Wochen(medien)rückblick #85: Einen fröhlichen 1. Advent

Top7

Zuerst möchte ich Euch allen einen schönen ersten Advent wünschen!
Bei uns ist es heute draußen sehr kalt und ich gönne mir den ersten Glühwein, um die innere Wärme herzustellen. Hoffentlich lasst Ihr es Euch ebenfalls gutgehen.

Gelesen:

Versteckte Jahre von Anna Goldenberg ist sehr interessant und so geschrieben, dass man es schnell lesen kann. Sie beschreibt aus ihrer Sicht, die Geschicke ihrer jüdischen Familie während der Nazizeit in Österreich. Das ist mal eine neue Perspektive, da sie auch über ihre Gefühle, Gedanken und ihr Leben als Nachkomme berichtet.

Gesehen:

Was habe ich denn so geguckt?

Nicht gesehen habe ich leider die letzten beiden Freitage Grantchester, werde die Folgen aber natürlich nachholen.

Die neue Folge von Flirty Dancing geschaut. Es ist eine soo schöne Sendung! Ich liebe sie.
Lieben tue ich ebenfalls Carnival Row! Amazon unterbreitete mir das Angebot, eine Woche Prime für 99ct. nutzen zu können. Da ich sehr gespannt auf die Serie bin, konnte ich es nicht ausschlagen. Inzwischen habe ich 6/8 Folgen gesehen und muss feststellen, dass es eines meiner Jahreshighlights ist! Das ist nicht selbstverständlich, da ich etwas skeptisch gegenüber Cara Delevingne und Orlando Bloom war. Nach HdR und Fluch der Karibik habe ich Bloom eher als Freund von Katy Perry wahrgenommen, denn als ernsthaften Schauspieler in guten Filmen oder Serien. Irgendwie war er mir auch immer etwas zu bubihaft, aber ich wurde jetzt echt eines Besseren belehrt.
Und die Serie ist wirklich wirklich toll. So grandios ausgestattet, mit vielen Erzählebenen, spannend, sozialkritisch, überraschend. War erfreut zu lesen, dass die zweite Staffel schon gedreht wird.

Obwohl ich mich mit Carnival Row ranhalten muss, habe ich es noch geschafft, Before we go von und mit Chris Evans zu sehen. I’m not impressed. Leider für mich nicht richtig nachvollziehbar das Ganze.

Gehört:

Beim Plätzchenbacken den neuen SträterBenderStreberg-Podcast gehört sowie Weihnachtslieder von John Legend, die ich auf Youtube aufgestöbert habe. Am besten finde ich bisher:

Richtig schmissig oder auch fetzig, wie man früher so sagte 🙂 .

Gemacht:

Die ersten Fuhren Plätzchen gebacken, aber auch Käsefüße. Wurden auch gleich an die Frau bzw. den Mann gebracht und kamen (wie immer) sehr gut an.
Fotos vom Glitzerschweinchen zur Aktion 22 Wochen – ein Projekt.

Gedacht und Geärgert :

Da gab es ein paar Sachen diese Woche.

Mein Personalausweis ist abgelaufen und so musste ich in die Schlacht ziehen und ihn neu beantragen. Natürlich braucht es dazu neue Passfotos, was an und für sich schon eine Qual ist, da man darauf ja nie, wirklich nie so aussieht, wie man es eigentlich tut. Oder sieht man darauf aus, wie man aussieht, man sieht sich aber selbst nie so? Okay, die Frage bedarf philosophischer Erläuterungen, die ich jetzt nicht vornehmen werde (keine Sorge 😀 ) . Also ließ ich Fotos machen und da ich eine Brille trage, reflektierte das Licht darin etwas. Die Fotografin meinte, das gäbe manchmal Probleme mit den Amtsmitarbeitern, aber sie hätte das geklärt und das wäre alles in Ordnung so. Okay, leider glaubte ich ihr, nur um mich dann mit der Dame vom Amt darüber auseinandersetzen zu können. Ich versuchte es mit der Charmeoffensive und obwohl sie anfangs sehr stumpf und abweisend schien, führte das immerhin dazu, dass sie mir die Kosten für die neuen Fotos erließ. Um diese zu erlangen, musste man ein Gerät bedienen, dass die Fotos sofort online an die Mitarbeiterin weiterleitete. So gut, so schön. Weniger schön war ich allerdings auf den Fotos, denn zum einen mussten die ohne Brille gemacht werden, was für mich sowieso ein ungewohntes Bild ergibt. Zweitens sind die Lichtverhältnisse mies gewesen, drittens habe ich auf allen drei Auswahlbildern entweder erschreckt oder missmutig ausgesehen. Dann muss man sich in Blitzgeschwindigkeit für das am wenigsten hässlichen entscheiden, statt eine weitere Chance zu erhalten, die Fehler auszubügeln. ABER die Online-Unterschrift darf man noch zig-Mal wiederholen .

