[Rezension] Fractured

Fractured

Kyla gewinnt zunehmend ihre Erinnerungen zurück. Noch sind nicht alle klar und deutlich, doch fügen sich die Teile langsam zusammen. Und die führen sie zwischen die Fronten der Lorder und derer, die sich gegen die staatliche Macht stellen. Wem kann sie trauen? Wer ist ihr wohlgesonnen? Und wie soll sie sich selbst positionieren? Kyla wird lernen, dass sie längst Teil der Pläne anderer ist. Als wäre das nicht schon kompliziert genug, muss sie darüber hinaus noch sich selbst finden.Wer war sie und wer will sie zukünftig sein?

Fractured setzt nahtlos ein, wo Slated endete. Kyla hat es gleich mit mehreren Problemfeldern zu tun. Was ist aus ihrem Freund Ben geworden? Welche Verbindung gibt es zwischen ihr und den sogenannten „Terroristen“ bzw. der Free UK? Welche Rolle spielen ihre „neuen“ Eltern? ….

Der zweite Band aus Teri Terrys Trilogie um Kyla klärt manche Fragen, andere werden zum Teil beantwortet, neue aufgeworfen. Die Handlung gewinnt an Action, andererseits hält die Protagonistin vermehrt Innenschau, reflektiert und versucht, logische Schlüsse zu ziehen. Beides hat seine Berechtigung, jedoch entsteht oft der Eindruck, es herrsche ein Ungleichgewicht. Entweder es gibt Action oder Kylas Seelenerforschung. Der Entwicklung der bisherigen Figuren und zwischenmenschlichen Interaktionen wird hingegen recht wenig Beachtung geschenkt. Es gibt durchaus manch Neues über bereits etablierte Charaktere, aber insgesamt werden sie mehr oder weniger an den Rand gedrängt. Das bedeutet für den Leser, dass er sich von ihnen lösen und stattdessen auf neue einstellen muss.
Außerdem bewirkt die Beschränkung auf Kylas Perspektive, dass es für den Leser keine Phasen außerhalb ihres Gedankenkarussell gibt. Das wirkt sich durchaus ermüdend aus, wenn sich Kylas Überlegungen wiederholen. Wie zum Beispiel der Hinweis darauf, dass ihre Träume so real wirken, aber nicht deutlich genug sind, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Wie immer ist die Frage, ob und was an einem Roman gefällt, sehr individuell. Das betrifft auch die Entwicklung der Geschichte in Fractured. Sie ist in sich und mit Slated stimmig, aber manchem Leser vielleicht zu wenig innovativ. Bei kritischer Betrachtung bietet der zweite Teil überraschende Erkenntnisse, doch mancher „Schockmoment“ wirkt wie willkürlich hingeworfen. Vielleicht meint die Autorin, es müsse an dieser Stelle halt mal wieder etwas passieren. Dadurch erscheint der Plot teilweise wie aneinander gereiht. Ein einheitlicher, flüssiger Eindruck entsteht nicht. Auch nimmt er einige vorhersehbare oder eher langweilige Abzweigungen. Und die ein oder andere Logikschwäche lässt sich ebenfalls feststellen.

Insgesamt hat Teri Terry mit Fractured eine gelungene, aber zu brave und eher konventionelle Fortsetzung kreiert. Glücklicherweise hat sie trotz allem ein Ende geschaffen, das doch sehr neugierig auf den letzten Band macht.

3/5 Schreibmaschinen

3Writer

Teri Terry, Fractured, Orchard Books 2014.

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