Love trumps Hate

Der Brexit war ein echter Schock für mich. Ich fühlte mich als großer Fan der Insel persönlich getroffen. Mein Lieblingsland hatte sich quasi gegen mich entschieden. Meine Schluss aus dem Ganzen war klar und frei nach Einstein (dem dieses Zitat im Übrigen wohl zu unrecht untergejubelt wird) :

Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Entsprechend stellte ich mich auf einen Wahlsieg Trumps ein und war heute keineswegs überrascht, als ich die Nachricht vernahm. Einstein hatte eine These aufgestellt, die schon unzählige Male bestätigt wurde. Tja, überrascht war ich also nicht. Allerdings reichlich schockiert. Wtf?! Jetzt ist es wirklich offiziell, dass der gesunde Menschenverstand und die Vernunft sich von unserem Planeten verabschiedet haben. Die Wähler haben wohl ihr Hirn an der Garderobe abgegeben. Ich sag mal böse, die werden schon sehen, was sie davon haben. Kürzlich las ich einen Tweet von Barbra Streisand, die für Hillary Werbung machte. Die Antworten darauf waren heftig. Eine Frau schrieb, es müsse jetzt einen Umschwung geben. Hillary täte im Gegensatz zu Trump nichts für die Armen. Natürlich, Trump ist Multi-Milliardär geworden, weil er seinen spanischen Zimmermädchen einen überdurchschnittlichen Lohn zahlt. Und wie er sich verhält. Wen er alles beschimpft. Glauben seine Wähler allen Ernstes, er hätte vor ihrer geistigen Behinderung Respekt? Sie glauben, sie würden dem Establishment eins auswischen. In Wahrheit sind sie es aber selbst, denen eins ausgewischt werden wird.

Die einzige Möglichkeit ist, dass die Leute, die noch über gesunden Menschenverstand und logisches Denken verfügen, jetzt mal aufstehen und sich dieser ganzen Idiotie entgegenstellen! Wir können den Hohlköpfen nicht unser Leben, unsere Gesellschaft, unsere Zukunft überlassen. Der berühmte Austand der Anständigen muss jetzt stattfinden! Wenn Trump hier auf Staatsbesuch erscheint, werde ich gegen ihn demonstrieren. Soviel ist schon mal klar! Seid Ihr dabei?  Also, beim Aufstand der Anständigen? Vielleicht gibt’s da ja dann auch Kaffee und Kuchen 😉 .

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13 Gedanken zu „Love trumps Hate

  1. Morgen Luft

    Demonstrieren müsste man gegen beide. Ohne jetzt ein politisches Fass aufzumachen: Ich bin gespannt. Vielleicht ist Trump (oder eben auch Clinton, wenn sie gewonnen hätte) eine Chance, sich in Amerika wieder eingehender mit Politik zu beschäftigen und dem, wofür sie steht. Diesen ganzen Zirkus kann wohl eh niemand ernst nehmen. Nun ist die amerikanische Bevölkerung gefragt, sich zu positionieren und politisch auszurichten. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein.

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Nein, das stimmt. Politische Auseinandersetzung ist im Grunde sehr gut. Die Menschen zeigen damit ja auch Interesse, an ihrem Land, ihrer Zukunft. Wir sind halt seit ein paar Jahren daran gewöhnt, dass ein ziemlich breiter Konsens in vielen Bereichen herrschte. Schaut man aber auf andere Dekaden, z.B. die 60er und 70er, dann ging es da auch nicht gerade zimperlich zwischen den pol. Lagern zu. Was für Reden hielt zum Beispiel ein Franz-Josef Strauß? Die Auseinandersetzung an sich ist gut, nur sollte sie auf dem Boden gewisser Regeln stattfinden.

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  2. FilmkritikenOD

    Also mal ehrlich, wäre Hilary so viel besser gewesen?
    Ich habe lieber einen ehrlichen Idioten an der Macht, als diese hinterlistge Lügnerin. Und das hat weniger mit der E-Mail-Affäre zu tun, als all dem Gräuel, dass außerhalb der Anstalt so gut wie niemand in den deutschen Medien thematisiert hat. Dort haben sich alle auf Trump eingeschossen und wie soll es anders sein, die Masse zieht mit.
    Am Ende sind beides mehr als fragwürdige Kandidaten. Aber bei der Wahl zwischen Pest und Cholera jemandem anzukreiden, dass er sich für die Pest entschieden hat, halte ich nicht für zielführend.

