[Blogparade] Die Schlechtesten Remakes

Ma-Go Filmtipps hat vor ein paar Wochen zur Wahl der besten Remakes aufgerufen. Folgerichtig möchte er nun auch die schlechtesten wissen bzw. welche wir dafür halten. Irgendwie habe ich seinen Aufruf ein wenig verschwitzt und war nun doch überrascht, dass der Stichtag schon heute am 12.08. ist.

Ich gehöre zur Fraktion, die über Remakes schimpft. Für mich immer ein Fall von Einfallslosigkeit, Anwerfen der Geldmaschinerie, ausgetretene Pfade gehen, statt neuer Spuren zu schaffen. Ich fühle mich persönlich beleidigt, dass Filmverantwortliche meinen, sie können das Publikum mit denselben Stoffen immer und immer wieder abfertigen. Erstaunlicher Weise (oder auch nicht, wenn man marketing-technisch denkt) werden meist die wirklich guten/legendären Filme neu aufgelegt, statt solcher, die eine Überarbeitung wirklich nötig hätten. Doch ich halte es für äußerst zweifelhaft, dass einem großartigen Original ein ebenso gutes oder besseres Remake folgen könnte. Und das wäre der einzige Grund, der meiner Meinung nach eine Neuauflage rechtfertigen würde. Sieht man das Thema versöhnlich, dann nimmt ein Remake dem Original natürlich nichts weg und ändert auch nichts an dessen Standing.

Allerdings stellt mich diese Blogparade vor ein Problem. Weil ich so viele Remakes für überflüssig halte, habe ich genau diese natürlich auch nicht gesehen. Das heißt, ich könnte zwar jede Menge nennen, die ich für absolut unnötig halte, aber wenige, die ich gesehen und danach als mies eingestuft habe. Eine Blogparade zu den unnötigsten Neuverfilmungen wäre also besser für mich. In diese Riege würde dann definitiv auch Dirty Dancing gehören, denn wie ich gestern las, ist auch davon eine Neuauflage geplant. 😦

Hier nun meine Ergebnisse, die aber nicht die geforderten 10 Filme umfassen.

#1 Planet der Affen (2002)

Früher wurde die „Planet der Affen“-Reihe allenthalben im Sommerprogramm des ZDF versendet. Mal als Wunschfilm am Samstag, mal spätnachts. Ich habe jeden Einzelnen mehrmals gesehen, auch wenn mein Favorit immer der erste war. Ehrensache also, dass wir uns zum Remake ins Kino begaben. Ich war neugierig, wie Tim Burton in seinem ganz eigenen Stil dem Klassiker zu Leibe rücken würde.

Enttäuscht wurde ich nicht direkt, denn ich war ohnehin skeptisch gewesen, dass er irgendwie an das Original heranreichen könnte. An diesem Remake passt nichts. Sorry, aber die Geschichte ist lahm, die Affen sehen weniger nach Affen aus als im Original und das Ende ist total missglückt. Es sollte bestimmt auf den Spuren des Vorgängers wandeln und einen Schockmoment setzen, stattdessen spazierte ich lediglich mit einem „Was sollte das denn?!“ aus dem Kino.

#2 Sabrina (1995)

Schon im Original funktioniert die Konstellation der Chauffeurs Tochter und dem um einiges älteren Firmenchef für mich nicht. Aber Audrey Hepburn überspielt dieses Manko auf ihre ganz eigene, entzückende Weise, auch wenn sie und Humphrey Bogart kein gutes Paar ergeben. Tja, genau dasselbe Problem findet sich auch im Remake. Doch hier passen die beiden Hauptdarsteller Julia Ormond und Harrison Ford noch viel weniger, nämlich überhaupt nicht zusammen. Harrison Ford nehme ich die Rolle des Love-Interest ohnehin nie ab, aber hier entsteht ja mal gar keine Chemie.

#3 Godzilla (1998)

Nein. Nein, nein, nein. Was Roland Emmerich da abgeliefert hat, passt zu ihm, aber nicht zu Godzilla. Allein, wie der Titelgeber aussieht, erinnert nur an eine Riesenechse und nicht an ein furchteinflößendes Monster. Die Story….ja gut, kann man machen, hätte man aber nicht müssen. Interessant oder gar spannend wirkte sie auf mich nicht. Und auch Matthew Broderick blieb eher blass.

#4 Der verrückte Professor (1996)

Einer meiner persönlichen Klassiker, der früher gerne an Silvester lief und mir und meinem Bruder damals immer höchst vergnügliche Stunden bescherte. Ich habe von der Eddie-Murphy-Version höchstens mal beim Zappen kurze Szenen mitbekommen, kann aber sagen, dass die schon reichten. Nichts kommt an Jerry Lewis‘ Darstellungen des töffeligen Professors Kelb und des geschmeidigen Playboys Buddy Love (allein der Name!) heran. Während man hier mit den Figuren lacht, hatte ich den Eindruck, dass das Remake sich über seine Hauptfigur lustig macht. Dass man sich eher auf seichte, allzu offensichtliche Gags und die Optik des „verrückten Professors“ verlassen hat. Allerdings bietet es mir noch keinen Anlass in Gelächter auszubrechen, nur weil jemand etwas mehr Pfunde auf der Hüfte hat.

#5 Poseidon (2006)

Die Höllenfahrt der Poseidon ist ebenfalls einer der Filme, der früher im Sommerprogramm des ZDF gerne und oft berücksichtigt wurde. Ich habe ihn oft und gerne gesehen. Legendäre Szenen, wenn die Gruppe der wenigen Überlebenden sich durch die Gänge kämpft oder aus großen Höhen begeben retten muss. Warum meinte Wolfgang Petersen das Ganze noch einmal auf Zelluloid bannen zu müssen? I really don’t know. Sinnlos und einfallslos. Ich habe ihn irgendwann im TV eine Weile geschaut, konnte aber nicht bis zum Ende durchhalten. Es wirkte wie ein ganz müder Versuch. Dabei hat Wolfgang Petersen sein Können mehr als einmal bewiesen.

