Wir müssen reden über: Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody

“ I won’t be a rock star.

I will be a legend.“

                           Freddie Mercury

Kann Spuren von Pathos enthalten. Bei entsprechender Allergie bitte nicht weiterlesen 😉 .

Es war das Jahr 1989 und mein Bruder brachte die Kassette (!!) von The Miracle mit nach Hause. Das Video zu The Invisible Man hatte ihn in einen Fan transformiert. Das Album würde dasselbe mit mir machen. Es hatte vermutlich mehr direkten Einfluss auf unser Leben als die Maueröffnung.

Natürlich war uns Queen  vorher schon ein Begriff gewesen. Das Video zu Radio Ga Ga hatte beim ersten Mal immerhin so viel Eindruck auf mich gemacht, dass ich mich heute noch erinnern kann, wann und wo ich es gesehen habe. Ja, ich bin so alt, dass es in der legendären Sendung Formel Eins gewesen ist. 🙂 Abgesehen vom Radio war das die einzige Verbindung zur internationalen Musikwelt. Allerdings hatten weder ich noch mein Bruder sich vor The Miracle jemals näher mit der Band beschäftigt. Doch das änderte sich nun. Er hörte die Kassette rauf und runter und bald schlug seine Begeisterung voll auf mich über. In den nächsten Jahren wurde die Sammlung von Alben und VHS-Kassetten immer größer. Wir verbrachten Wochen damit, Live in Budapest oder Live at Wembley zu schauen. Mein Bruder beherrschte es irgendwann tatsächlich, anhand eines beliebigen Standbildes den jeweiligen Song zu bestimmen…

Ihr könnt Euch vorstellen, wie heftig uns die Nachricht von Freddies Tod wenige Jahre später traf. Es war ein Schock und wir trauerten sehr um ihn. Freddie ging, aber unsere Liebe zu ihm und Queen blieb und nahm nie ab.

Irgendwann kam das Gerücht auf, es werde ein Film über Freddie Mercury geplant. Sporadisch gab es Gerüchte über mögliche Hauptdarsteller wie den Sänger Mika oder Sasha Baron-Cohen. Für keine der Optionen konnte ich mich erwärmen. Ohnehin stand ich dem Unternehmen mehr als skeptisch gegenüber. Wer sollte den legendären Entertainer auch nur annähernd glaubwürdig darstellen können? Da es nie konkrete Ergebnisse zu geben schien, verbannte ich das Unterfangen als Idee, die ungedreht bleiben würde, ins Reich der Fantasie.

Jahre später wurde Bohemian Rhapsody aber doch gedreht, angekündigt und schließlich der erste Trailer veröffentlicht. Den ich nicht anschaute. Ich wollte alle Szenen erst unmittelbar im Kino erleben. Ich las auch keine der Kritiken, die langsam auftauchten. Ich wusste ja schon, dass ich mir den Film auf keinen Fall entgehen lassen würde. Wie könnte ich, wo doch Brian und Roger ihre schützenden Hände über das Projekt halten?! Ich vertraute darauf, dass sie ihr Okay nicht für Mist hergeben würden. Dennoch hatte ich weiterhin große Bedenken. Die Chancen standen nicht gerade schlecht, dass das Unternehmen eine große Enttäuschung sein würde…

Am 20. November war es soweit. Ich ließ mich in die dicken Polster des Kinosessels sinken und harrte der Dinge, die kommen würden. Gute oder schlechte. Ich war nicht bereit dafür, musste es aber wagen.

Knapp zwei Stunden, als die ersten Töne von The show must go on erklangen, musste ich den Kinosaal verlassen. DAS Lied wollte ich lieber nicht mehr hören.

Tränen verschmiert und emotional ausgelaugt stand ich mit meinem Bruder vorm Kino. Sofort fingen wir an, uns über das Gesehene auszutauschen. Ja, man kann begründete Kritik üben. Mir sind durchaus ein paar Sachen aufgefallen, an denen es hakt.

