SFB-Donnerstag #19: Hypes

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Generell bin ich eher ein skeptischer Typ. Daher hege ich zu jeglichen Massenphänomenen ein sehr ambivalentes Verhältnis. Meistens verweigere ich das Kennenlernen aufgrund von Desinteresse. Manchmal zögere ich es solange es geht hinaus. Hinterher bin ich entweder enttäuscht über mein Nachgeben, weil es sich doch nicht gelohnt hat. Manchmal bin ich jedoch sogar überrascht, dass der Hype doch nicht unbegründet war. Und ganz selten bin ich schon da, bevor etwas zum selbigen mutiert. Leider kann ich diesen Fall auch nicht besonders gut leiden. Es nervt mich einfach, wenn sich plötzlich alle auf mein Herzblatt stürzen und an ihm herumzerren 😉 .

Doch nun zu den Fragen des heutigen SFB-Donnerstags von LAH.

1.) Welche Hypes konnten dich auch überzeugen?

2.) Welche Hypes sind mehr oder weniger spurlos an dir vorbei gegangen bzw. welche Hypes kannst du nicht nachvollziehen? 

Serien:

  1. Es gibt zwei Fälle, da habe ich die Serien schon gekannt und geschaut, als sich in Deutschland nur sehr wenige dafür interessiert haben bzw. sie sehen konnten.Doctor Who habe ich an der Uni kennengelernt und mir im Internet Informationen gesucht. Ich fand das Ganze unheimlich spannend, hatte aber keine Ahnung, wann ich wirklich mal eine Folge zu sehen bekommen würde. Doch eines Tages verkündete Pro7, es tatsächlich ins Programm aufnehmen zu wollen. Und zwar samstags zur besten Sportschau-Sendezeit. Schon da war mir klar, dass Doctor Who wohl ein kurzes Leben auf Pro7 beschert sein würde. Naja, ich schaute es auf jeden Fall und war hin und weg. Wie vorhergesehen wurde die Serie jedoch bald abgesetzt. Doch so schnell gab ich nicht auf. Anlässlich meiner ersten Reise nach London stürmte ich hmv und kaufte mir Staffel 2-4 (mehr Staffeln gab es da noch nicht). Glücklicherweise gab es 3 und 4 in „abgespeckter“ Version ohne Extras für relativ wenig Geld.                                            Bei Sherlock verhielt es sich ähnlich. Ich sah die erste Staffel im englischen Fernsehen und liebte es. Die Begeisterung hielt bis zur dritten Staffel an, die mich leider nicht überzeugen konnte. Aber die Vorgängerfolgen liebe ich immer noch. Die deutsche Synchronisation kann man sich, meiner Meinung nach, jedoch nicht antun, wenn man die Originalstimmen kennt.
  2. The Walking Dead, American Horror Story und Games of Thrones. Alle drei Serien habe ich ob ihrer Omnipräsenz dann doch mal angetestet, aber für nicht interessant befunden. Die Geschichten fand ich nicht interessant, Spannung kam (vermutlich auch deswegen) nicht auf. Es gab keine Figur, die mich irgendwie auf die Reise mitnahm. Gut, vielleicht hätte man mehr Folgen sehen müssen, damit all das geschehen kann, aber dazu konnte ich mich nicht überwinden. Warum auch, wenn es einem im Grunde egal ist? Außerdem bin ich eher zartbesaitet und mag martialische Szenen überhaupt nicht.

Filme:

  1. Es gibt ja den Unterschied zwischen stark beworbenen Filmen und solchen, die von vielen Menschen gesehen und gehypt werden. Klar, manchmal trifft auch beides zu oder das Erste löst das Zweite aus. Sicher bin ich nicht, glaube aber, dass es einen gewissen Hype um Inception gab. Keinen Teenie-Kreisch-Hype, aber einen unter Filmfans. Einen für mich sehr gerechtfertigten. Inception ist immerhin einer meiner Lieblingsfilme.
  2. Auch um Jurassic World gab es einen gewissen Hype. Gefühlt jeder lief ins Kino. Fast jeder…. Ich verweigerte mich, denn ich ärgerte mich immer noch, den dritten Teil überhaupt noch im Kino gesehen zu haben. Für mich war das Thema Dinos endgültig gegessen. Mittlerweile habe ich den Film aber doch gesehen :). Ich musste mich einer Mehrheit beugen (allerdings sahen wir ihn auf Sky) und ein bisschen neugierig war ich ja auch. Allerdings war ich dann doch sehr selbstzufrieden, als ich feststellte, wie dröge und wenig unterhaltsam er auf mich wirkte.

