SFB-Donnerstag #25: Mehr Ruhm und Ehre, bitte

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Die heutige Frage im Rahmen des SFB-Donnerstags von LAH lautet:

Gibt es Serien/Filme/Bücher, bei denen du das Gefühl hast, dass du der/die Einzige bist, der/die sie gut findet? Also Serien/Filme/Bücher, die deiner Meinung nach viel zu wenig Ruhm und Ehre eingeheimst haben? 

Tatsächlich fallen mir einige Serien/Filme/Bücher ein, von denen ich das denken, was aber natürlich nicht heißen muss, dass es stimmt. 😉

Serien:

An dieser Stelle muss ich mal wieder The Middle nennen. Eine Serie, die ich schon ein paar Mal im Rahmen des Media Mondays zum Geheimtipp auserkoren habe. Die deutsche Synchronisation ist okay, wenn man keine andere Möglichkeit hat. Ansonsten ist Sitcom im Original jedoch um einiges komischer.

Alles dreht sich  um die Familie Heck, die sich mit den Tücken des Alltags herumschlagen muss. Jedes Mitglied ist auf seine Weise kauzig und ein bisschen exzentrisch, aber auch sehr liebenwert und witzig. Ich liebe die Serie und amüsiere mich bei jeder Episode königlich. In Deutschland lief sie anfangs auf ZDFneo, wo ich sie rein zufällig entdeckt habe. Dann hat PRO7 sie übernommen, wo die Hecks nun zu irgendwelchen merkwürdigen Zeiten in Erscheinung treten. So kann man kein Publikum erobern. Leider. Die Programmplanung von PRO7 mutet etwas merkwürdig an. Statt eine neue Serie zu etablieren, werden alte lieber zu Tode gesendet (Big Bang Theory etc.).

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Eine weitere Serie, die wohl wirklich nur ich mochte, da sie nach der zweiten Staffel abgesetzt wurde, ist Smash. Darin dreht sich alles um die Produktion eines Musicals über Marilyn Monroe. Es werden die beruflichen und privaten Sorgen, Rivalitäten und Liebeleien der Produzenten, Hauptdarsteller/innen, des Regisseurs und anderer Beteiligter gezeigt. Ich fand die Geschichte und ihre Figuren sehr unterhaltsam, der Soundtrack war ebenfalls sehr einprägsam.  Aufgrund sinkender Einschaltquoten während der ersten Staffel wurde das Konzept überarbeitet, was allerdings zum totalen Aus führte. Ich glaube, damit wurden die bisherigen Zuschauer verprellt und neue nicht gewonnen. Schade. Die zweite Staffel wurde in Deutschland gar nicht mehr gezeigt. Es wäre toll gewesen, wenn die Serie ursprünglich mehr Zuschauer hätte begeistern können. Im Nachhinein ist es schwierig, sich auf eine Sache einzulassen, von der man schon weiß, dass sie gescheitert ist.

Filme:

Wenn man sich Gerard Butlers Hollywood-Filme anschaut, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass er eher ein Mann der Muckis und Action ist. Eigentlich ist das aber nicht 100%ig zutreffend, denn wenn man sich seine früheren Produktionen ansieht, dann ist da ein durchaus sensibler Darsteller zu sehen. Dear Frankie ist dafür ein Beispiel und es ist auch einer der Gründe, warum der Film mehr Zuschauer verdient. Damit Butlers Bandbreite gesehen wird und er vielleicht mal wieder andere Rollen ergattern kann. In Dear Frankie geht es um den Jungen gleichen Namens, der Briefe an seinen unbekannten, zur See fahrenden Vater schreibt. Tatsächlich holt seine Mutter die Briefe aus dem Postfach und beantwortet sie. Als das Schiff im nächstgelegenen Hafen anlegen soll, möchte ihr Sohn natürlich endlich seinen Vater treffen. Doch statt ihm die Wahrheit zu sagen, engagiert seine Mutter einen geheimnisvollen Fremden. Die Geschichte ist realistisch, unaufgeregt und sehr anrührend. Gleichzeitig ist sie aber nicht deprimierend oder schwermütig. Ein wirkliches Kleinod! Ich glaube, in Deutschland ist der Film nicht sehr bekannt. Würde mich wundern, wenn er überhaupt im Kino gezeigt wurde. Ich habe ihn jedenfalls erst entdeckt, als ich mich etwas mit Butlers Schaffen auseinandergesetzt  und Dear Frankie in der Bücherei entdeckt habe.

Bücher:

Generell wünschte ich mir, dass solche Bücher eine große Leserschaft erreichen, die zum Nachdenken und Mitfühlen anregen. Die wichtige Themen behandeln und neue Blickwinkel eröffnen.

Beispielhaft sei Das Lachen und der Tod von Pieter Webeling genannt. Der Roman handelt von einem fiktiven Komiker, der in Auschwitz ums Überleben kämpfen muss. Es ist wirklich ein herausragendes Werk, dass ich bei jeder Gelegenheit anpreise und allen Menschen ans Herz legen möchte. Mich hat es unheimlich berührt und emotional mitgenommen. Es gibt Geschichten, die bereichern die Seele und begleiten einen lebenslang. Für mich ist Webelings Werk hierfür ein Paradebeispiel.

Ein weiteres, ganz besonderes Leseerlebnis bescherte mir seiner Zeit Jonathan Strange und Mr. Norrell. Ich liebe die Mischung aus realer Historie und Magie. Es ist ein wirklich dicker Wälzer und die Fußnoten erhöhen auch nicht den Lesekomfort. Außerdem muss man sich wirklich auf den Stil und die Geschichte einlassen können und das kann man nur, wenn man ein Faible für diese Art von Erzählung mitbringt. Wenn jedoch alle Voraussetzungen gegeben sind, dann wird man ein unvergleichliches, fantastisches Abenteuer erleben, das noch lange im Gedächtnis und Gefühl verankert bleiben wird. Man kann Susanna Clarkes Roman eigentlich nicht empfehlen, weil er ganz speziell ist und seine Leserschaft früher oder später selbst erobern muss. Man kann das nicht forcieren. Nichtsdestotrotz wünsche ich dem Werk viele weitere begeisterte Leser/innen.

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