[Filmkritik] The Nice Guys

NiceGuys

Los Angeles, 1977

Pornostar Misty Mountain stirbt in einem Autounfall. Der etwas abgehalfterte Privatdetektive Holland March wird von ihrer Tante engagiert, da sie Misty nach dem Unfall noch gesehen haben will. Dabei gerät er auf die Spur der jungen Amelia. Die wiederum engagiert den nicht minder abgehalfterten Privatdetektiv Jackson Healy, weil sie sich verfolgt fühlt. Daraufhin findet Healy March und schlägt ihn zusammen, damit er sich von Amelia fernhält. Doch als diese verschwindet, raufen sich die unterschiedlichen Männer zusammen, um den Fall zu lösen. Ein Duo Katastrophale ist geboren.

Vorneweg: Die Story ist sicher nicht das Goldenen vom Ei und nicht der logischste Kriminalfall aller Zeiten. Beides gab es schon in besserer Ausführung, allerdings auch in schlechterer. Vielleicht hapert es sogar hier und da an Logik, aber sei’s drum. Zum Beispiel, wenn ein Pornostar mit dem Auto verunglückt und dabei nackt ist. All das ist allerdings ohnehin nur das Vehikel, um eine große Bromance zu erzählen.

The Nice Guys ist ein Buddy-Movie im allerbesten Sinne des Wortes. Healy und March sind nicht zwei Seiten einer Medaille, sondern wie Topf und Deckel. Jeder hat sein Scherflein zu tragen. Jeder ist etwas dysfunktional und gerade das lässt sie so perfekt zusammen funktionieren.

Nicht unerwähnt bleiben darf Marchs Tochter Holly, die nicht wenig zum Fall beiträgt und die Jungs hin und wieder auf den rechten Weg bringt oder aus der Patsche hilft. In der Interaktion mit ihr darf die weiche Seite der Detektive durchscheinen, was sie noch sympathischer macht. Die Bösewichter erinnern an manchen Handlanger der alten Bond-Filme. Abgedreht, aber gerade deshalb gefährlich.

Die Besetzung ist insgesamt überzeugend, allerdings ist der Film völlig auf Russell Crowe und Ryan Gosling abgestimmt. Und die ergänzen sich ebenso gut wie ihre Figuren. Ihnen ist die Spielfreude förmlich anzusehen. Crowe muss mit Healy keine großen schauspielerischen Herausforderungen meistern und erweckt die Figur routiniert zu Leben. Gosling spielt seine Figur nicht, er ist Holland March. Mal tölpelhaft, dann wieder cool. Und zusammen sind sie einfach kongenial. Keiner ist sich für irgendeinen Spruch oder Stunt zu schade. Sie spielen sich die Bälle zu und jeder lässt den anderen glänzen. Selbst die der Zeit entsprechenden Kostüme werden von Gosling und Crowe mit solcher Selbstverständlichkeit getragen, dass sie völlig natürlich wirken.

Das Setting nimmt ebenfalls eine wichtige Stelle im Film ein. Die Siebziger Jahre werden überzeugend in Szene gesetzt und sind ein wichtiges Fundament, auf dem Handlung, Figuren und Humor aufbauen. Der Humor durchzieht den Film und bietet die gesamete Bandbreite von verbalen Schlagabtäusche über Running Gags bis zu Slapstickeinlagen. Allerdings sei zur Originalversion geraten, um alle Sprüche mitnehmen zu können.

The Nice Guys garantiert beste Unterhaltung und ruft geradezu nach einem Sequel.

8/10 Tickets

8Tickets

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6 Gedanken zu „[Filmkritik] The Nice Guys

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