Ein weiterer Grund, mich ein bisschen aufzuregen, war ein Tweet, in dem jemand fragte, welche Filme man als „hochproblematische guilty pleasure“ hätte und sie selbst nannte, Stolz & Vorurteil. Nun gut, sie hat natürlich nicht spezifiziert, was sie unter hochproblematisch versteht, aber ich nehme mal an, dass es der „Frau sucht Ehemann“-Aspekt sein könnte. Worin könnte sonst die Problematik liegen? Ich habe es zumindest so interpretiert.
Ich liebe nicht nur Jane Austens Bücher, sondern auch die entsprechenden Verfilmungen, sowie generell viele Literaturverfilmungen bzw. Filme, die in früheren Zeiten angesiedelt sind. In der Vergangenheit waren die Zustände nun einmal andere. Ein anderes Rollenverständnis, die Dominanz des „weißen Mannes“, Kriege, Sklavenhandel etc. Sind die Filme deshalb „guilty pleasures“? Für mich nicht. Sie sind ein Blick in eine andere Zeit, eine andere Welt. Wir können sehen, wo die Menschheit herkommt, wie sich Dinge im Laufe der Zeit entwickelt haben. Das heißt ja nicht, dass sie die Zustände gutheißen oder verteidigen. Ich bin durchaus für reflektiertes Handeln und reflektierte Sprache, aber teilweise geht es wirklich in eine bedenkliche Richtung, wenn alles strikt „politisch korrekt“ sein soll. Was ist z.B. mit Monty Python, die anarchisch, politisch inkorrekt und großartig sind? Muss ich mich schuldig fühlen, weil ich sie mag? Darf man Doctor Who bald nur noch mit schlechtem Gewissen (außer die Doktorin) schauen, weil er weibliche Begleiterinnen hat? Das geht mir alles ein bisschen zu weit.

Ich wünsche Euch eine tolle erste Adventwoche mit vielen schönen Momenten!

 

3 Gedanken zu „Wochen(medien)rückblick #85: Einen fröhlichen 1. Advent

  1. nettebuecherkiste

    Also Pride & Prejudice als Guilty Pleasure zu betrachten, finde ich lächerlich. Die Figuren lassen sich ja eben gerade nicht mit dem erstbesten verheiraten, damit sie versorgt sind. Ich vermute, dass da jemand das Buch gar nicht kennt…
    Mochte Carnival Row auch sehr und fand Orlando Bloom schon immer sehr sympathisch. (Das mit Katy Perry habe erst vor ein paar Monaten mitbekommen, hat mich schon gewundert. Für mich ist Bloom der wesentlich vertrautere Promi. Ich weiß nicht mal, wie Perry aussieht, kenne nur den Namen.)

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Mich hat das tatsächlich noch sehr beschäftigt, weil man doch nicht alle Filme/Serien/Bücher, die Themen aus der Sicht einer gewissen Zeit betrachten, die sich von unserer unterscheidet, verdammen kann.
      Für mich ist Orlando Bloom auch der vertrautere Promi und sympathisch fand ich ihn auch durchaus immer, jedoch war er aus meiner Wahrnehmung doch etwas verschwunden. Das „Bubihafte“, das ich ihm unterstellt habe, hat er in Carnival Row auf jeden Fall widerlegt.

      Gefällt 1 Person

      Antwort

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