Medienrückblick April 20

Im Monat 2 des großen C kann ich das Wort wirklich nicht mehr hören und immer wenn ich es tue, springt der kleine Mann aus Das Leben des Brian in einer Ecke meines Gehirns auf und ab und ruft statt „Jehova, Jehova“ „Co….a, Co…a“.

LifeofBrian

And now for something completely different…

Heimkino:

Im April habe ich insgesamt 16 Filme gesehen, womit ich etwas hinter den März zurückgefallen bin. Zum Ende des Monats hatte ich allerdings auch leichte filmische Ermüdungserscheinungen, so dass mich in den letzten Tagen kein Film mehr richtig motivieren konnte, ihn überhaupt sehen zu wollen. Vielleicht lag es auch daran, dass mich zuvor nur wenige Filme richtig überzeugen konnten und einige mäßige Werke dabei gewesen sind.

Meine Flop 3 im April:

The Shape of Water

(Taubstumme verliebt sich in Fischgott)

Ist mir egal, ob der Film Oscars gewonnen hat. Ist mir egal, dass er möglicherweise poetisch, philosophisch oder was auch immer ist, ich mochte ihn nicht. Ja, visuell ist er sehr schön, aber die Handlung ist extrem langweilig und vorhersehbar. Für mich ist die Geschichte aber der Kern und der Motor eines Films (oder Buchs) und auch wenn Ausnahmen die Regel bestätigen, schlägt die Regel in diesem Fall voll zu. Nennt mich einen Kulturbanausen – I don’t care 😀 . Im Übrigen war ich noch nie ein Fan von Sally Hawkins, die für mich immer dieselben Gesichter schneidet, und nach diesem Film weiß ich auch, dass ich nie ein Fan werde.

Elephant

(Amoklauf an einer US-High-School)

Hier erfährt man nichts über die Schüler, die Lehrer, die Hintergründe der Tat, außer dass die Amokläufer eine Hitler-Doku angeguckt haben. Stattdessen sieht man Schüler und Lehrer durch Schulflure laufen und in der Kantine sitzen, später werden sie dort erschossen. Ja, das ist wirklich alles. Erinnert eher an eine Doku, allerdings wäre die dann genauso schlecht.

Paradise Hills

(Aufmüpfige Töchter sollen zu willigen Geschöpfen umerzogen werden)

Gähnend langweilig. Wie in The Shape of Water bekommen wir ein paar schöne Settings und Kostüme zu sehen, aber die Inszenierung ist wieder sehr langeweilig. Vorhersehbar ohnehin. Und das Tempo ist extrem gemächlich. Hätte mir stattdessen insgesamt mehr Subversität gewünscht. Die Aufmüpfigkeit erschöpft sich nämlich darin, den Erwartungen der Verwandtschaft nicht gerecht zu werden und stattdessen dick zu sein oder einen anderen Mann als den von der Familie geplanten heiraten zu wollen.

Top 3:

Once upon a time…in Hollywood

Mir egal, ob es Tarantinos angeblich schlechtester Film ist. Für mich ist es sein bester. Nicht nur, aber auch wegen der Kombi DiCaprio und Pitt. Bei Letztem hat sich für mich ein Kreis geschlossen, denn ich liebe ihn als Tristan in Legenden der Leidenschaft (ja, ich weiß, das ist ein Kitsch-Epos, aber ich liebe den Film einfach) und jetzt liebe ich ihn als Cliff. Dazwischen hat er leider wenig gemacht, was ich wirklich mochte oder überhaupt gesehen habe. Vielleicht ändert sich das jetzt.

Stan & Ollie

Ein Film, der Nostalgie und Freundschaft auf wunderschöne und anrührende Weise miteinander verbindet. Dabei wird die Beziehung von Stan Laurel und Oliver Hardy durchaus mit ihren Auf und Abs gezeichnet. Mich hat der Film sogar zu Tränen gerührt, weil ich die Liebe der Protagonisten zueinander und zur Bühne (ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit) so wunderbar fand.

The Phantom of the Opera at the Royal Albert Hall

Obwohl ich Musicals liebe, gehören die Werke von Andrew Lloyd Webber nicht zu meinen Favoriten. Dank The Show must go on habe ich mir trotzdem Das Phantom angesehen und ich muss sagen, dass es mir sehr gut gefallen hat. Es hat zwar ein paar Längen, aber (natürlich) auch die wohl beeindruckenste Overtüre und viele ikonische Melodien. Die Besetzung und Ausstattung dieser Aufführung sind wirklich opulent und ein Fest für die Augen. Auch hier musste ich am Schluss ein paar Tränen verdrücken. Einerseits wegen des Phantoms, andererseits weil ich unheimlich gerne mal wieder selbst im Theatersessel Platz nehmen würde.