Rami Malek wirkt im Vergleich zu seinem Vorbild etwas klein und schmächtig. Die Zähne sind etwas übertrieben, aber vermutlich mussten sie eine gewisse Größe haben, um auch die Proportionen des Gesichts in Freddies Richtung zu verändern. Außerdem mussten sie ja auch über Maleks echten Zähne passen. Ebenfalls trägt er keine braunen Kontaktlinsen. Man fragt sich, worin die Schwierigkeit bestand, sie zu tragen. So schwierig dürfte da ja nicht sein, aber vielleicht wollten sie ihm einfach neben dem Gebiss nicht noch mehr zumuten ;). Das sind ohnehin alles Äußerlichkeiten. Freddies Wesen wird von Malek in meinen Augen perfekt eingefangen. Gut, ich kannte Freddie nicht persönlich, aber so stelle ich ihn mir vor. Ich weiß nicht, wer es noch besser hätte machen können als Malek.

Dann werden einige Begebenheiten (u.a. das Kennenlernen der Band) verfälscht und die Chronologie verändert. Rock in Rio wird beispielsweise in den Siebzigern verortet wird (inklusive falscher Kostüme) oder die Komposition von We will rock you in die Achtziger etc. Es ist auch keineswegs so, dass Freddie sich jahrelang wegen seiner Soloalben eine Auszeit genommen und die Band erst kurz vor Live Aid wieder zusammengefunden hätte.

Der Film handelt von Freddie Mercury und daher steht nicht die Bandgeschichte im Vordergrund. Was hätte nicht alles erzählt werden können? Zum Beispiel von der turbulenten Tour durch Südamerika, von Freddies Stimmbandproblemen, Brians Hepatitis, ihrer Tour durch den Ostblock, ihrer Vorreiterrolle in Bezug auf Musikvideos usw. usw. Allerdings wäre in dem Fall eine mehrteilige Dokuserie passender gewesen.

Vieles, wie z.B. Freddies Kokskonsum, wird angedeutet und nicht in langen Szenen ausgeführt. Heutzutage kann man sich kaum retten vor expliziten Darstellungen jeglicher Art. Man kann mittags den Fernseher anstellen und Gewalt- oder Sexszenen sehen. Gerade in einer solchen Zeit finde ich es erholsam, wenn Dinge angedeutet statt wegen eines fragwürdigen Effektes ausgewalzt zu werden. Es wird ja trotzdem nichts verheimlicht und die Schattenseiten des Ruhms und Freddies Privatlebens oder seine charakterlichen Macken werden nicht beschönigt. Man muss nicht jede schmerzhafte Einzelheit erfahren, um Zusammenhänge zu verstehen. Jeder hat ein Recht auf ein gewisses Maß an Privatssphäre.
Außerdem werden Komik und Tragik im Gleichgewicht gehalten.

Das Historikerinnenherz in mir spricht sich natürlich für eine akkuraten Wiedergabe von Geschehnissen aus. Sollte ich nicht auch als Queen-Fan Wert auf historische Genauigkeit Wert legen? Als Filmliebhaberin verstehe ich hingegen, wenn man aus dramaturgischen Gründen Änderungen vornimmt. Hier sehe ich allerdings nicht wirklich eine zwingende Notwendigkeit für viele Änderungen. Überraschenderweise haben sie aber keinen störenden oder negativen Effekt auf mich. Ja, es gibt sie. So what?! Wenn ich historische Fakten erfahren möchte, lese ich ganz altmodisch ein Buch oder schaue mir eine fundierte Dokumentation an. Von einem Unterhaltungsfilm erwarte ich  in erster Linie, dass er genau das schafft und mir die Zeit nicht lang wird. Wenn es echt optimal läuft, packt er mich darüber hinaus emotional.