#6 Cinderella (2015)

Kann man Cinderella von Kenneth Branagh überhaupt als Neuverfilmung des Klassikers von Walt Disney werten? Doch, ich schätze schon. Und leider war es eine mehr als uninspirierte. Lily James und Richard Madden wirkten auf mich wie Valium. Der restliche Cast war durchaus hervorragend, wenn ich auch Helena Bonham-Carter als leicht durchgeknallte Figur nicht mehr sehen mag. Irgendwie bedient sie da immer dieselbe Schiene. Insgesamt wurde dem Märchen nicht Neues oder Spannendes abgewonnen, vielleicht ist das aber auch gar nicht mehr möglich. Nichtsdestotrotz hat Branagh früher innovativere Arbeiten abgeliefert.

#7 I am Legend (2007)

Der Omega-Mann mit Charleton Heston faszinierte mich früher immer mit den Szenen, in denen des Titelhelden durch eine menschenleere Stadt wandert. Die Zombie-Wesen fand ich immer ein bisschen lächerlich, aber irgendwie umgab den Film immer eine gruselige Aura. Tja und der Nachfolger mit Will Smith? Im Kino wollte ich ihn nicht sehen, weil ich gehört hatte, dass der Hund der Hauptfigur sterben würde. Später schaute ich ihn mir aber doch im TV an und übersprang ein paar Minuten, als besagte Szene dran war. Schon allein wegen dieser „Idee“ fällt der Film bei mir ab. Ein weiterer Grund ist, dass er mich im Gegensatz zum Vorgänger  überhaupt nich atmosphärisch überzeugen konnte.

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11 Gedanken zu „[Blogparade] Die Schlechtesten Remakes

  1. nettebuecherkiste

    Ich persönlich unterscheide noch zwischen Remake eines Originalfilms ohne literarische Vorlage und Neuverfilmung einer literarischen Vorlage. Ersteres kann ich auch gar nicht leiden und wird meistens schlecht. Zweiteres halte ich grundsätzlich für legitim, die technischen Möglichkeiten verändern sich und ein Regisseur interpretiert eine Vorlage vielleicht ganz anders. Paradebeispiel für eine Neuverfilmung, die viel besser war als eine ältere Verfilmung, ist für mich z. B. die 95er Version von Pride & Prejudice. Den alten Film mit Laurence Olivier (nichts gegen ihn!) fand ich ganz furchtbar, die Kostüme und Tänze passten nicht und das war definitiv kein echter Mr Darcy! Beim Planet der Affen gebe ich dir recht, die Verfilmung mit Charlton Heston wich zwar wirklich stark von der Literaturvorlage ab, ist aber einer der wenigen Fälle, wo das entstandene Werk die Vorlage übertraf. Die Neuverfilmung sollte ja angeblich näher am Buch sein. Hab ich mir angesehen – und stimmte überhaupt nicht! Die war eher noch weiter von der Vorlage entfernt! Zu den anderen Filmen kann ich nix sagen 🙂

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Stimmt, Literaturverfilmungen können ja auch Remakes anderer Verfilmungen gesehen. Allerdings nehme ich die gar nicht als Neuverfilmung eines Filmes wahr, sondern als erneute Umsetzung eines literarischen Stoffes. Die finde ich klar gerechtfertigt, denn es können ja auch andere Aspekte der Vorlage betont werden. Urghs, stimmt, die S&V-Version mit Lawrence Olivier war gruselig. Die mit Colin Firth ist meine Lieblingsversion.

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  2. Ma-Go

    Eine schön bunte Liste. 🙂
    „Godzilla“ fand ich nicht so schlecht, nur leider eben kein „Godzilla“ 😦 Von daher gehört der auf jeden Fall auf so eine Liste. „Planet der Affen“ wurde jetzt schon verdammt oft genannt. Den will ich mir auf jeden Fall noch mal anschauen. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob der ganze Film so mies oder vielleicht doch nur das Ende total affig war 😉
    Sabrina, Cindarella und Poseidon habe ich nicht gesehen.
    Und bei I am Legend (den ich eigentlich gut fand), kenne ich das Original nicht 🙂

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  3. simonsegur

    Applaus und Chapeau für Deine Remake-Ablehnung – ich find das auch greußlich. Die Argumente dagegen sind bekannt, also brauche ich sie nicht aufzählen. Mich hätte die Frage andersherum wesentlich mehr interessiert: Hast Du überhaupt je ein Remake gesehen, das, wenn es das Original schon nicht übertraf, doch wenigesten auf gleicher Ebene stand?

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    1. Ma-Go

      Ich gehöre da eher zur anderen Fraktion, die eher die Chancen und Vorzüge von Remakes sehen möchte 🙂 Ich hatte ja vor einigen Wochen eine ähnliche Blogparade gestartet, in der ich die 10 besten Exemplare gesucht habe. Die liebe Bette Davis hatte da ja auch mitgemacht. Wenn es dich interessiert, sind hier die Filme, die am häufigsten genannt wurde. Insgesamt haben erstaunlich viele Blogger mitgemacht und haben dabei einen ganzen Haufen verschiedener Filme genannt. Hier das Ergebnis: https://magofilmtipps.wordpress.com/2016/04/22/die-besten-remakes-auswertung-der-blogparade/

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