[Serienkritik] Hohe See, hohe Geheimnis- und Verbrechensrate

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Ende der Vierziger Jahre begeben sich die beiden Schwestern Eva (Ivana Baquero) und Carolina Villanueva (Alejandra Onieva) auf einen Luxusliner von Spanien nach Brasilien. Während der Überfahrt möchte Carolina ihren Verlobten und Besitzer des Schiffs Fernando Fábregas (Eloy Azorín) heiraten, bevor sie in Brasilien ein neues Leben beginnen. Auf der Reise werden sie begleitet von ihrem Onkel Pedro (José Sacristán), dem Arzt und Freund der Familie Doctor Rojas (Pepe Ocio), und Fernandos Schwester und Schwager befinden.
Doch noch bevor die Schwestern ihre Reise antreten können, begegnen sie einer jungen Frau, die vermeintlich auf der Flucht vor einem Mann ist. Ohne recht zu wissen, was sie tun sollen, schmuggeln sie Louisa mit an Bord. Bald stellt sich heraus, dass sie nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Damit ist sie allerdings nicht allein, denn fast alle hüten mehr oder weniger dunkele Geheimnisse.

High Seas ist eine spanische Eigenproduktion von Netflix, deren erste Staffel acht Folgen beinhaltet und am 24. Mai  gestartet ist.

Das Setting und die Kostüme sind wunderschön umgesetzt. Alles strahlt Luxus und Zeitkolorit aus. Man fühlt sich wirklich auf einen Luxusliner mit teurer Ausstattung und vornehmer Kundschaft versetzt. Die Außenaufnahmen wirken zwar stellenweise leicht künstlich, doch stört das nicht, da sie nichtsdestotrotz hochwertig und passend aussehen.

Die Handlung spielt auf begrenzten Raum, die Figuren können sich nicht aus dem Weg gehen. Der ideale Schauplatz, um die Emotionen und Spannungen hochkochen zu lassen. Kitschige Momente werden umschifft, stattdessen ist die Geschichte bis auf wenige Ausnahmen glaubwürdig. Im Mittelpunkt stehen zwar die Schwestern Villanueva und wie sie sukzessive hinter die Geheimnisse ihrer Familienmitglieder kommen (oder auch nicht), dennoch haben die Zuschauer stellenweise einen Wissensvorsprung, weil sie die anderen Figuren auch unabhängig von den Schwestern erleben. Diese Mischung bringt zusätzliche Spannung. An Spannung lässt es die Serie jedoch ohnehin nicht missen. Es gibt viele Wendungen und es lässt sich nur begrenzt vorhersehen, was passieren wird. Es werden Seiten gewechselt, Hintergründe und Verbindungen offengelegt, zwielichtige Dinge geschehen, schicksalhafte oder selbstverschuldete Entwicklungen wirbeln alles wieder durcheinander. Am Schluss jeder Folge nimmt das Tempo zu und neue Fragen schlagen eine Brücke zur nächste Folge.
Die Vielzahl an Personal, das jeweils eigene Geschichten hat, aber auch miteinander verstrickt ist, baut eine ganz eigene Dynamik auf. Irgendwo passiert immer etwas, so dass es nie langweilig wird! Da die Motive der Figuren sich nur langsam enthüllen und vieles nicht so ist, wie es scheint, lassen sich Sympathien nur spärlich verteilen und wechseln manchmal. Den Zuschauern werden viele Anlässe geboten, Mutmaßungen anzustellen, die sich häufig aber nicht bewahrheiten. Letztlich sind die Schwestern die einzig verlässlichen Größen. Die Besetzung ist absolut passend und es macht viel Spaß, den SchauspielerInnen bei der Arbeit zuzusehen. Fans von Velvet können sich außerdem über ein Wiedersehen mit Manuela Vellés und José Sacristán freuen.

Die erste Staffel wartet mit einem offenen Ende auf und öffnet ein neues Kapitel, was folgerichtig ist, da das Schiff Brasilien noch lange nicht erreicht hat.

High Seas sorgt nicht für Seekrankheit, sondern bietet trotz hier und da seichtem Gewässer für stürmische Unterhaltung, ein Setting, in dem man versinken kann, und Personal, dass durch die wechselhaften Gestade führt. Doch genug der Wortspielereien, Die neue spanische Serie ist für alle, die gutgemachte Unterhaltung mit einem ordentlichen Schuss Spannung lieben, empfehlenswert!

7/10 Tickets

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2 Gedanken zu „[Serienkritik] Hohe See, hohe Geheimnis- und Verbrechensrate

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