Auch, wenn also nicht alle Fakten korrekt sind und vieles angedeutet oder ausgelassen wird, so fängt der Film für mich das Charisma, die Einzigartigkeit und die Qualität von Queen und ihrem Leadsinger (nicht Bandleader 😉 !) perfekt ein. Er nutzt eine runde Geschichte als Vehikel, um Freddies Persönlichkeit zu vermitteln. Es kann wie in jedem Biopic nur eine Annäherung sein, aber es ist eine sehr eindrucksvolle.
Mir hat Bohemian Rhapsody erneut gezeigt, welch großen Ausnahmekünstler die Welt mit ihm verloren hat. Gleichzeitig wurde mir der Menschen wieder sehr nahe gebracht. Mit all seinen Fehlern und Erfahrungen. Dass sein eigener Vater nicht erkannt hat, welchen Stern er der Welt geschenkt hat, nur weil sein Sohn nicht in seine konservativen Vorstellungen passte. Dass es so schwierig für ihn war, das private Glück zu finden. All das hat noch in den Stunden nach dem Kinobesuch bei mir für Tränen und gesorgt. Ich fühle mich in dieser Hinsicht ins Jahr 1991 zurückversetzt.

Dann ist da die liebevolle und total realistische Ausstattung. Die Kostüme auf und neben der Bühne sind authentisch und extrem beeindruckend. Viele Outfits erkannte ich zudem aus Interviews wieder. Man konnte sich total in die Zeit fallen lassen und ich hatte fast das Gefühl, die Schauspieler würden sich wirklich durch die Jahrzehnte bewegen. Faszinierend!

Hinzukommt die perfekte Besetzung und damit ist nicht allein Rami Malek gemeint. Ja, er verkörpert Freddie Mercury auf sehr starke Weise und ich wünsche mir unendlich, dass er dafür den Oscar erhalten würde (was aber sehr unwahrscheinlich ist). Nichtsdestotrotz sind für mich Gwilym Lee als Brian May und Ben Hardy als John Deacon noch eindrucksvoller. Ja, Hardy hat wenig Text, aber sein Mimik und Gestik sind dermaßen nah am Original. Noch viel mehr trifft das meines Erachtens nach auf Lee zu. Ich habe in ihnen wirklich May und Deacon gesehen und komme darüber immer noch nicht aus dem Staunen heraus. Jedoch sind selbst die kleinen Rollen wie die von Bob Geldorf perfekt besetzt.

Schließlich die Musik. Hallo?! Kann ein Film, durch den sich diese Musik zieht, schlecht sein?! Okay, die Frage ist selbstredend rein rhetorisch 😉 . Die Songs tragen einen durch die Handlung, lockern sie auf, treiben sie voran, bewegen einen innerlich und äußerlich. Natürlich musste ich (leise) mitsingen, mitwippen und bei Radio Gaga die Arme von mir strecken. Die Konzertauftritte wirken überraschend echt (bis auf einen gaanz kurzen Moment, als die Band von hinten auf der Live Aid  Bühne gezeigt wird). Eine zusätzliche Welle der Begeisterung brach bei Live Aid völlig über mich herein. Es ist nicht ohne Grund der legendärste Auftritt der gesamten Verantstaltung! Ach, es war einfach nur sooo schön!  Gänsehaut? Der Film war voll von solchen Momenten. Wie könnte ich den Film bei all dem für Durchschnittskost halten?!

Es steht natürlich wie immer jedem frei, Bohemian Rhapsody zu bekritteln oder gar schlecht finden. Mir ist das völlig egal. Ich weiß, wie sehr er mich bewegt und mitgenommen hat, wie viel er mir bedeutet. Und nur die Hälfte davon kann ich überhaupt in Worte fassen. Das ist subjektiv und mag vielleicht sogar gefühlsduselig sein, aber wenn ein Film mich in so außergewöhnlichem Maße mitreißt, aufwühlt und mich noch Tage später nicht loslässt, dann kann ich zwar seine Makel wahrnehmen, aber sie spielen für mich keine negative Rolle. Und das nennt man dann wohl schlicht Liebe.

29 Gedanken zu „Wir müssen reden über: Bohemian Rhapsody

    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Ich weiß ja nicht, wie die Mehrzahl der Fans es sieht, aber für meinen Teil hast du absolut recht. Ist ja eigentlich bei allen Filmen, Songs, Büchern usw. so. Wenn nur ein einziger Mensch davon total begeistert ist, dann hat es schon seine Daseinsberechtigung.