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Danke für Deine Meinung.
      Ja, für mich wäre Hillary Clinton die bessere Wahl gewesen. Kein Politiker hat wohl eine absolut reine Weste. Sie hält jedoch an demokratischen Grundlinien fest. Bei Trump kann ich dies nicht feststellen. Er hält sogar an Aussagen fest und wiederholt sie weiter gebetsmühlenartig, wenn sie bereits als Lüge entlarvt wurden. Er will eine Wahl anzweifeln, wenn sie ihn nicht als Sieger ausweist. Wer sich einer demokratischen Wahl stellt, sollte jedes Ergebnis hinnehmen. Er kündigt seiner Gegnerin an, sie ins Gefängnis zu stecken, sollte er gewinnen. Dabei übersieht er jedoch, dass es Gericht gibt, die über Urteile zu entscheiden haben. Er will die Pressefreiheit einschränken und erklärt stolz, seine Anhänger würden ihm selbst folgen, wenn er auf dem Times Square jemanden erschösse. Tut mir leid, dass hat nichts mit Idiotie zu tun, sondern mit kalkuliertem Tabubruch und Untergrabung der Demokratie bzw. des Demokratieverständnisses. Von Hillary habe ich nichts Vergleichbares gehört. Ich unterstütze lieber ihre Vorstellung „Brücken zu bauen“ als Trumps Versuch, Gräben zu ziehen. Ich stehe lieber hinter einem „Stronger together“ als für ein „Wir gegen den Rest der Welt“. Ja, Hillary ist keine makellose Person. Aber wer ist das schon? Sie spielt wenigstens nicht mit dem Hass der Menschen. Sorry, aber für mich ist Trump die Cholera und die Pest.

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      1. FilmkritikenOD

        So viel zum Thema Hillary stehe für demokratische Werte ein:

        http://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/hillary-clinton-146.html
        http://foreignpolicy.com/2016/03/28/hillary-clinton-neocon/
        https://theintercept.com/2016/07/25/robert-kagan-and-other-neocons-back-hillaryclinton/
        http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/1582795/Hillary-Clintons-Bosniasniper-
        story-exposed.html
        http://www.slobodan-milosevic.org/news/rch012908.htm
        http://www.state.gov/www/global/human_rights/kosovoii/homepage.html
        http://reason.com/archives/1999/04/19/milosevic-no-hitler-and-clinton
        http://www.presidency.ucsb.edu/ws/index.php?pid=77045
        http://www.nytimes.com/2016/02/28/us/politics/hillary-clinton-libya.html

        Wenn Demokratie bedeutet, dass man Hass und Krieg in der restlichen Welt sät, dann will ich ab sofort keine Demokratie mehr im Land.
        Clinton hat „Wir gegen den Rest der Welt“ vielleicht nicht ausgesprochen, aber sie hat es bereits vorgelebt.

        Beides sind komplette DIsaster für die Welt. Dank den Medien gilt Clinton aber als bessere Kandidatin. Danke ARD, danke ZDF, danke breite Masse, die den Meinungsmachern dieses Landes nach wie vor Glauben schenkt.

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      2. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Entschuldige bitte, aber Hillary Clinton hat die Entscheidung, ob irgendwo militärisch interveniert wird, wohl nie ganz alleine gefällt. Warten wir mal Mr. Trumps Regentschaft ab, aber ich glaube nicht, dass er als Friedensbotschafter in die Geschichte eingehen wird. Hat er irgendwo behauptet, niemals irgendwo einzuschreiten? Ist er es nicht, der jedem Amerikaner am liebsten eine Waffe in die Hand drücken möchte? Ich glaube, wir können beide unsere Meinungen so stehenlassen, da wir uns gegenseitig wohl kaum überzeugen können. Es ist eine Grundsatzfrage, welchen politischen/menschlichen Umgang man wählt. Wir haben unsere Wahl getroffen.

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      3. FilmkritikenOD

        Leider kann ich unter deinem letzten Kommentar nicht direkt antworten.
        Also mache ich das eben hier.

