Erkenntnisse der Woche #21: Kino-Edition

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#1

Kino ist ja irgendwie auch immer das Gemeinschaftserlebnis einer bunt zusammengewürfelten Zufallstruppe von mehr oder weniger fremden Menschen. Dementsprechend wird das Erlebnis in Teilen von dieser Gruppe beeinflusst. Wenn die Menschen an bestimmten Stellen zusammen lachen können, ist das ein bisschen wie die Vergewisserung eines kleinen gemeinsamen Nenners. Es ist auch befreiend, denn man muss sein eigenes Lachen nicht dämpfen. Man fällt nicht unangenehm auf, weil man alleine lacht. Ja, das ist die Idealvorstellung…

Leider hat es mich aber dann doch irgendwie ein bisschen genervt, als sich eine Dame während des Films Florence Foster Jenkins immer wieder zu „Oh Gott!“-Ausrufen hinreißen ließ. Auch wandte sie sich häufig mit mehr oder weniger lauten Äußerungen an ihre Begleiterin. Ich gebe zu, dass ich sowohl in Kino und Theater eher zu der Fraktion gehöre, die möglichst wenig vom Rest des Publikums behelligt werden möchte. An vorgesehenen Stellen der Komik können die anderen Zuschauer/innen ihrer Gefühlswallung gerne Ausdruck verleihen, aber ansonsten möchte ich ihnen nur zurufen „Seid doch einfach mal still!“. Natürlich würde ich damit selbst stören und natürlich halte ich mich zurück und versuche stattdessen, „laute“ Leute zu ignorieren. Tatsächlich gab es sogar eine Dame, die ein „Ruhe!“ vorbrachte, aber das fand ich irgendwie auch doof. Man möchte ja niemanden in seiner Wesensart einschränken. Also, ich bin in solchen Situationen hin- und hergerissen und mache mir wie immer offensichtlich viel zu viele Gedanken.

#2

Das Ehepaar neben mir hat mich hingegen überhaupt nicht gestört. Die Frau musste ihrem offenbar schwerhörigen Mann nämlich hin und wieder die Worte der Schauspieler wiederholen. Doch in solchen Fällen lege ich wohl weniger strenge Maßstäbe an, denn ich fand es einfach nur sehr schön, dass sie es tat, ohne genervt zu sein.

#3

Wenn Filme (in diesem Fall Florence Foster Jenkins) eine Bandbreite von Gefühlen beim Zuschauer auslösen und ihn darüber hinaus zum Nachdenken anregen, dann haben sie ihren ultimativen Zweck erfüllt. Mehr geht nicht. Ich habe während des besagten Films gleichermaßen aus Mitgefühl, Trauer und Freude Tränen vergossen und ging obendrein mit neuen Erkenntnissen aus dem Kino. Das lässt sich nicht von vielen filmischen Werken behaupten. Alles andere wie die Optik, die Effekte sind im Vergleich dazu nur, wenn auch unterhaltsamer Schnickschnack.

#4

Früher war ich ein riesiger Fan von Hugh Grant. Seine letzten Filme haben mich aber überhaupt nicht mehr überzeugen können und mein Wohlwollen nahm zusehends ab. Mit seiner Rolle des St. Clair Bayfield konnte er mich aber wieder von sich überzeugen. Allein die Tanzszene ist ja schon mitreißend, aber auch seine sonstige Darstellung war schlicht großartig.

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6 Gedanken zu „Erkenntnisse der Woche #21: Kino-Edition

  1. Filmschrott

    Ist immer so eine Sache, mit dem Publikum im Kino. Was gar nicht geht, sind zum Beispiel die Affen, die sich den ganzen Film über unterhalten oder mit ihren Handys rumspielen. Wenn sie den Film eh nicht gucken, sollen sie sich halt verpissen.
    Reaktionen auf den Film selbst hingegen finde ich absolut in Ordnung. Kann zwar auch nervig werden, aber da muss man dann halt durch. Als ih neulich in irgendeinem Horrorfilm war, hat uns ein blondes Mädchen neben uns direkt vorgewarnt, dass sie sehr schreckhaft ist. Da war es dann sogar ganz unterhaltsam, wenn sie mal wieder zusammengezuckt ist oder laut aufgeschrien hat. Kann also das Kinoerlebnis auch erweitern. Vor allem wenn der Film scheiße ist. Ich glaube, in Blair Witch war das, wenn ich mich nicht völlig irre.

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