      Liken

      Antwort
  1. Filmschrott

    Als ebenfalls großer Queen-Fan (wenn auch vorwiegend der 70er Jahre, da sie mir in den 80ern größtenteils zu poppig waren) kann ich mich eigentlich allem hier nur anschließen. Kritikpunkte gibt es natürlich immer. Was ist schon perfekt? Ich glaube aber, dass man zum Beispiel die Chronologie ganz bewusst außer acht gelassen hat, um erstens ein möglichst großes Spektrum von Queens diverser Musik unterzubringen und zweitens, um dem Film einen einigermaßen durchdachten und Ablauf zu geben, der immer zwischen Dramatik und Lockerheit hin und her schwankt. Das macht der Film auch eigentlich von Beginn an. Bei der ersten Studioaufnahme wird SEVEN SEAS OF RHYE inklusive Gesang aufgenommen, das so aber erst auf dem zweiten Album war. Auf der ersten Tour wird FAT BOTTOMED GIRLS performt, das aber erst Ende der 70er entstand. Die erwähnte Entstehung von WE WILL ROCK YOU ist zwar zu spät angesiedelt, passt aber sehr gut genau dahin, wo der Film das dann unterbringt. Da kann man durchaus locker drüber weg sehen.
    Dadurch hat man aber eben auch direkt den Weg dafür geebnet, auch im restlichen Ablauf der Geschichte ein paar chronologische Freiheiten unterzubringen. Wie der Bruch zwischen Freddie und seinem damaligen Freund und Manager Paul Prenter, wo in der Realität das „Outing“-Interview der Grund für das Zerwürfnis war und nicht umgekehrt. Oder natürlich die Diagnose, die Freddie erst nach Live Aid erhielt. Aber man musste hier logischerweise die Fakten etwas verdrehen, damit man dann mit Live Aid enden kann. Das fand ich nebenbei einen sehr guten Schlusspunkt. Auf so einem Höhepunkt zu enden ist mir allemal lieber, als mir dann noch eine halbe Stunde das Dahinvegetieren von Mercury anzugucken. Man weiß ja ohnehin, wie es danach weiter ging, also passt das alles so.
    Was ich eigentlich als einziges etwas schade finde, ist, dass John Deacon doch etwas kurz kommt. Er wirkt größtenteils etwas wie das fünfte Rad am Wagen. Immerhin hat er mit der Entstehung von ANOTHER ONE BITES THE DUST dann noch „seinen“ kleinen Moment gehabt. Aber ansonsten war er geigentlich nur da, weil er eben da sein musste.
    Ansonsten ist das ganze dann hin und wieder noch etwas überdramatisiert, wie zum Beispiel beim Live Aid, wo natürlich keine Sau was spendet, bevor Queen dann auftritt. Aber das sind alles Kleinigkeiten, die das Gesamtbild nicht wirklich beeinflussen. Der Film ist einfach top gemacht und fängt Freddie und die Band Queen sehr gut ein und das sollte ein Biopic ja letztlich vor allem tun.

    Gefällt 1 Person

    Antwort
    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Und so kann ich mich nur allem anschließen, was du gesagt hast. Genauso habe ich es auch wahrgenommen. Allerdings habe ich John keineswegs als 5. Rad am Wagen empfunden. Er war halt auch immer der ruhige Vertreter, zieht sich ja auch jetzt zurück und tritt nicht mehr öffentlich in Erscheinung. Wenn ich Hardy gesehen habe, musste ich immer grinsen, weil er immer so „Grimassen gezogen hat“, was aber keineswegs albern gewirkt hat, sondern mich aufgeheitert hat. Du musst auch bedenken, dass er eine Erkältung hatte 😀 .
      Ja, Live Aid war wirklich der Höhepunkt des Films und so zu enden, war perfekt. Ich habe tatsächlich eine sehr kleine Ahnung davon bekommen, wie es sich im Publikum angefühlt haben muss. Bei dieser Band gibt es so viel zu erzählen, da muss man, wie du ja schon sagst, für eine runde Geschichte hier und da Anpassungen vornehmen. Klar, Details wie die hereinströmenden Spenden erinnern an typische Muster eines Hollywoodfilms, aber auch das ist doch irgendwie nebensächlich.

