[Filmkritik] Magic in the Moonlight

Nolan

Darsteller: Colin Firth, Emma Stone, Eileen Atkins, Hamish Linklater usw.
Jahr: 2014
Genre: Romantik-Komödie

Der Zauberkünstler Stanley glaubt nicht an übernatürliche Phänomene. Er orientiert sich allein an Logik und rationalem Denken. Deshalb hat er es sich zur Aufgabe gemacht, selbsternannte Medien als Scharlatane zu entlarven. Das gelingt ihm sehr erfolgreich bis er auf Sophie und ihre Mutter trifft. Obwohl Stanley sich sehr viel Mühe gibt und viel Zeit mit ihr verbringt, gelingt es ihm nicht, einen Schwindel aufzudecken. Stattdessen muss er sich mit der abwegigen Möglichkeit auseinandersetzen, dass er ihr vielleicht doch glaubt. Oder wird sein Blick durch so etwas Irrationales wie Gefühle getrübt?

Magic in the Moonlight ist im Jahr 1928 angesiedelt und  vermittelt diese Zeit in perfekter Weise. Das Setting und die Ausstattung sind schlicht eine Augenweide. Auch der Score lässt die Zwanziger Jahre aufleben. Leider sind sehr viele Szenen musikalisch unterlegt, was einerseits eine besondere Stimmung transportiert, aber manchmal einfach zu viel des Guten ist.

Größtes Manko ist leider die Besetzung der beiden Hauptfiguren Stanley und Sophie. Die jeweilige Verknüpfung von Figur und Schauspieler/in macht durchaus Sinn und jeder füllt seine eigene Rolle routiniert aus. In gewisser Weise darf Firth hier seine Paraderolle des steifen, etwas voreingenommenen britischen Gentleman übernehmen. Andererseits hat er damit das Privileg, einen sehr von sich überzeugten Charakter spielen zu dürfen. Er ist mit Exzentrik und Witz gesegnet und darf sehr unterhaltende Äußerungen tätigen. Stanley erinnert im besten Sinne an eine Figur aus einer Oscar Wilde Komödie. Dementsprechend ist Colin Firth sehr überzeugend, war jedoch schon mit mehr Spielfreude unterwegs.
Weniger überzeugend ist hingegen Emma Stone. In ihrer Rolle als Sophie versprüht sie wenig Charme und erfüllt somit in erster Linie ihre Funktion als Stanleys Gegenpol und Stichwortgeberin. Doch es ist vor allem die Kombination beider Darsteller, die weder einleuchtend noch überzeugend ist. Keine einzige Szene zwischen den Hauptfiguren transportiert so etwas wie die titelgebende Magie oder auch „nur“ chemische Vorgänge, die auf mehr als grundsätzliche Sympathie schließen lassen. Auf dieser Ebene versagt der Film auch im Hinblick auf seine finale Wendung völlig. Dieses Paar ist schlicht und ergreifend unglaubwürdig. Das führt dazu, dass auch der Film einen großen Teil seiner Überzeugungskraft einbüßt. So kann der Zuschauer sich nicht in die Geschichte fallen lassen, weil sich immer wieder die Einsicht aufdrängt, dass diese beiden nicht zusammenpassen. Woody Allen hätte sich und dem Film einen großen Gefallen getan, hätte er eine auch im Alter eher entsprechende Kombination gewählt. Sehr gut vorstellbar wäre beispielsweise eine Julianne Moore oder auch eine Cate Blanchett als Sophie gewesen. (Nur bitte nicht Nicole Kidman. Die Kombination gab es schon viel zu oft).

Die Nebendarsteller sind dagegen sehr passend. Vor allem Eileen Atkins als Tante muss lobend erwähnt werden. Tante ist Stanleys Vertrauensperson. Sie gibt ihm Wärme, aber auch hier und da einen Stoß in die richtige Richtung. Als Figur dient sie ihm als Katalysator seiner Gefühle. Mit den richtigen Bemerkungen zur rechten Zeit ist sie darüber hinaus ein Motor für die Geschichte. All das wird von Eileen Atkins adäquat und sympathisch vermittelt.

Insgesamt erinnert Magic in the Moonlight in seinen besten Momenten an eine Komödie Oscar Wildes. Setting und Ausstattung sind perfekt, die Dialoge auf den Punkt. Vor allem Stanleys Art und seine Einstellung zu sich selbst liefern immer wieder großartige Unterhaltung. Nichtsdestotrotz ist der Gesamteindruck des Films zu künstlich und statisch. Wie der stotternde Motor eines Ford Model A springt der Film immer wieder kurzzeitig an, um schlussendlich doch abzusaufen.

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