Medienrückblick Mai 20

Schon befinden wir uns im Juni und ein weiterer Monat mit viel Medienkonsum ist vorbei. Ich habe in den letzten 31 Tagen vorrangig Filme geguckt. Mein Letterboxd-Account motiviert mich in der Hinsicht total. Außerdem hat Amazon mir hinterhältig einen kostenlosen Prime-Monat offeriert. Statt also 3,99€ Versandkosten zu bezahlen, habe ich gar kein Porto bezahlt und einen Prime-Monat umsonst bekommen. Wer kann dazu schon „Nein“ sagen?! Leider habe ich beim Durchforsten des Angebots festgestellt, dass gar nicht mal soo viele interessante Filme und Serien für mich zu finden sind. Welche Eurer Lieblingsfilme und -Serien sind in Prime enthalten? Wäre sehr dankbar für ein paar Tipps, was ich unbedingt gucken sollte.

Heimkino:

Im Mai habe ich den Ehrgeiz gehabt, mindestens so viele Filme zu sehen, wie der Monat Tage zählt. Ob ich es geschafft habe? Das erfahrt Ihr gleich.

Meine Filmflops des Monats:

By the Sea

(Ehepaar mit Problemen fährt ans Meer und spannert beim jungen Pärchen im Nachbarzimmer.)

Warum hab ich dieses filmische Etwas überhaupt ausgesucht?
Weil ich nach Once upon a time…in Hollywood angefixt war, mehr von Brad Pitt zu sehen. In den letzten Jahren hatte ich ihn und seine Arbeit nämlich nicht wirklich (im wahrsten Sinne des Wortes) auf dem Schirm.  Nachdem ich nun seine Filmografie etwas durchforstet habe, muss ich sagen, dass mich das meiste davon auch nicht besonders anspricht. Schließlich wählte ich als By the Sea. Die Beschreibung war auf der DVD recht neutral gehalten, also warum nicht? Vielleicht verfasse ich noch eine Kritik dazu, denn  dieser Film ist auf so vielen Ebenen seltsam und peinlich gewesen, dass er einen Verriss verdient hätte.

Serenity

(Wirre Story um einen Fischer, seine Ex-Frau und den computerfreakigen Sohn.)

Ach nö. Der Film führt einen in eine völlig andere Richtung, wendet dann mit quietschenden Reifen und, während du schmerzhaft in den Sitz gedrückt und halb vom Sicherheitsgurt stranguliert wirst, erwartet er, dass du in begeisterten Applaus ausbrichst. Nö, ich schnall mich lieber ab.

Permission

(Pärchen, das seit der High-School zusammen ist und bald heiraten will, gibt sich gegenseitig die Erlaubnis, vorher noch mit anderen zu schlafen.)

Anscheinend bietet Dan Stevens für mich so viel Schauwert, dass ich auch eine dröge Story und Dialoge überstehe. Optisch war also nichts auszusetzen, aber das rettet den Inhalt natürlich nicht.

Top-Filme des Monats:

Diesen Monat habe ich stark auf Klassiker abgehoben. Manche kannte ich schon, andere nicht.

Stage Fright

(Angehende Schauspielerin versucht, die Unschuld des Mannes zu beweisen, in den sie verliebt ist. Dieser ist auf der Flucht, nachdem er unter Verdacht geraten ist, den Ehemann seiner Geliebten (Dietrich) umgebracht zu haben.)

Der deutsche Titel Die rote Lola wurde vermutlich aus marketingtechnischen Gründen gewählt und sollte an Marlene Dietrichs berühmteste Rolle in Der blaue Engel erinnern. Zumindest kann ich mir keinen anderen Grund vorstellen, denn inhaltlich hat er nichts mit dem Film zu tun. Hier spielt Marlene nämlich noch nicht einmal die Hauptrolle. Mir hat der Plot wirklich sehr gut gefallen und am Ende wird es richtig spannend.

Zurück in die Zukunft I und II

Ach, ist das lange her gewesen, dass ich die Filme gesehen habe. War mehr als überfällig, mir zwei meiner Alltime-Favourites mal wieder zu Gemüte zu führen. Sie werden wirklich nicht langweilig und ich liebe sie. Teil 2 sogar noch mehr als Teil 1. Der Humor, die Zeitebenen, Michael J. Fox und Christopher Lloyd, die Spezialeffekte, die Querverweise auf Stephen Spielberg. Einfach super!

Harry und Sally

Ein weiterer Klassiker, den ich sehr liebe und immer wieder gucken kann. Was soll man dazu noch groß sagen? Die Dialoge sind einfach gut, die Geschichte realistisch und dennoch romantisch.

Dann gab es noch ein paar Filme, die ich für mich nicht als Tops einordnen würde, die mich aber bewegt haben und die deshalb nicht ungenannt bleiben sollen:

Hotel Mumbai

(Terroranschlagsserie in Indien, im Fokus steht das Attentat auf das Luxushotel Taj Mahal Palace)

Wow, das ist wirklich ein harter, brutaler Film, nicht nur vom Inhalt, sondern auch von seiner psychologischen und emotionalen Wirkung. Mich hat er sehr bewegt und so richtig habe ich mich davon bisher noch nicht lösen können. Er hallt definitiv nach.

Judy

(Biografisches Werk über Judy Garland)

Die Story fand ich etwas dünn, man erfährt wirklich sehr wenig über Garlands Leben. Schade. Nichtsdestotrotz lässt einen Renée Zellwegers Spiel nicht kalt. Von der Seite sieht sie Judy Garland extrem ähnlich. Sonst auch, aber da ist es mehr als krass. Bei der Schlussszene musste ich natürlich die Tränen unterdrücken. Solche Szenen fangen mich doch immer ein, ABER in Anbetracht des vorherigen Verhaltens des Publikums, wirkte sie forciert und hinterließ einen faden Nachgeschmack.