      Liken

      Antwort
    2. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Und so kann ich mich nur allem anschließen, was du gesagt hast. Genauso habe ich es auch wahrgenommen. Allerdings habe ich John keineswegs als 5. Rad am Wagen empfunden. Er war halt auch immer der ruhige Vertreter, zieht sich ja auch jetzt zurück und tritt nicht mehr öffentlich in Erscheinung. Wenn ich Hardy gesehen habe, musste ich immer grinsen, weil er immer so „Grimassen gezogen hat“, was aber keineswegs albern gewirkt hat, sondern mich aufgeheitert hat. Du musst auch bedenken, dass er eine Erkältung hatte 😀 .
      Ja, Live Aid war wirklich der Höhepunkt des Films und so zu enden, war perfekt. Bei dieser Band gibt es so viel zu erzählen, da muss man, wie du ja schon sagst, für eine runde Geschichte hier und da Anpassungen vornehmen. Und manche Sachen sind eh spekulativ, z.B. Gespräche zwischen Freddie und Paul. War ja sonst keiner dabei 🙂 .
      Ich habe tatsächlich eine sehr kleine Ahnung davon bekommen, wie es sich im Publikum angefühlt haben muss. Klar, Details wie die hereinströmenden Spenden erinnern an typische Muster eines Hollywoodfilms, aber auch das ist doch irgendwie nebensächlich.

      Gefällt 1 Person

      Antwort
      1. Filmschrott

        Ja, schon richtig. Ich denke, Deacon war auch immer derjenige, der sich am meisten aus alle raushielt und mehr „im Hintergrund“ agierte. Deshalb passt das auch schon so. Fand es eben nur etwas schade, dass er neben den anderen dreien eigentlich durchgehend mehr oder weniger unterging. Aber wie gesagt, das ist jetzt auch absolut kein Grund für größere Kritik. Nur ein Punkt, der mir ein bisschen negativ auffiel. Es ist aber dann auch einfach schwer, so eine eher zurückhaltende Figur neben schillernden Persönlichkeiten unterzubringen.

        Klar, die privaten Gespräche kennt niemand und das hat man so auch sehr gut gelöst. Ich meinte da dann die Szene nach der Trennung. Ursprünglich war es ja so, dass Paul die ganzen Sachen in einem Interview rausgehauen hat und Freddie sich deshalb von ihm getrennt hat. Aber auch da, wie gesagt, nix, was man nicht einfach umdrehen kann, um es etwas dramatischer zu gestalten.
        Und auch das mit den Spenden ist natürlich nicht weiter tragisch, ich fand es nur etwas – sagen wir – unrealistisch, weil eben sehr hollywoodesk, was nicht so recht zum Rest des Films passen wollte, wenn man mich fragt. Aber hey, der Film ist eine wunderbare Abhandlung der Band-Geschichte und ich hatte da, wie du, große Befürchtungen, dass man das vergeigt. Also alles top und ich warte schon gespannt auf den Heimkinorelease, damit ich mir den Spaß nochmal im O-Ton geben kann. Wobei auch die Synchro sehr gut war. Aber gerade so ein Film gewinnt natürlich nochmal durch die Originalstimmen.

