglichen werden kann. Auf den ersten Blick ist es zwar wunderschön, auf den zweiten Blick lassen sich aber die Bleistiftlinien erkennen, mit denen es konstruiert wurde.

Insgesamt bietet Die Gärtnerin von Versailles einen netten, optisch ansprechenden Kinoabend, das heißt solide Unterhaltung ohne große Überraschungsmomente.

Vielen Dank an den NDR, der seine Hörer zu einem Filmabend eingeladen hat.

Im Ergebnis erhält der Film vor allem für seine Optik und die tolle Schauspielriege sieben Tickets.

7Tickets

Die Gärtnerin von Versailles, BBC Films 2015.

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