Grandprix d’Eurovision de la Chanson oder auch ESC 2016

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Dies sind einfach nur kurze Gedanken, die mir zum gestrigen Großereignis durch den Kopf gingen und gehen.

  1. Die Ukraine hat einen Song mit einer wahren Botschaft. Jamala hat ihn vortrefflich und eindrucksvoll dargeboten. Nur hat hier die Botschaft gewonnen und nicht unbedingt das beste Lied.
  2. Wie soll und wird die Ukraine diese Mega-Verantstaltung nächstes Jahr stemmen? Wie soll sie die Halle, Unterkünfte etc. zur Verfügung stellen?
  3. Wie reagiert Putin? Wird er der Ukraine noch mehr die Daumenschrauben ansetzen? Wird er dafür sorgen, dass der ESC 2017 möglicherweise gar nicht stattfinden wird?
  4. Das neue Votingsystem ist am Ende vielleicht spannend, aber insgesamt ist es ein Rohrkrepierer. Denn eigentlich kann man sich die über gefühlte Stunden abgegebenen Jury-Ergebnisse sparen, wenn schließlich eh alles über den Haufen geworfen wird.
  5. Ich war nicht dafür, Jamie-Lee Kriewitz nach Stockholm zu schicken. Ich hoffte, Avantasia würden den Vorentscheid gewinnen, so dass Deutschland sich (auch akustisch) mehr von den anderen Teilnehmern abheben würde. Wie der ESC 2016 bewiesen hat, hätte die Band das auch wirklich getan. Dennoch hat Jamie-Lee mit „Ghost“ ein tolle Leistung abgeliefert. Gerade für ein so junges Mädchen muss es doch wirklich extrem aufregend gewesen sein. Es ist wohl eher so, dass Deutschland momentan in Europas Beliebtheitsskala ganz unten rangiert.
  6. Es wäre für Deutschland vielleicht überlegenswert, mal ein oder mehrere Jahre auszusetzen. Sich zu besinnen, Konzepte zu erarbeiten und irgendwann frisch durchzustarten. Man könnte ja mal das Patentrezept von Petra und Mans zu Rate ziehen.

                                                                                    🙂

     

  7. Wahrscheinlich wäre es besser, den Modus bezüglich der Big Five zu ändern. Es ist doch von Vorteil, in den Semi-Finals starten zu dürfen. Erstens kann der Song schon mal seinen Weg in die Ohren der geneigten Hörer finden. Ich glaube, das macht einen Teil des Erfolgs aus. Beim Finale gibt es dann einen gewissen Wiedererkennungswert (oder auch nicht). Zweitens kann man raus fliegen und auch das ist ein Vorteil. Warum an einem Finale teilnehmen wollen und mit Hoffnungen dabei sein, wenn die Chancen auf den Sieg gleich null und die auf den letzten Platz gleich Hundert sind?
  8. Zum Glück bin ich in keinster Weise patriotisch. Okay, klar hat man immer die Hoffnung, dass der Teilnehmer nicht ganz mies abschneidet, aber wenn es so ist, ist es auch egal. Ich leide eher mit meinen favorisierten Gesangsbeiträgen.
  9. Die Schweden können Eurovision. Gestern lieferten sie den wohl unterhaltsamsten und witzigsten aller Zeiten. Einfach grandios. Das Tutorial für den ultimativen ESC-Siegersong war ja mal sowas von genial!
  10. Justin Timberlake hat allen die Show gestohlen. Obwohl er mir eigentlich ziemlich schnuppe ist, hat er gestern doch bewiesen, wer der wirkliche Show-Act war.
  11. Wo sind eigentlich die verrückten Künstler, die abgedrehten Auftritte geblieben? Die Leute, die usprünglich den ESC zu dem gemacht haben, was er war? Wo waren die ethnischen Besonderheiten? Die Trachten oder traditionellen Instrumente? Ist es ein Sinnbild unserer Gesellschaft, die aus dem Rahmen fallende, außergewöhnliche Persönlichkeiten nivellieren möchte?
  12. Es stellte sich gestern ernsthaft die Frage, ob es sich noch um einen Songwriter-Wettbewerb handelte oder darum, wer das beste technische Brimborium lieferte. Es hatte schon viel Schönes, aber zwischenzeitlich lenkte die Bildschirm-Action wirklich von den Liedern ab.
  13. Warum treten so viele Sänger und Sängerinnen alleine auf und schreien den Zuschauer/Zuhörer in ihren Liedern ständig an? Wie wohltuend dagegen mal Bands zu sehen, wie die Jungs aus Georgien.
  14. Wenigstens zwei Sachen sind beim Eurovision Song Contest 2016 wie immer gewesen. Meine Favoriten sind weit ab vom Schuss gelandet und es setzt danach ein Kater ein, bei dem ich mich frage, warum ich mir das immer antue. Und ob ich nächstes Mal nicht einfach mal nicht einschalten sollte.

    Trotz all meiner Kritik glaube ich an den Europäischen Gedanken. Daran, dass die unterschiedlichen Nation in einen friedlichen Wettkampf treten. Das ist doch wirklich toll und eine Leistung. Solange wir zusammen singen, werden wir nicht kämpfen.

6 Gedanken zu „Grandprix d’Eurovision de la Chanson oder auch ESC 2016

  1. friedlvongrimm

    Punkt 11 hat mich am meisten beschäftigt. Zweite Jahr in Folge, dass ich für kein Lied einen Funken von Leidenschaft entwickelte. Sooo glatt und doof. Ach Mensch… außer der Videoschnipsel der schwedischen Musik. Da wurde ich ein wenig wehmütig.

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  2. Gisela Simak

    Hallo

    Ein toller Bericht von dir, der fast Alles auf den Punkt bringt. Ich werde mir diesen Musikzirkus nie wieder antun. Seit 10 Jahren hab ich ihn mir gestern wieder zum ersten mal angeschaut; dieses Singrennen für D …..

    Politik sollte bei so einer Veranstaltung nicht bewertet werden; doch genau „DAS“ tut sie. Da wir Deutschen nun seit Jahren schon mitbekommen, wie unbeliebt wir sind, sollten wir uns von dieser pädagogisch wertvollen, „FAIREN“ und musikalisch „HOCHWERTIGEN“ Veranstaltung fernhalten. Nur zum Zahlen braucht der Deutsche da nicht hingehen. Unser Mädchen war wirklich nicht die Beste; Noch weniger die Schlechteste. Zumindest war unser Titel nicht aus der Konserve. Uff, das musste jetzt sein.

    Einen schönen Sonntag und liebe Grüße, Gisela

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