        Gefällt 1 Person

      2. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Bin da voll bei dir. Mir ist das mit John jetzt nicht so negativ aufgefallen, aber aufgefallen ist es mir auch.
        Irgendwie macht das Queen auch aus, dass jeder so sein konnte, wie er ist. Heute würde auf ein stimmiges Gesamtbild geachtet werden. Damals konnte sich jeder so auf die Bühne stellen, wie er wollte. John dann eben mit kurzen Sporthosen oder kurzärmligem Freizeithemd 😀 .
        Ja, was das Interview angeht, habe ich dich verstanden. Es ist eins von mehreren Beispielen. Wie du schon sagst, das ist einfach dem Spannungsbogen geschuldet. Hier und da sind typische Erzählmuster a la Hollywood vorhanden, aber auch da sind wir uns ja einig. Vielleicht wollte man den Film damit auch gefälliger für Nicht-Fans machen?! Ich bin echt froh, dass er ein breites Publikum anspricht und tatsächlich ins Kino zieht. Brian und Roger bringen Queen immer wieder sehr geschickt ins Spiel, so dass neue Generationen zu ihrer Musik finden.
        Ich hätte den Film auch wahnsinnig gerne im Original gesehen. Das muss noch mal um einiges eindrucksvoller sein. Kann die Bluray nicht bitte noch vor Weihnachten erscheinen? 😀

        Gefällt 1 Person

      3. Filmschrott

        Was ich ja schade finde, ist, dass Brian und Roger nicht noch das ein oder andere Album herausgebracht haben. Was ja viele gerne vergessen, ist, dass es nicht alleine Freddie war, der die Songs geschrieben und vor allem auch gesungen hat. Bis auf John hatte ja jeder da „seine“ Songs auf eigentlich jedem Album und es wäre sicher interessant gewesen, wenn die beiden nochmal gemeinsam was herausgebracht hätten. Hätte ja nicht zwingend unter dem Namen Queen sein müssen.

        Gefällt 1 Person

      4. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Echt, es gibt Menschen, die glauben, nur Freddie hätte Songs geschrieben und gesungen ?!!! 😉 😀
        Grundsätzlich gebe ich dir recht, wobei ja beide auch Soloprojekte haben. Zusammen wäre es natürlich auch super gewesen, aber bitte nicht als „Queen“. Als sie später als Queen auf Tour gingen, konnte ich das überhaupt nicht verstehen. Queen ist nur Queen mit Freddie. Alles andere geht gar nicht!

        Liken

      5. Filmschrott

        Wenn man sich nicht näher mit der Bandgeschichte beschäftigt, kann das schon vorkommen, ja. Ich musste zB einem meiner Kumpels, neulich erklären, dass es nicht Freddie alleine war. Der fand die Songs von denen auch alle klasse, hatte sich aber eben noch nicht näher damit beschäftigt und kannte mehr oder weniger nur die Hits. Und da singt ja immer Freddie.
        Ja, wie gesagt, als Queen wäre das nicht so toll gewesen. Ich fand ja auch die Kombo mit Paul Rodgers eher grauenhaft und auch jetzt mit Adam Lambert ist das irgendwie nix, wenn man mich fragt.

        Gefällt 1 Person

      6. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Naja, ist schon klar. Wir haben ja auch keine Ahnung, ob Justin Biber seine Songs selbst schreibt. Also, ICH weiß das zumindest nicht 😉 😀 .
        Habe gar nicht verstanden, warum Brian und Roger das gemacht haben und habe mir nie angehört, wie es mit Rodgers oder Lambert klingt. Ist für mich ein Frevel.

        Gefällt 1 Person

      7. Filmschrott

        Wenn du mich fragst, schreibt heute fast niemand mehr seine Songs selbst, der populär vertreten ist. Das ganze Musikbusiness ist mittlerweile so durchgetaktet und überproduziert auf den Mainstream ausgelegt, dass man Leute dafür anstellt, den Stars ihre Hits zu schreiben. Ausnahmen dürften da die Regel bestätigen. Aber ich bin da auch kein Experte auf dem Gebiet. Kann das ganze eintönige Gedudel von heute ohnehin einfach nicht ertragen.

        Ja, ich habe mich auch immer gefragt, warum man unbedingt mit anderen Leuten auf Queen-Tour gehen muss. Die beiden zusammen wäre sicher mal ganz lustig gewesen. vielleicht in einer Art lowkey Variante mit einer Mischung aus Musik und Hintergrundgeschichten zu den Songs. Etwas in der Art hat May mal gemacht und das wäre sicher auch zu zweit gegangen und bestimmt extrem unterhaltsam gewesen: https://www.youtube.com/watch?v=TwaTvFUPNeo

        Gefällt 1 Person

      8. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Sehe ich alles genauso. Heutzutage regiert eh nur noch der Kommerz und was der für seichtes Zeug hervorbringt und wer da so hochgejubelt wird, da kann einem schlecht werden.

