Erkenntnisse der Woche #3

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Falls Ihr nach dieser Woche nichts mehr von Politik und aktuellem Tagesgeschehen hören möchtet, kann ich das allzu gut verstehen. In dem Fall lest bitte nicht weiter. Ich musste mir jedoch mal das ein oder andere von der Seele schreiben.

#1

Es ist schön, dass es nicht nur Gewalt in der Welt gibt, sondern auch Solidarität, Miteinander und Empathie. Die Attentate/Amokläufe der vergangenen Zeit spiegeln nicht nur das Erste, sondern auch das Zweite. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass es mir gut tut, dass Barack Obama, Boris Johnson und sogar Wladimir Putin und der Iran ihr Mitgefühl ausgesprochen und teilweise Hilfe angeboten haben. Es ist vielleicht sentimental und naiv, aber es gibt mir das Gefühl, dass es noch Menschen/Länder gibt, die an bestimmten Idealen und Verhaltenregeln festhalten (Russland und Iran mit entsprechenden Einschränkungen und trotzdem ein gutes Zeichen) und nicht nur anti sind, gegeneinander agieren und Hass schüren. Hass und Gewalt gibt es definitiv zu viel in unserer Welt. Gemeinsam sind wir stark!

#2

Eine Reglementierung des Internets ist erforderlicher denn je. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich gar nicht mehr umsetzbar. Das ist wie mit dem besagten Flaschengeist, den man nicht mehr in die Flasche befördern kann. Darüber hinaus müsste man natürlich aufpassen, dass es nicht in Zensur ausartet. Es wäre wichtig, dass globale Gesetze erarbeitet würden. Es müsste doch möglich sein, Hass, Menschenverachtung und Propaganda stärker entgegenzutreten. Warum ist es zum Beispiel dem IS ungehindert möglich, seine Propaganda in Europa (samt Videos, in denen Menschen der Kopf abgeschlagen wird) zu verbreiten? Das ist Hetze, die wir mit Toten und Verletzten bezahlen.

#3

Ich habe keine Lust, mir von Idioten Angst machen zu lassen. Und Terroristen und Amokläufer sind nichts anderes.

Der Westen wird seine Lebensweise und grundlegenden Überzeugungen wegen der Attentate nicht über Bord werfen. Die Täter selbst machen sich nur zu willfährigen Helfern. Die eigentlichen politischen Drahtzieher begeben sich hingegen nicht in Gefahr, amüsieren sich wahrscheinlich noch über die dummen Leute, die sich so leicht indoktrinieren lassen. Die sich selbst erneuerbaren Jungfrauen werden mit Sicherheit auch nicht am Himmelstor warten. Selbst die eigenen Leute werden bald den Überblick verlieren und sich nicht mehr an die einzelnen Täter erinnern. Selbstverständlich ist den Terroristen und Amokläufern ihr Hass gemein und das macht ihnen logische Überlegungen und Handlungen unmöglich. Letztere haben vielleicht genauso das Gefühl, der bösen Umwelt eins auszuwischen. Unbestritten bringen sie entsetzliches Leid über Menschen, verbreiten Angst und Terror. Dabei vergisst derjenige aber wahrscheinlich völlig, dass er auch seiner Familie bzw. denen unendliches Leid zufügt, die ihn vielleicht immer noch unterstützt und geliebt haben. Oder es ist ihm schlicht egal, was auch nicht gerade für ihn und seinen Verstand spricht.

Ich weigere mich, diesen Menschen Macht über mich zu geben. Ich kann nicht viel gegen sie tun. Es ist erschreckend und barbarisch, dass sie Menschen umbringen, ihnen Verletzungen zufügen, den Angehörigen Trauer und Verzweiflung bringen. Darauf habe ich persönlich keinen Einfluss und bin immer wieder machtlos und schockiert, wenn Attentate/Amokläufe stattfinden. Aber ich kann den Verursachern meine Angst verwehren. Darüber habe ich die Macht. Und zum Glück gelingt mir das bisher auch ganz gut.

#4

Politiker-bashing nervt! Ich bin die geborene Kritikerin. Das fängt beim Essen an und hört bei Filmen auf. Selbstverständlich kritisiere ich Politiker, politische Entscheidungen und sogar ihren Kleidungsstil. Nichtsdestotrotz finde ich diesen aktuell fast schon pawlowschen Automatismus Politiker zu beleidigen und anzupöbeln scheiße kontraproduktiv. Stattdessen werden nur Agressionen gefördert, die schlussendlich in Gewalt gipfelt. Die kritische Auseinandersetzung mit der Arbeit von Politikern ist wichtig und unabdingbar. Beleidigungen und niveaulose Angriffe auf die Personen jedoch inakzeptabel. Ich stelle mir vor, wie sich Angela Merkel fühlen muss, wenn sie bei einer Pegida-Demonstration ihr Konterfei per Bildbearbeitung auf einem Schweinekörper sehen muss. Oder in Griechenland Plakate mit ihrem Bild samt Hitlerbärtchen herumgetragen werden. Wie geht es Herrn Gauck, wenn er anlässlich eines Wandertags beschimpft und angegriffen wird? Die Politiker tun ihre Arbeit und ich unterstelle jetzt einfach mal, dass sie versuchen, diese nach bestem Wissen und Gewissen auszuführen. Ja, sie bekommen Geld dafür. Vielleicht bekommen sie sogar sehr viel Geld. Aber mal ehrlich, wer würde denn dafür gerne beispielsweise mit der Bundeskanzlerin tauschen? Ständig in der Öffentlichkeit stehen, angegangen werden, schwierige Entscheidungen treffen müssen, sich rechtfertigen müssen?

Wer möchte, dass sich etwas ändert, kann sich engagieren, demonstrieren, Petitionen erstellen oder unterschreiben und zumindest seine Stimme bei der Wahl abgeben. Wüste Beschimpfungen, um die eigenen Agressionen loszuwerden, helfen hingegen niemandem.

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