Medienrückblick Juli ’20: Bewölkt, aber stellenweise sonnig

Fotoram.io

Obwohl der Juli schon eine ganze Weile zurückliegt, möchte ich den Rückblick trotzdem der Vollständigkeit halber noch liefern. Außerdem gab es einige Tops und Flops, die entsprechenden Lob und Tadel erhalten sollen.

Heimkino:

Im Juli habe ich insgesamt 31 Filme geschaut, wovon 15 rewatches waren. Am besten gefielen mir von den Wiederholungen Labyrinth, Toy Story 4, Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga (den ich am Tag davor zum ersten Mal gesehen habe 🙂 ), Liebe hat zwei Gesichter, Frühstück bei Tiffany’s und Gattaca. Überhaupt habe ich im letzten Monat eine gewisse Affinität zu Ethan Hawke entwickelt, den ich im Juni/Juli auch in Before Sunrise und Before Sunset gesehen habe.

Nun zu den Erstsichtungen, die mich leider mehrheitlich enttäuscht haben. Es sind sicherlich ein paar kontroverse Flops geworden, die sonst vielfach auf positive Reaktionen oder sogar Begeisterung stoßen. Also, falls Ihr den ein oder anderen Film gesehen haben solltet, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr Eure Meinung in den Kommentaren teilen würdet.

Die Filmflops des Monats:

Vergiss mein nicht:

Jim Carrey und Kate Winslet treffen sich, verlieben sich, streiten sich bis Kate sich entschließt, ihre Erinnerung an Jim und die gemeinsame Beziehung dank eines medizinischen Verfahrens völlig auszulöschen.

Ich weiß, dieser Film hat für viele Kultcharakter, aber ich habe überhaupt keinen Zugang dazu gefunden. Null, niente. Für mich war er verworren, albern und langweilig.

Knives Out

Vater stirbt offensichtlich keines natürlichen Todes, Verwandtschaft ist hinter dem Erbe her.

Auch in diesem Fall schwimme ich wohl gegen den Strom. Ja, hier ist ein toller Schauspielcast involviert und es war ein irgendwie frischer Zugang zum Who-dunnit-Genre, aber keinesfalls so frisch und frech wie ich erwartet hatte. Vielleicht spielten mir wie so oft überhöhte Erwartungen aufgrund großartiger Kritiken einen Streich. Mag sein, aber auch ohne diese hätte mich der Film nicht wirklich unterhalten. Und dann noch dieses Ko…zen, weil man lügt… Sorry, sowas finde ich nicht witzig, sondern einfach nur ekelig, da ich darauf recht stark reagiere. Ich sag jetzt mal ganz böse, dass es für mich einer der meist überschätzten Filme der letzten Jahre ist. 😀

Fisherman’s Friends

Ein Musikmanager strandet in einem kleinen Dorf, in dem die Fischer gemeinsam Seemannslieder schmettern. Prompt will er sie zum Erfolg führen, was nicht nur von den Männern bezweifelt wird.

Filme dieser Art habe ich schon (zu) viele gesehen und die meisten empfand ich als gelungener. Zwar soll dieser auf realen Personen und Ereignissen basieren (wenn ich das richtig verstanden habe), aber es fühlt sich nicht so an. Das liegt an dem altbekannten und daher total vorhersehbaren Muster, nach dem er gestrickt wurde. Kein Klischee, keine Figur, keine Handlungsstufe wird ausgelassen oder mit Einfallsreichtum gefüllt. Daher fand ich Fisherman’s Friends als extrem einfallslos und langweilig. Erinnerte mich an „Malen nach Zahlen“, müsste in diesem Fall dann aber wohl „Drehen nach Zahlen“ genannt werden.

Ein (un-)möglicher Härtefall

George Clooney ist ein erfolgreicher Scheidungsanwalt, der dafür verantwortlich ist, dass Catherine Zeta-Jones nach ihrer Scheidung finanziell in die Röhre guckt. Daraufhin wendet sie zahlreiche Tricks und Kniffe an, um sich an ihm zu rächen.

