{Blogprojekt] 100 Creative Challenges #11

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Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit da durchstreifte ich die fernen Wälder eines mir unbekannten Landstrichs. Nach nichts stand mir der Sinn außer nach etwas Erholung in der abgeschiedenen Natur. Die Vögel zwitscherten, die Sonne beschien den Waldboden und Insekten flitzten zwischen den Bäumen hindurch. Hin und wieder röhrte ein Hirsch, um seine Auserwählte zu beeindrucken.

Fröhlich pfeifend folgte ich schon gut zwei Stunden einem kaum wahrnehmbaren Pfad, der von immer dichter werdenden Brombeerranken in die Zange genommen wurde. Vielleicht hätte ich spätestens umdrehen sollen, als sich diese in der Mitte des Wegs berührten und mir somit das Fortkommen absprachen. Stattdessen begann ich mit dem Ast, den ich als Wanderstock benutzte, eine Schneise ins Blätterwerk zu schlagen. Welcher Motivation ich folgte, kann ich nicht mehr sagen. Es war wohl eher der Entschluss, mir nicht von dummen Pflanzen vorschreiben zu lassen, wohin ich zu gehen hatte. Die Ranken waren sehr widerspenstig und stachelten mich dermaßen an, dass ich immer heftiger auf sie eindrosch. Doch fiel ein letzter Ast vor mir auf den Boden und sowohl überrascht als auch schweißgebadet schaute ich mich um. Eine Lichtung lag vor mir. Auch hier breitete sich der Wald immer weiter aus, aber etwas hinderte ihn daran, sie einzunehmen. Ein Gemäuer trotzte mutig den pflanzlichen Angriffen. Es ließ sich nicht direkt erkennen, um welche Art Bauwerk es sich handelte. Mit den Augen folgte ich der Mauer nach oben und machte im Zwielicht einen Turm aus. Fast schien es, als wären dessen Schindeln aus Gold. Sie glänzten geheimnisvoll obwohl die Sonne sie kaum berührte. Meine Neugier war geweckt und so trat ich auf das schmale Stück, das zwischen Blätterwerk und Gemäuer noch nicht überwuchtert war. Dunkelheit umfing mich, die nur stellenweise von sonnigen Lichtflecken durchbrochen wurde. Plötzlich fiel mir auf, dass keine Geräusche mehr zu mir durchdrangen. Keine Vögel, kein Hirsch, nicht einmal der Wind, der durch die Blätter fuhr. Ein kalter Schauer lief über meinen Rücken, aber ich verbat mir, mich ins Bockshorn jagen zu lassen. Langsam schritt ich an der Mauer aus gelblichen Ziegeln entlang. An vielen Stellen war die oberste Schicht abgebröckelt und grauer Stein sichtbar geworden. Nichtsdestotrotz ließ sich die Kunstfertigkeit mit der das Gebäude errichtet worden war nicht leugnen. Es musste einmal sehr eindrucksvoll gewesen sein. Fast glaubte ich die Fanfaren zu hören, die einst von den Zinnen ertönt waren.

Schließlich erreichte ich ein hölzernes Tor, das von schmiedeeisernen Beschlägen gehalten wurde. Ein Zettel war mit einem groben Nagel daran befestigt. Es war zu dunkel, um zu erkennen, was darauf geschrieben stand. Gedankenverloren riss ich ihn ab und stopfte ihn in meine Hosentasche. Das Holz der Pforte war verwittert und Stücke waren herausgefallen. Durch die entstandenen Löcher war jedoch nichts als Dunkelheit wahrzunehmen. Ich rüttelte an der Pforte, obwohl ich nicht wusste, was ich tun sollte, wenn sie tatsächlich nachgab. Sollte ich es wirklich wagen, das versunkene Gemäuer zu stören? Vielleicht war es Glück oder Vorhersehung, doch die Pforte ließ sich trotz aller Morschheit nicht öffnen. Außerdem waren nun auch die letzten Sonnenstrahlen verschwunden und es dämmerte. Mit einem Seufzer trat ich enttäuscht den Rückzug an. Am Rand des Waldes gab es ein Gasthaus. Dort würde ich einkehren und fragen, was es mit dem verwunschenen Schloss auf sich hatte.

Das Gasthaus hatte Ruhetag. Der Fußmarsch hatte mich angestrengt und so verordnete ich mir ebenfalls Ruhe und fuhr nach Hause. In der Bahn fiel mir der Zettel ein, den ich unachtsam in meiner Tasche vergraben hatte. Ich zog das Blatt hervor, wobei es fast zerbröselte. Dann las ich die Worte und begriff ihre Bedeutung, aber einen Sinn ergaben sie für mich nicht. Mir fiel eine der Herausforderungen im Rahmen der 100 Creative Challenges, die Hotaru ins Leben gerufen hat, ein. Wenn ich auch sonst nichts mit dem Flugblatt anfangen konnte, so passt es doch vielleicht zu besagter Challenge:

Nutze ein Märchen der Gebrüder Grimm als Inspiration für ein visuelles Werk.

cinderella

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4 Gedanken zu „{Blogprojekt] 100 Creative Challenges #11

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