Medienrückblick Juni ’20

Fotoram.io

Jetzt haben wir schon bald August und ich hattee nicht einmal den Rückblick für den Juni geschrieben 🙂 . Deshalb wird es langsam Zeit und deshalb hab ich es jetzt endlich gemacht.

Heimkino:

Den letzten Monat spendierte mir Amazon ja ein kostenloses Prime-Abo, aber es wurde dort gar nicht viel geboten, was mich angesprochen hätte. Ja, es gab Parasite, aber da der mich inhaltlich nicht besonders interessiert, wollte ich ihn nicht nur wegen seiner Oscars gucken.
Insgesamt sind es trotzdem immerhin 23 Filme geworden, die ich meiner letterboxd-Liste hinzufügen konnte.

Der Juni bot nicht viele Flops, sondern deutlich mehr gute Filme. Es waren jetzt nicht alles Meisterwerke, aber zumindest Sachen, die mich auf die ein oder andere Weise unterhalten haben.
Bei den Flops und Tops führe ich dieses Mal nur Filme auf, die Premieren für mich waren und keine Rewatches.

Die Filmflops des Monats:

Der Prozess wird vertagt:
Ein alter DEFA-Film aus den Fünfzigern oder Sechzigern, in dem ein jüdischer Emigrant nach Deutschland zurückkehrt und den Mann umbringt, der jetzt in seinem ehemaligen Elternhaus lebt und verantwortlich für den Tod der Schwester ist.
Die Geschichte selbst ist nicht besonders ausgefeilt, aber als Zeitdokument ist der Film durchaus sehenswert. Die politische Intention der DEFA wird mehr als deutlich. War also ein Flop, aus dem man dennoch etwas lernen konnte.

7 Days in Hell:
Mockumentary über ein Wimbledon-Finale aus der Hölle, das aus vielen absurden Gründen sieben Tage dauert.
Aufgrund des Ausfalls der regulären Tennissaison bin ich sehr ausgehungert, was ich versucht habe, filmisch auszugleichen. Dieser Film war einer der Versuche, aber der Humor darin war so gar nicht meiner. Viel zu platt. Der einzige Gag, der mich zum Lachen brachte, bestand darin, wie Kit Harrington von der Queen verprügelt wird. Verwunderlich ist allerdings, warum so viele namhafte Leute in diesem Filmchen mitgemacht haben. Wollten Michael Sheen, Serena Williams, John McEnroe, Chris Evert oder Karen Gillian einfach nur zeigen, wie witzig und cool sie sind?

Angel:
Ein junges Mädchen möchte unbedingt eine erfolgreiche Schriftstellerin werden und schafft das auch. Sie verliebt sich in einen Maler, heiratet ihn, hält ihn aus, verliert ihn und stirbt einsam.
Eigentlich fand ich den Film recht unterhaltsam, weil die Hauptfigur zwar nicht besonders sympathisch, aber eigenwillig ist. Die Ausstattung war außerdem ein Augenschmaus. Aber ich nehme dem Film ein paar Aspekte echt übel. Zum einen die holzschnittartige, vorhersehbare Erzählweise, die darin gipfelt, dass die eigenwillige Protagonistin natürlich bestraft werden muss. Zum anderen die schlechten Effekte, die eine echte Frechheit sind, wenn man bedenkt, dass 2005 schon viel mehr möglich gewesen ist.

Top-Filme des Monats:

Darkest Hour:
Churchill und der 2. Weltkrieg mit einem Oscar-prämierten Gary Oldman in der Hauptrolle. Spannende, interessante Geschichtsstunde. Tolle Cinematographie!

Late Night:
Emma Thompson als zynische Late-Night-Host, die kurz vor der Absetzung ihrer Show das Ruder rumreißen will. Hilfe erhält sie dabei von Mindy Kaling.
Ich liebe Emma Thompson und auch hier ist sie wieder großartig. Die Geschichte passt perfekt in unsere Zeit und greift aktuell relevante Themen auf. Unterhaltsam ist es aber auch, keine Angst 🙂 .

Toy Story 4:
Woody tut wieder alles, was in seiner Macht steht, um Dinge geradezurücken, die gar nicht unbedingt gerückt werden müssten, oder doch? Wer weiß das schon so genau. In jedem Fall ist der neue Toy Story ein würdiger Reihenabschluss. Zuckersüß, witzig und anrührend. Damit hat er bei mir Teil 3 wettgemacht, den ich gar nicht mochte.

Ballon:
Zwei Familien wollen mit einem Heißluftballon aus der DDR flüchten. Nach Tatsachen.
Hui, was ist denn da passiert? Tatsächlich hat es ein deutscher Film in meine Tops geschafft! Welch‘ seltenes Ereignis. Die Geschichte wird spannend und dramatisch erzählt. Ausstattung und Kostüme (Perücken eher nicht so) versetzen einen direkt in die damalige Zeit. Man kann sich mit den Figuren identifizieren. Mir persönlich sagte der omnipräsente Klangteppiche nicht zu, der nicht nur an die Netflix-Serie Dark erinnert, sondern gleich wirkt, als wäre er aus bekannten Hollywood-Vorbildern zusammengestückelt worden. Insgesamt orientiert Michael Herbig sich etwas zu offensichtlich am großen amerikanischen Vorbild. Tut dem Gesamteindruck nur wenig abbruch, ist halt nur auffällig.

Serien:

Zwar habe ich mit ein paar Serien auf Amazon geliebäugelt (Little Fires Everywhere, Dispatches from Elsewhere), aber nach kurzem Antesten oder direkt eine Sichtung verworfen. Irgendwie zündete der Funke einfach nicht.
Stattdessen die vierte Staffel von Twilight Zone beendet, in der die Folgen plötzlich doppelt so lang wie bisher waren. Die Zeit wurde jedoch nicht dafür genutzt, komplexere Geschichten zu erzählen. Stattdessen wirken sie aufgeblasen. Inhaltlich waren sie ebenfalls nicht so überraschend und abwechslungsreich wie gewohnt.

Bücher:

Shame on me! Ich konnte mich für kein Buch erwärmen und habe stattdessen lieber einen Film geguckt oder die Twilight Zone besucht.

 Hörspiele:

Die Drei Fragezeichen gehört und zwar die Folgen Höhenangst und Tauchgang ins Ungewisse.

So das war mein Medienrückblick für den Juni. Inszwischen bin ich natürlich schon mittendrin im Juli und der läuft ausgesprochen gut. Soviel sei schonmal verraten 😀 .

8 Gedanken zu „Medienrückblick Juni ’20

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