Herrje, war das albern und aufgesetzt gespielt. Sollte vermutlich so sein, traf aber nicht mein Humor- , sondern mein Augen-verdreh-Zentrum.

Top-Filme des Monats:

Der Unsichtbare

Elisabeth Moss trennt sich endlich von ihrem übergriffigen Freund Oliver Jackson-Cohen. Doch der ist leider Entwickler und seine neueste Erfindung ist ein unsichtbar machender Anzug. Dementsprechend muss Elisabeth mit allem rechnen.

Wow, wow, wow!  Obwohl man ahnt, wie der Hase läuft (und ich auch einen der großen Twists ahnte), hat Der Unsichtbare mich total mitgerissen und in seinen Bann geschlagen. Richtig, also RICHTIG spannend und atmosphärisch. Vermutlich hätte ich das im Kino gar nicht ausgehalten. Besonders gelungen empfand ich, dass man am Ende selbst an allem zweifelt und damit die Mechanismen einer solch übergriffigen Beziehung widergespiegelt werden. Definitiv mein Highlight des Monats!

Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga

Das Isländische Duo Fire Saga will zum ESC, schafft es auch, muss sich aber mit fehlendem Rückhalt und dem russischen Favoriten rumschlagen.

Mir völlig egal, was man an diesem Film bemängeln kann und will, mich hat er in mein ESC-Fanherz getroffen.
Hier bedaure ich wirklich sehr, dass The Story of Fire Saga kein Kinofilm ist. Es wäre sicher ein tolles und mehr als unterhaltsames Erlebnis, ihn auf der großen Leinwand zu sehen.

Serien:

In der belgischen Netflix-Serie Die 12 Geschworenen müssen eben diese über eine Frau urteilen, die angeblich ihre beste Freundin und ihre eigene Tochter umgebracht haben soll. Man lernt die einzelnen Geschworenen und ihre Familienkonstellationen, ihre Vergangenheit und ihre kennen, während es gilt, die Wahrheit über die Angeklagte zu ergründen.

Die Beschreibung klingt spannender als die Serie tatsächlich ist. Ich fand sie recht klischeehaft und vorhersehbar, die große Auflösung am Schluss konnte ich mir leider auch schon denken und sie wurde obendrein ohne großes Brimborium serviert. Nach all dem Tamtam hätte ich mir definitiv mehr „Schockeffekt“ erhofft. Alles in allem hat sie zwar genug „Sog“ entwickelt, um alle Folge zu gucken, aber die Serie hat durchgehend zuviel versprochen und zu wenig eingelöst.

Bücher:

Ein Buch habe ich gelesen und zwar von Patrick Dewayne Geld kann jeder und du jetzt auch. Nicht ganz so verständlich wie versprochen, da manche Erklärungen Fachbegriffe enthielten, die vorher nicht erklärt wurden. Alles in allem als Einstieg okay, aber es muss durch weitere Lektüre unterfüttert werden.

 Hörspiele:

Zwei Grusel-Hörspiele aus einer Reihe, deren Namen ich vergessen habe. Das erste handelte von einer Frau, die von einem Stalker verfolgt wird. Die gesamte Handlung wird ausschließlich durch Nachrichten auf dem Anrufbeantworter erzählt. Das zweite Hörbuch drehte sich um ein Ehepaar, das Urlaub im Haus eines Bekannten macht. In einem Zimmer befindet sich ein Loch im Fußboden und das scheint ein schlimmes Geheimnis zu verbergen.
Ehrlich gesagt, war ich von keiner der beiden Geschichten sonderlich angetan. Woran das genau lag, kann ich gar nicht näher bestimmen. Vermutlich haben sie einfach nicht meinen Geschmack getroffen.

Kein Hörspiel, aber sehr witzig war World of Lehrkraft. Ich habe mich köstlich amüsiert und Herr Schröder ist auch sehr sympathisch. So einen Lehrer hätte ich gerne gehabt.

Dies war mein Juli in Medien. Viel Sonnenschein, aber auch sehr viele Wolken, die vorbeizogen. Dann warten wir mal, wie der August-Rückblick ausfallen wird.

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