Tag 25 – Welcher Film ist die gelungenste Verfilmung einer literarischen Vorlage?

Und schon ist Tag 25 von 31 Tage – 31 Filme erreicht.

Zum Thema  Literaturverfilmung gab es vor gar nicht allzu langer Zeit eine Blogparade von Miss Booleana „Buch vs. Film-Das Battle„. Aber überraschender Weise war meine heutige Antwort nicht Teil meines Blogparaden-Beitrags. TsTsTs.

Selbstverständlich habe ich weder alle Verfilmungen gesehen, die auf literarischen Werken basieren noch alles gelesen, was irgendwann mal verfilmt wurde. Wollte ich nur erwähnen, falls es darüber Zweifel geben sollte. 🙂

Wenn ich einen Roman gelesen habe und nicht mochte, stellt sich selten die Frage, auch den Film zu sehen. Hierfür ist Der Marsianer ein Beispiel. Der Roman konnte mich nicht überzeugen und ich hatte wenig kein Interesse, diese Geschichte noch einmal im Kino zu sehen.

Mag ich die literarische Vorlage, heißt das jedoch auch nicht automatisch, dass ich unbedingt das filmische Äquivalent kennenlernen möchte. Eher trifft das Gegenteil zu. Ich glaube, es könnte daran liegen, dass die Geschichte und ihre Figuren für mich ja schon lebendig geworden sind. Ich habe die Geschichte schon „erlebt“ und daher interessiert mich die Interpretation des Stoffs durch andere nicht zwangsläufig. Warum solch ein Hype z.B. um Panem bzw. Fifty Shades of Grey und die Darsteller gemacht wird, kann ich nicht wirklich nachvollziehen.

Wenn ich sowohl den Film als auch das entsprechende Buch kenne, dann ist es meistens so, dass ich durch den Film zum Lesen das Buches bewegt wurde. Die Ausnahme bestätigt wie immer die Regel. Aber abgesehen von der Reihenfolge liegt fast immer ein längerer Zeitraum zwischen dem Konsum der beiden Medien. Deshalb kann ich auch selten detaillierte Angaben zur Frage der werkgetreuen Umsetzung machen. Es sei denn natürlich, es fehlten wichtige Aspekte oder Personen.

Was aber ist eine „gelungene“ Adaption?

Aus meiner Sicht, ist es nicht unbedingt die detailgetreue Nähe zum Ausgangswerk, die eine gelungene Adaption ausmacht. Bücher und Filme sind verschiedene Medien und deshalb sind auch ihre Werkzeuge und Ausdrucksmöglichkeiten vielleicht ähnlich, aber nicht völlig deckungsgleich. Manches muss im Film verkürzt oder optisch ausstaffiert werden, was im Roman in vielen oder sehr wenigen Sätzen abgehandelt werden kann. Es ist wohl wie bei einem Destillat. Das Gute und Wichtige der Geschichte muss herausgefiltert werden. Das Überflüssige wird bis auf die Essenz eingedampft. Okay, genug der Chemie.
Eine gute Verfilmung muss aber auf jeden Fall die Kernaussage und die Atmosphäre des literarischen Vorbilds transportieren sowie einen passenden Cast aufweisen.

Soweit die Grundlagenforschung.

Mein Favorit in dieser Kategorie ist wohl Was vom Tage übrig blieb (1993), der auch zu meinen Lieblingsfilmen zählt. Wie bei anderen Filmen auch, muss ich jedoch in einer bestimmten Stimmung sein, um ihn sehen zu wollen/können. Er geht mir nämlich sehr ans Herz.

Den Roman von Kazuo Ishiguro habe ich erst geraume Zeit nach dem Sehen der Adaption gelesen. Aber da ich den Film zu dem Zeitpunkt schon mehr als ein Mal gesehen hatte, ließ sich dennoch feststellen, dass dieser den Grundton des Buches absolut trifft. Beide Werke vermitteln den Eindruck, dass man dem Untergang einer Ära zusieht und der Butler diesen Wandel symbolisiert. Hierzu trage die perfekt abgestimmten Schauplätze, ihre Ausstattung und die Kostüme bei. Aber vor allem der Cast erweckt die Geschichte und ihre Figuren auf sensible Weise zum Leben. Allen voran sind es Anthony Hopkins und Emma Thompson, die ihre Rollen bravourös und ohne falsche Sentimentalität oder Pathos meistern. Sie zeigen keine Figuren, sondern wahrhaftige Menschen mit Stärken und Schwächen. Und auch sonst ist die Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle absolut passend gewählt. Selbst die Poesie der literarischen Vorlage findet sich in dem von geschaffenen filmischen Werk auf subtile Weise wider.

 

3 Gedanken zu „Tag 25 – Welcher Film ist die gelungenste Verfilmung einer literarischen Vorlage?

  1. Amilyn

    Jetzt hab ich ewig lang am traurigsten Film rumüberlegt und kam immer wieder zu einem Film, den ich dann aber eher zur besten Verfilmung eines Romans zählen würde, und schwupps! ist das die nächste Frage 😉 Mach ich erst mal hier weiter.
    Ich habe immer Schwierigkeiten, einen Film zu sehen, dessen Romanvorlage ich schon kenne, weil es oft hölzerner wirkt als wenn ich das Buch nicht schon kennen würde (glaube ich zumindest 😉 ). Manchmal kommt mir die Handlung so abgehakt vor: jetzt haben wir das gezeigt, kommt noch das, das und das.
    Die beste Romanverfilmung ist daher für mich „Kalt ist der Abendhauch“, ein kleiner, unaufgeregter deutscher Film von einem kleinen, wunderschönen Ingrid-Noll-Roman mit Fritzi Haberland und August Diehl in den Hauptrollen. (August Diehl, da wissen wir: der hat dann Jahre später ganz frech allen Amis in „Inglorious Basterds“ die Show gestohlen 😉 ).
    Ein wirklich toller Film, an dem ich überhaupt nichts auszusetzen habe. Und neben den beiden Hauptdarstellern sind alle anderen auch einfach großartig.

    Gefällt 2 Personen

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  2. janosch79

    Für mich eindeutig die gelungenste Filmadaption eines Romans ist „High Fidelity“ von Nick Hornby. Das Buch fand ich schon klasse, doch der Film steht hier in nichts nach.
    Eine wirklich herausragende Komödie, die in allen Rollen zu überzeugen weiß.
    Auch wenn der Ort London (Buch) gegen Chicago (Film) eingetauscht wird, so entsteht dadurch überhaupt kein Qualitätsverlust. John Cusack spielt hervorragend und erzählt in diesem Film aus seinem Leben mit besonderem Bezug auf seine fünf besten Liebesbeziehungen. Ein echtes Happyend darf natürlich nicht fehlen 🙂
    Diesen Film kann ich uneingeschränkt empfehlen.

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    Antwort

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