Bücher:

  1. Huh, gerade im Bereich der Literatur ist die Anzahl gehypter Werke unendlich. So scheint es mir zumindest. Gerade im Jugendbuch-Bereich werden immer wieder neue Trends ausgerufen. Doch auch im Bereich der Spiegel-Bestseller finden sich viele. Leider sind auch die unüberschaubar, die diese Begeisterung meines Erachtens nicht rechtfertigen (soweit ich sie überhaupt kenne). Wie immer gibt es (wenige) Ausnahmen von der Regel. So habe ich lange vor Carlos Ruiz Zafóns Werken zurückgeschreckt. Ich wusste nicht einmal, wovon Der Schatten des Windes oder Das Spiel des Engels handelt, aber da gefühlt jeder Dritte zumindest den Erstling gelesen hatte, schreckte ich davor zurück. Als ich schließlich Jahre später in der Bücherei darüber stolperte, las ich mir doch mal den Klappentext durch. Was da stand, traf genau meinen Geschmack. Ich lieh es mir aus, begann es sofort und fast genauso schnell riss es mich mit. Mittlerweile hat jeder seiner Romane denselben Zauber auf mich ausgeübt. Vor einigen Jahren bin ich sogar extra nach Berlin gefahren, um ihn bei der Präsentation seines jüngsten Werkes erleben zu können. Es war ein sensationelles Erlebnis.
  2. Wo soll man anfangen, wo aufhören? Ich lasse mal die ganzen Jugendbuch-Beispiele weg und erinnere an die Charlotte-Roche-Welle? Unbegreiflich, wie viele Leute auf diesen Zug aufgesprungen sind! Als ich ansatzweise hörte, worum es ging und die ein oder andere Diskussion darüber vernahm, war mir klar, dass ich es nie lesen würde. Keins ihrer Bücher. Ihre Themen interessieren mich in keiner Weise und nur, um mitreden zu können, lese ich nichts. Auch den Hype um Der Marsianer konnte ich auf keiner Ebene verstehen.

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5 Gedanken zu „SFB-Donnerstag #19: Hypes

  1. blaupause7

    Mir ging damals der Hype um die Filme Titanic und Avatar so ziemlich auf den Geist, und das zu einer Zeit, wo mich drei Stunden Kino auf unbequemen Stühlen von vornherein abgeschreckt haben. Ich muss aber sagen, auf dem heimischen Sofa haben mir die Filme wiederum gefallen. Jetzt habe ich eine Kollegin, die mir ständig versucht, Fack juh Göthe anzudienen… nun, vielleicht komme ich irgendwann mal dazu.

    Welcher Hype sich für mich als absolutes Unding herausgestellt habe, weil ich den Film so unsagbar blöd fand, war „The Big Lebowski“ – die Empfehlung kam von ein paar Jungs um die zwanzig, die sich selbst für Riesen-Filmexperten zu halten schienen. Na ja, okay, wir waren alle an dem Abend nicht mehr nüchtern, aber der Film hat mir auch im zweiten Anlauf nicht gefallen.

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    Antwort
    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      „The Big Lebowski“ habe ich bisher nie geschaut, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass der nichts für mich ist. Titanic habe ich tatsächlich im Kino gesehen, weil mich das Thema eigentlich super interessiert hat. Den Film fand ich echt schlecht und hatte mir danach geschworen, nie wieder einen Film von James Cameron zu sehen. Nachdem mir so viele Leute von Avatar vorschwärmten, ging ich doch ins Kino. Und habe es bereut. Fade Story, langweilig, schon gefühlt 1000x besser gesehen. Jetzt werde ich wirklich niiiiiiiiiiiieeeeeee wieder für J. Cameron ins Kino latschen.

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