Wunderbare Warenwelt #13: Warum ich Das Verschwinden der Sterne von Kristin Harmel nicht lesen möchte

Heute erhielt ich eine Mail vom Droemer-Knaur-Verlag, der einen neuen Roman ankündigte: Kristin Harmel: Das Verschwinden der Sterne.
Von der Autorin habe ich bisher noch kein Buch gelesen und wie ich anhand der Übersicht ihrer bisherigen Werke feststellen konnte, liegt es daran, dass sie in erster Linie vor allem Herz-Schmerz-Familien-Liebesgeschichte verfasst hat und mir daher nie auffiel.
Ihr neuestes und mir heute in einer E-Mail vom Verlag ans Herz gelegte Buch Das Verschwinden der Sterne klingt von der Beschreibung erstmal nach etwas, das ich lesen würde. Es erzählt das „ergreifende Schicksal“ einer Frau während der Zeit des 2. Weltkriegs erzählen. Dass ist ja in jedem Fall eine Thematik, die mich (wie Ihr unschwer an meinen Rezensionen nachvollziehen könnt) generell sehr interessiert.
Als ich mir jedoch die Inhaltsangabe durchlas, konnte ich es fast nicht glauben. Die erinnert mich nämlich frappierend an die Geschichte von Misha Defonseca. Was ja erstmal unproblematisch sein kann, aber in diesem Fall nicht für mich ist. Denn vor ein paar Monaten habe ich mir die Dokumentation Misha and the Wolves angesehen.
Darin wird Frau Defonsecas Geschichte ebenfalls erzählt, doch die geht folgendermaßen: Frau Defonseca hat ihre Biografie veröffentlicht und damit einen internationalen Bestseller geschaffen. Sie berichtet, als holländisches Kind auf der Suche nach ihren von den Nazis deportierten Eltern durch Halb-Europa gewandert und durch osteuropäische Wälder gestreift zu sein, wo sie von Wölfen „aufgenommen“ worden wäre, u.a. einen Nazi aus Selbstverteidigung getötet hätte, sich ins und aus dem Warschauer Ghetto geschlichen habe… Die Autorin hat sich das allerdings alles nur ausgedacht und u.a. Der Spiegel war an der Enthüllung der Fantasterei beteiligt. Die Dokumentation ist wirklich spannend und ich kann sie nur empfehlen.

Natürlich hat K. Harmel die Geschichte nicht 1 zu 1 übernommen, sondern noch etwas ausgeschmückt, aber das Grundgerüst erscheint mir erstaunlich offensichtliche Ähnlichkeiten zu Frau Defonsecas erdachter Biografie aufzuweisen. Einen Hinweise von Frau Harmel oder dem Knaur-Verlag darauf, sie als Inspiration/Vorbild o.ä. genutzt zu haben, gibt es jedoch nicht. Ich habe zumindest auf der Verlagsseite nichts gefunden. Vielleicht ist die Vorgehensweise okay oder es ist nicht so wie ich denke und ich stelle mich nur an, aber das Ganze bzw. der Gesamteindruck stört mich persönlich fundamental und schon aus diesem Grund würde ich das Buch nicht lesen wollen.

7 Gedanken zu „Wunderbare Warenwelt #13: Warum ich Das Verschwinden der Sterne von Kristin Harmel nicht lesen möchte

  1. Rina

    Ah – hm….Kann ich nachvollziehen. Selbst wenn die Biografie fake ist – ist es eine schon bestehende Geschichte. Da sollte man beim ich sag mal locker „klauen“ doch ehrlich sein.
    Irgendjemand – du – wird die Biografie gesehen haben und es in dem Buch wieder erkennen.
    Ein Hinweis und alles ist gut. Aber so als selbst erfundene Geschichte….schlecht.

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    1. Bette Davis left the Bookshop Autor

      Das Buch ist noch nicht veröffentlicht und meine Meinung gründet sich nur auf dem Klappentext. Wenn sie sich wirklich bei der Biografie bedient haben sollte, finde ich es vor allem nicht gut, dass der Eindruck entstehen könnte, dass es sich doch um eine reale Geschichte, die so möglich sein könnte, handeln könnte. Irgendwie habe ich ein blödes Gefühl bei der ganzen Sache. Selbst wenn nur ein kleiner Teil als Inspiration dient.

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      1. Rina

        Ah – ok….Ist ja kein Problem, wenn man aus wahren Begebenheiten einen Roman schreibt – aber bitt eicht als eigene Idee deklarieren. Das macht mir auch ein ungutes Gefühl.

        Hab ich auch gerade eine Serie gesehen – Chloe – und parallel gibt es noch Inventing Anna – die beiden haben die selbe Grundstory – sind recht gleichzeitig an den Start gegangen – wer hat hier 2x kassiert? Anna hab ich noch nicht gesehen – hab nur gelesen, dass sie wohl sehr ähnlich sind.

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      2. Bette Davis left the Bookshop Autor

        Es ist eine ausgedachte Geschichte, die zuerst als wahr ausgegeben wurde. Nun wird sie vermeintlich zum Roman verarbeitet und gibt Leuten vielleicht den Eindruck, dass sowas doch hätte geschehen können. Hinterlässt bei mir ein komisches Gefühl.

        Von den Serien habe ich auch schon gehört. Darin geht es doch um die Hochstaplerin, die so getan hat als wäre sie Millionärin und dadurch alles mögliche umsonst bekommen hat, oder?

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      3. Rina

        Ach so….hm ja…schon bisschen komisch.

        Bei der Anna-Serie ja – bei Chloe ist es so, dass sie eigentlich den Tod ihrer Freundin verstehen will und sich unter einem Fakeleben in diese Gesellschaft der Schönen und Reichen reinschmuggelt.
        Da soll es wohl ziemliche Parallelen geben….

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      4. Rina

        Ich denke schon. Vielleicht haben sie nicht damit gerechnet, dass man über die Serien stolpert. Wäre ich vielleicht auch nicht, wenn ich nicht hätte wissen wollen, was andere bei Moviepilot über Chloe denken.

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