Haus aus Sand und Nebel

(Frau verliert ihr Haus und macht dem Käufer das Leben schwer.)

Die Botschaft dieses Dramas lautet natürlich: Lies deine Briefe und halte Fristen ein. Leider hat die dumme Hauptfigur sich nicht danach gerichtet und ein Drama ohne Ende verursacht. Die dämliche Kuh. Echt! So wie das Ende echt starker Tobak war, so hat es mich zu Tränen gerührt. Herrje, war das heftig. Ben Kingsley ist ein absolut großartiger Schauspieler.

Last but not least, soll außer der Reihe noch Inglorious Bastards erwähnt werden. Ich fand den Film ganz okay, am besten haben mir Christoph Waltz und der Soundtrack gefallen. Insbesondere der Teil, indem sich Shoshanna auf den Kinoabend vorbereitet. Insgesamt hat Tarantinos Werk aber wenig Eindruck auf mich gemacht und auf Til Schweiger hätte ich doch sehr gerne verzichtet.

Habe ich es also geschafft, mindestens 31 Filme zu sehen? Ja, hab ich! Und zwar exakt 32. Im Juni werde ich es aber ruhiger angehen.

Serien:

Zwei Folgen von Zoe’s Extraordinary Playlist gesehen. Irgendwie hat mich die Serie aber nicht so gepackt, dass ich weitergeguckt hätte. Schön war aber, Lauren Graham wiederzusehen.

Drei Folgen von Gerichtsverfahren in den Medien. Die drei Folgen fand ich echt interessant und spannend erzählt. Die vierte war dann aber eher langweilig, deshalb habe ich sie abgebrochen. Auch die Beschreibungen der übrigen drei klangen nicht mehr so interessant, so dass ich sie bisher nicht gesehen habe.

Mein absolutes Highlight (und vermutlich eines des Jahres) war die erste Staffel der Original Twilight Zone. Sehr abwechslungsreich, unterhaltsam, teilweise tiefgründig, makaber, überraschend, inspirierend.

Bücher:

Zu mehr als einem schmalen Buch habe ich es nicht gebracht. Und eigentlich gehört Kiss me in London überhaupt nicht zu meinen favorisierten Genres. Tatsächlich habe ich aus einem einzigen Grund zu dieser Liebesgeschichte gegriffen und der hieß „Les Misérables“. Die beiden Worte reichte aus, es ohne langes Federlesen auszuwählen. Das Umschlagblatt versprach, dass die Protagonisten in Wettstreit um ein Ticket des Londoner Musical treten. Ich Opfer 😀 . Allerdings fiel dieser Teil des Romans ziemlich kurz aus, dafür spielte der Rest rund ums Londoner West End und es kamen weitere Shows darin vor. Zumindest fühlte ich mich ein bisschen in die britische Hauptstadt versetzt, den Plot selbst kann man aber vergessen.

 

6 Gedanken zu „Medienrückblick Mai 20

  1. Shalima Moon

    Versuche gerade im Kopf zu sortieren welche Filme/Serien bei Prime drin sind, vergesse aber bestimmt ein paar wichtige:
    Lohnenswerte Serien sind auf jeden Fall Good Omens und Star Trek:Picard
    Außerdem Lucifer (zumindest die ersten beiden Staffeln, danach wurde es ein bisschen zäh)
    The Marvelous Mrs Maisel ist auch gut
    American Gods ist ziemlich speziel lohnt aber auch nen Blick
    Gut, das wären die spontanen Serien, die es (meines Wissens nach) aktuell bei Prime gibt, die ich empfehlen würde…
    Filme kann ich grad tatsächlich gar nicht sagen, weil die sehr oft wechseln, mal im Paket enthalten und dann wieder nicht

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Vielen Dank für die Tipps!!
      Picard werde ich nicht gucken, weil ich eher negative Stimmen dazu vernommen habe und mir meinen TNG-Picard nicht zerstören lassen möchte 😉 .
      Marvelous Mrs. Maisel habe ich mal reingeguckt, kam aber irgendwie nicht rein. Weiß nicht, ob ich es noch einmal versuchen soll. Die übrigen Serien habe ich mir notiert, mal sehen, ob sie mich ansprechen. 🙂

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      1. Shalima Moon

        Ja, ich hab auch gehört, dass viele Picard nicht mochten. Es ist halt deutlich anders als die bisherigen ST Serien.

        Wenn man mit dem Erzählstil bei Marvelous Mrs. Maisel am Anfang nicht reinkommt, dann wird es auch nicht besser. Fand die zweite Staffel auch noch einmal wesentlich besser als die erste, weil sie episodenhafter erzählt und nicht alles so lang streckt. Aber der Anreiz erst eine Staffel zu gucken, um dann zu sehen, ob einem die zweite besser gefällt, dürfte dann aber doch sehr gering sein 😀

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      2. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Aber wenn ich Star Trek sehe, möchte ich auch Star Trek haben. Da bin ich halt altmodisch 😉 .

        Stimmt, der Anreiz ist nicht so richtig da. Habe mal in die neue Serie Dispatches from Elsewhere reingeguckt, aber da weiß ich auch noch nicht so recht.

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  2. flightattendantlovesmovies

    Die Netflix-Doku habe ich mir letztens auch angeschaut, der fünfte Fall ist noch mal ganz gut, hat mich an den Film „The Accused“ erinnert, wofür Jodie Foster damals ihren ersten Oscar gewann. Der vierte und auch der sechste Fall sind sehr speziell und verworren, wohl mehr was für die Amerikaner, die die Fälle damals miterlebt haben.

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