Tag 3: Nenne deinen Hassfilm

Worum es bei der Blogparade 31 Tage – 31 Filme geht, kannst Du hier nachlesen.

Die Standardantwort lautet natürlich, dass ich keinen Film hasse. Wenn mir einer aus irgendwelchen Gründen nicht gefällt, wird er eben nicht gesehen. Wenn ich ins Kino gehe, dann habe ich mich vorher soweit informiert, dass allzu große negative Überraschungen ausbleiben. Zuhause existiert die komfortable Errungenschaft der Fernbedienung und die wird genutzt, wenn die Sendung langweilig wird oder es aus irgendwelchen Gründen einfach nicht gut ist.

Dennoch gibt es ein „besonderes“ Genre, das mir überhaupt gar nicht und nie zusagt. Wenn ich einen entsprechenden Trailer im Kino sehen muss, ist mir das schon zu viel. Es handelt sich um die Filme von Till Schweiger und Matthias Schweighöfer. Ja ja, sie füllen Deutschlands Kinosäle, die Begeisterung kennt schier keine Grenzen. Aber wenn alle von der Brücke springen, hüpfe ich noch lange nicht übers Geländer. Das ist selbstverständlich nur ein persönliche Meinung, davon braucht sich keiner angegriffen zu fühlen.
Nun bin ich ohnehin kein Fan der deutschen Medienlandschaft. Abgesehen von den richtig gut gemachten Filmen mit historischen Themen wie z.B. die von Fred Breiersdorfer, sind die meisten deutschen Produktionen einfach nicht meins.

Aber gerade diesen deutschen Komödien kann ich rein gar nichts abgewinnen. Sie huldigen einer immer gleichen Machart, sind langweilig und stereotyp. Die Geschichten ähneln sich, der Humor ist nach Schema-F und man hört die Gags schon von Weitem um die Ecke trapsen. Dann wird das Ganze auch noch durch Fortsetzungen bis zum Letzten ausgeschlachtet. Ich gestehe ein, dass ich nie einen dieser Filme von Anfang bis Ende gesehen habe. Aber was ich durch die Trailer oder durch kurze Momente beim Zappen mitbekommen habe, reicht mir. Matthias Schweighöfer hat leider für den gleichen Zug wie Herr Schweiger ein Ticket gelöst. Warum mögen so viele Leute diese Filme? Vielleicht weil sie Probleme und Konflikte immer nur weichgespült präsentieren? Oder weil die Gags auf die immer gleiche Art funktionieren und man weiß, an welcher Stelle das Lachen einzusetzen hat?

Bei „Honig im Kopf“ habe ich noch ein weiteres Phänomen festgestellt. Er hat ja wirklich viele Zuschauer ins Kino gelockt. Häufig wurde ich gefragt, ob ich ihn denn schon gesehen hätte. Wenn ich das verneinte, wurde mir gleich dringend empfohlen, in anzusehen. Weil es ja so ein wichtiges Thema ist und achso toll umgesetzt wurde. Wenn ich dann erklärte, dass ich mir prinzipiell keinen Schweiger-Film ansehe und über das Thema Alzheimer bestens informiert sei, wurden die Leute zum Teil richtig aggressiv. Meinten, aber Schweiger sei doch so toll und der Film so gelungen und witzig. Also, bitte. Ist es plötzlich Gesetz, seine Filme sehen zu müssen? Ich schätze nicht.

5 Gedanken zu „Tag 3: Nenne deinen Hassfilm

  1. Amilyn

    Vorab kurz was zur Schweighöfer-Problematik (zu Til Schweiger kann ich leider nichts positives sagen): denn der hat leider gemerkt, dass man offenbar mit platten Komödien ne Menge Geld scheffeln kann und tut nur noch das. Dabei ist er ein wirklich guter Schauspieler. Ich kann Dir ein paar alte (Fernseh)Filme ans Herz legen, bei denen deutlich wird, dass er einfach was kann: „Kalter Frühling“, „Ein spätes Mädchen“, „Weil sie böse sind“ (Sawatzki-Tatort), „Kammerflimmern“. Ich finde seine Komödien aus alter Solidarität gut, aber wenn der nicht bald wieder anfängt, im Film zu heulen, dann… dann… weiß ich auch nicht 😉

    So. Ein Hassfilm. Das wird bald genauso schwer wie der Lieblingsfilm, denn wenn ich einen Film blöd finde, schalte ich aus (übrigens etwas, das mein Mann grundsätzlich nicht tut. Der quält sich stillschweigend durch irgendeinen Blödsinn und beschwert sich dann tageland düber, nu ja). Eventuell wäre am ehesten der 4. Indiana Jones zu nennen. Zum einen war die Reihe von Anfang an als Trilogie geplant und dann aus keine-Ahnung-welchen Gründen nach Jahrzehnten einen vierten zu drehen, ist moralisch einfach falsch. Dann: hier alles andere, was gegen Indiana Jones 4 spricht aufzählen plus Shia LaBoeuf!!! Aber auch diesen Film habe ich nach ca. 10 Minuten ausgeschaltet.

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Ich muss sagen, dass ich M. Schweighöfer am Anfang seiner Karriere tatsächlich in Filmen gesehen und für gut befand, u.a. in der Verfilmung von Reich-Ranickis Leben. Ich finde ihn auch heute noch recht sympathisch, aaaaber wie du so treffend feststellst, hat ihm der Erfolg mit Komödien nach dem Schweiger-Muster gar nicht gutgetan. Jetzt springt er halt immer wieder auf den Zug auf. Läuft ja auch. Schade!
      Ich habe mich damals sooooo geärgert im Kino, als der Kristallschädel sich als Rohrkrepierer rausstellte.Seitdem habe ich ihn nie wieder gesehen. Reine Geldmacherei ohne Liebe umgesetzt. Im Kino muss man sich ja durch die Filme quälen, aber zuhause werden schlechte ausgeschaltet. Da ist mir meine Zeit zu schade.

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  2. blaupause7

    Hm, zu gelungene deutsche Komödie fällt mir „Wer früher stirbt, ist länger tot“ ein, aber das ist dann eher so rabenschwarz, dass das Lachen einigen schon wieder im Hals stecken bleibt. Ach ja, Hass-Filme… mir fällt nur ein, dass mich jeder, den ich kannte, in „Titanic“ schicken wollte, weil man den „gesehen haben muss“, aber zu der Zeit waren 3 Stunden Kinomarathon für mich Horror pur. Später hab ich ihn im TV gesehen und fand ihn gut, aber nicht kult. Im Moment ist Fack juh Goethe so ein Kandidat, nur hab ich wenig Lust auf den Hype um den Hauptdarsteller.

    LG
    Ulrike

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