        Ja, das wäre es bestimmt gewesen. Ich finde es aber insgesamt richtig gut, dass Brian und Roger noch immer präsent und aktiv sind und sich nicht wie John verkriechen.

        Gefällt 1 Person

      9. Filmschrott

        Ja, wobei das ja auch jedem selbst überlassen ist. John hatte vielleicht auch einfach keinen Bock mehr auf den ganzen Rummel um die Band. Und nach Freddies Tod hat er dann wohl einfach die Reißleine gezogen. Ich denke, hätte Queen weiterhin wie ursprünglich bestanden, wäre er auch dabei geblieben.
        Aber es gibt ja auch einfach so Leute, die mit dem ganzen Drumherum nicht klar kommen. Da gibt es ja durchaus Beispiele, wo sich Leute dann aus Bands verabschiedet haben, weil ihnen die ganze Sache zu groß und anstrengend wurde. Das ist ja auch durchaus nachvollziehbar, wenn man zum Teil sieht, was für ein Rummel um manche Leute veranstaltet wird. Und dass das nicht immer gesund für die Beteiligten ist, hat die Geschichte auch mehr als einmal gezeigt.

        Gefällt 1 Person

      10. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Absolut, das war meinerseits auch gar nicht als Kritik gemeint. Alles, was ich damit sagen wollte, ist, dass ich es extrem traurig gefunden hätte, wenn man von keinem von ihnen mehr etwas gehört hätte.

        John war immer der ruhige Pol und introvertierter als die anderen drei. Ich bezweifle, dass es mit ihm einfach so als Queen weitergegangen wäre. Das ist natürlich reine Spekulation, aber ich denke nicht, dass sie sich einfach einen anderen Sänger gesucht hätten oder selbst gesungen hätten und business as usual gemacht hätten.

        Gefällt 1 Person

      11. Filmschrott

        Gerade bei Queen bin ich mir ziemlich sicher, dass die sogar noch eine Weile oben geblieben werden. Die hatten ja immer ein gutes Gespür dafür, mit der Zeit zu gehen und ihren Stil anzupassen. Die 80er konnten sie zwar auch nicht retten, aber das konnte keiner. Ich denke aber, dass sie zumindest über die 90er noch gut dabei gewesen wären, bevor dann vermutlich irgendwann auch ihnen die Ideen ausgegangen wären, weil sich die Musik und das Business dann doch zu sehr geändert hat.

        Gefällt 1 Person

      12. Bette Davis left the Bookshop Autor

        DAS konnte wirklich niemand schaffen, aber zumindest haben sie die 80er weitaus erträglicher gemacht 😉 😀 .
        Ich schätze, da hast du Recht. Ich denke, es wäre halt wie bei den Rolling Stones u.a. gelaufen. Sie hätten ihre treue Anhängerschaft gehabt, die ihre Alben und Konzerttickets immer gekauft hätte, egal ob Otto Normalverbraucher noch mitgegangen wäre und die Charts das widergespiegelt hätten.

        Gefällt 1 Person

      13. Filmschrott

        Ja, sehe ich auch so. Ein paar gute Songs sind dazwischen aber insgesamt haben die mich nie wirklich umgehauen. Da gibt es weitaus bessere. Im Endeffekt waren sie wohl einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort und leben seitdem sozusagen von dem Kult um sie herum.

        Gefällt 1 Person

      14. Filmschrott

        Selbst von denen war ich nie unbedingt großer Fan. Wobei die späteren Beatles, abseits von dem grausigen Früh-Boyband-Image einiges drauf hatten. Und McCartney war/ist ein hervorragender Songwriter.

        Gefällt 1 Person

Möchtest du einen Kommentar verfassen?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.