Serien:

Tiger King

Ja, auch ich habe mir diese Doku-Soap angeguckt, anders kann man es wohl nicht nennen. Irgendwie sehr schräg, irre und nur bedingt glaubhaft. Ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll. Aber es war schon sehr unterhaltsam!

Call my Agent

Die ersten beiden Staffeln der französischen Serie über eine Casting-Agentur gefielen mir echt gut. Zwar stellenweise etwas klischeehaft, aber die Figuren waren interessant und glaubwürdig, die Geschichten unterhaltsam. Dass viele französische SchauspielerInnen sich selbst gespielt haben, ist ein tolles Extra.

Bücher:

Magier-Dämmerung Teil 1: Für die Krone von Bernd Perplies

Auch wenn es etwas gedauert hat bis ich in die detailreiche Erzählung hineingefunden habe, hat mir der Roman schließlich doch ganz gut gefallen.

Hörspiele:

Dank eines dreimonatigen Gratis-Abos von Amazon Music Unlimited habe ich die ???-Hörspiele Höhenangst und Der dunkle Wächter sowie die Folge Brickett Bottom aus der Gruselkabinett-Reihe gehört. Am meisten hat mir das erste Hörspiel zugesagt, das zweite war mir etwas zu langatmig und das dritte zu wenig gruselig.

10 Gedanken zu „Medienrückblick April 20

  1. fraggle

    Kulturbanausin! 😉

    Wie gut, dass es keinen Sinn ergibt, darüber zu diskutieren, aber während „Shape of Water“ tatsächlich großartig ist, sind die meisten der oftmals in einem stumpfen Gewaltporno endenden Tarantino-Werke absolut indiskutabel. 🙂

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Vielen Dank, ich trage diesen Titel mit Stolz, wenn ich ihn mir durch meine Meinung zu The Shape of Water, Titanic und Avatar erwerben konnte 😀 😉 . Nein, Shape hat mir außer schönen Bildern weniger als nichts gegeben.
      Den Gewaltexzess am Ende von OUAT hat mir wirklich nicht gefallen, dafür war der Rest super.

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      Antwort
      1. fraggle

        Titanic nicht zu mögen lasse ich durchgehen, Avatar nicht zu mögen ist sogar alternativlos. 😉

        Das Problem bei Tarantino-Filmen ist für mich eben, dass sie immer, aber auch wirklich immer, einen solchen Gewaltexzess enthalten oder sogar ein einziger 120-minütiger Gewaltexzess sind. Beispielsweise ging es mir so mit „Django Unchained“: Entsprechend vorbelastet, habe ich den nur semi-freiwillig gesehen, musste dann aber zugeben, dass ich ihn über weite Strecken richtig gut fand. Irgendwann sagte ich sinngemäß: „Für einen Tarantino-Film ist der ja erfreulich unblutig.“ Da sagte der Gastgeber, der den Film schon kannte: „Abwarten …“ und wenige Minuten später ging es dann rund … 😉

        Vielleicht habe ich auch (mittlerweile) einfach nur ein Problem mit sinnloser Darstellung von Gewalt oder Filmen, bei denen sie als Mittel zum Zweck dient, ich weiß nicht. Aber mit Tarantino bin ich jedenfalls durch. 🙂

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      2. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Vielen Dank für die Absolution. Zumindest in 2 von 3 Dingen 😀 .

        Okay, dann sind wir ja gar nicht so weit auseinander, weil die der vorauseilende Ruf der Gewaltexzesse mich ja auch ewig davon abgehalten hat, auch nur einen Tarantino-Film zu sehen. Bei der Kombi „Hollywood“, „Siebziger“ und Leonardo DiCaprio musste ich allerdings einen Versuch wagen. Wenn man darin den Anteil an Gewalt zum Rest des Films sieht, kann ich das kleine bisschen dann doch verknusen (wenn auch widerwillig) .

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  2. blaupause7

    Am Wochenende gab es The Shape of Water auf Pro Sieben – aber ich habe mich lieber für die romantische Komödie „Was Mädchen wollen“ (doofer Titel) mit Colin Firth entschieden. Der war zwar ebenso vorhersehbar, aber wenigstens amüsant. Junges Mädchen aus Chinatown NY sucht ihren Vater in London… da steppt der Bär bei der Royal Garden Party mit der Queen.

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