        Ich bin kein Fan von Trump, ganz und gar nicht. Der einzige Kandidat, den ich in AMerika auch nur ansatzweise ins Auge gefasst hätte, war Bernie Sanders. Mir geht es darum, dass die Menschen hierzulande die Augen öffnen und nicht nur nachplappern, was ihnen vorgebetet wird. Hillary ist keine Heilige und im Gegensatz zu Trump hat sie das bereits in einem politischen Amt gezeigt. Von den vermeintlichen Verschleierungen von Missbrauchsfällen mal abgesehen. Ich halte sie für nicht weniger sexistisch, rassistisch und amerikanistisch wie Trump. Nur – und jetzt kommt der Grund, wieso ich Trump bevorzuge – dass sie das Gegenteil behauptet. Deswegen plädiere ich für den ehrlicheren Trump, was seine Grundsatzwerte anbelangt. Dass die völliger Nonsens sind, steht außer Frage.

        Was für ein Präsident er letzendlich sein wird, stellt sich in den nächsten Monaten heraus. Natürlich steht er nicht für Frieden, genauswenig wie Obama trotz seines Friedensnobelpreises niemals als Präsident der Völkerverständigung eingehen darf. Dafür geht zu viel auf seine Kappe / die Kappe seiner Regierungszeit.

        Dass Hillary die Entscheidung nicht alleine gefällt haben mag, okay, aber sie hat die Entscheidung gefällt. Warum ihr als Präsidentin also noch mehr macht geben, damit sie genau solche Entscheidungen mit noch größerer Vehemenz treffen kann?

        Mir geht letzten Endes einfach diese einseitige Trump-Bashing auf den Keks, wenn man nicht gleichzeitig auf die Verfehlungen Cintons eingeht.
        Aber gut, wir bewegen uns im Territorium einer Meinung, das haben eröterungstechnische Ansprüche, oder eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema keine Grundlage.
        Jetzt müssten das nur noch unsere Medien auch so sehen und ihre Reportagen und Artikel als Kommentare deklarieren, die sie letzen Endes auch sind.

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  3. blaupause7

    Was den Brexit angeht, so ist das Theater noch nicht beendet. Denn auf einmal – o Wunder, wer hätte das gedacht – soll das Referendum keine Verpflichtung, sondern nur eine Empfehlung gewesen sein, und über „leave“ oder „stay“ sollen jetzt Richter entscheiden. Ich fand diese ganze Debatte, die ich letzte Woche in Schottland miterleben durfte, schon reichlich seltsam.

    Und durfte mir anhören, dass der Meinung einer guten Bekannten von mir nach, die SNP dem Volk nicht die ganze Wahrheit erzählt, z.B. dass es schon lange kein Öl mehr gibt.

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  4. schauwerte

    Das olle Einstein-Zitat ist mir heute auch durch den Kopf gegangen. Es geht immer schlümmer und immer dümmer.
    Er ist demokratisch gewählt worden. Weil die Leute zu faul sind über die eigene Nasenspitze hinaus zu sehen und Dinge in Kontext zu setzen. Nur an ihr eigenes kleines Glück denken. Da ist alles Fremde und Bedrohlich zu tilgen, klar.Ein Kollege meinte, die Deutschen könnten jetzt mal schön zugucken und vielleicht etwas lernen, weil so die eigene Landeszukunft bald aussehen könnte. Wieder denke ich „Ach,was, das passiert doch nicht“, wie zuvor in puncto BREXIT, Erdogan, Syrien etc. auch. Doch, es passiert. Weil die bräsige Masse in Bewegung ist, geleitet von Angst und Unwissen. Eine schreckliche Paarung.

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Das Zitat passt halt leider immer wieder zu gut! Wenn man sich ansieht, wer Trumps Sieg jetzt bejubelt, dann weiß man schon, wie der Hase läuft. Und ja, die AfD wird trotzdem oder gerade deswegen wohl sehr viel Erfolg weiterhin haben. Wir sehen wohl düsteren Zeiten entgegen.

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      1. Bette Davis left the Bookshop Autor

        So wahr. Das Dilemma ist, dass die Populisten und ihre Gefolgsleute lauter und aggressiver sind als diejenigen, die rational bleiben. Dadurch wirken Erstere, zahlenmäßig stärker als sie sind und schüchtern die anderen eher ein. Man darf sich aber nicht auf ihr Niveau herablassen, muss sie stattdessen mit Logik und Fakten demontieren. Ist ja kein Zufall, dass so viele von ihnen an Verschwörungen glauben. Mit Fakten haben die es nicht so. 🙂

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