Archiv der Kategorie: Filme

Besprechung von Filmen und Mini-Serien

[Filmkritik] Dieses Mal ist die Nachbarschaft außergewöhnlich groß

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Nach den Ereignissen von Endgame und dem Blip, der den von Thanos eleminierten Teil der Menscheit wieder zurückgebracht hat, findet die Welt langsam wieder zur Normalität zurück. Auch Peter Parker möchte ein Stück davon. Das Auseinanderbrechen der Avengers und ganz besonders der Tod seines Mentors Tony Stark haben Peter verunsichert. Wie soll es weitergehen? Wenigstens für kurze Zeit, möchte er einfach Teenager sein und auf der anstehenden Klassenfahrt nach Europa den Spider-Man-Anzug und damit seine Superheldenidentität zuhause lassen.
In Venedig angekommen, liegt der Anzug doch im Koffer und noch bevor Peter bis zehn zählen kann, taucht schon Nick Fury auf. Der erklärt, die Welt sehe sich einer neuen Bedrohung gegenüber und Peter müsse seiner Superheldenrolle gerecht werden. Glücklicherweise stehe ihm Quentin Beck bzw. Mysterio zur Seite, dessen Welt von den sogenannten Elementals bereits zerstört wurde. Weiterlesen?

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Trailer-Tipp #20: Achtziger, England, Pakistan und der Boss

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Keine Ahnung, was da plötzlich in der Luft liegt. Entweder sprießen Filme, in denen Musik eine fundamentale Rolle einnimmt, in den letzten zwei, drei Jahren wirklich wie Pilze aus dem Boden oder mein Radar ist seit einiger Zeit stärker darauf eingestellt.  Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem. In jedem Fall sprechen mich viele von ihnen an und ziehen mich ins Kino. Heute möchte ich meine neueste Entdeckung mit Euch teilen und zwar Blinded by the Light.

1987 muss Javed sich in der britischen Kleinstadt Luton nicht nur mit den typischen Schwierigkeiten und Fragen eines Teenagers auseinandersetzen, sondern auch noch mit den Wünschen und Problemen seiner pakistanischen Familie. Dabei möchte er eigentlich nur weg aus dem Kaff und Schriftsteller werden, was natürlich gar nicht im Sinne seines Vaters ist und auch sonst auf wenig Ermutigung trifft. Doch dann tritt Bruce Springsteen in sein Leben. Natürlich in Form seiner Musik, aber deshalb nicht weniger eindrucksvoll.

Ich fühlte mich durch den Trailer direkt in die Achtziger und meine Schulzeit versetzt. Das ist natürlich noch lange kein Grund, Blinded by the Light sehen zu wollen, zeigt aber, wie authentisch er vermutlich geraten ist. Die Geschichte scheint eine gelungene Mischung aus heiter und ernst zu sein, mitreißend und emotional. Die Musik bietet dazu das I-Tüpfelchen und unterstreicht vermutlich die verschiedenen Aspekte fulminant. Zumindest hoffe ich das. Übrigens basiert der Film auf den Erinnerungen des Schriftstellers Sarfraz Manzoor.

Seine Premiere feierte Blinded by the Light auf dem diesjährigen Sundance Festival. In Deutschland startet er voraussichtlich am 20. August 2019.

Werbung, eigentlich aber nur meine subjektive Meinung.

Trailer-Tipp #19: Hinter dem schönen Schein von Hollywood

Judy

 

Hey, I’m back! Mein Computer ist repariert und ich weihe seine Rückkehr mit einem neuen Trailer-Tipp ein.

Es handelt sich um das Biopic Judy, in dem Renée Zellweger die Schauspielerin und Sängerin Judy Garland darstellt. Ich sehe ja sehr gerne alte Filme und darunter waren natürlich auch die ein oder anderen mit Mrs. Garland. Wem der Name nichts sagt, der kann jedoch bestimmt etwas mit Der Zauberer von Oz anfangen, in dem sie die Hauptfigur Dorothy gespielt hat (angeblich begann sie dafür mit Diätpillen, die ihre spätere Abhängigkeit begründeten). Außerdem ist sie die Mutter von Liza Minelli, die in Cabaret ihre Paraderolle gefunden hat. Abgesehen von Klassikern sehe ich ebenfalls sehr gerne Filme, die hinter die Kulissen der Traumfabrik führen und das Leben der Stars beleuchten. Vor einiger Zeit habe ich den Zweiteiler Life with Judy Garland: Me and My Shadows mit Judy Davis und Hugh Laurie gesehen, den ich sehr spannend fand und der sogar fünf Emmys gewonnen hat. Dementsprechend habe ich auch Interesse am neuen Biopic. Im Gegensatz zum Zweiteiler konzentriert sich der aktuelle Film auf die späte Phase ihres Lebens, was Angesichts der Tatsache, dass sie nur 47 Jahre geworden ist, etwas merkwürdig klingt. Im Gegensatz zu Bohemian Rhapsody oder Rocketman spielt die Musik hier aber keine besondere Rolle, sondern es wird straight die (tragische) Geschichte erzählt. Geht man nach dem Trailer (was wir ja momentan müssen), dann könnte Renée Zellweger hier wirklich ihr Meisterstück ablegen. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin gespannt und werde mir Judy auf dem ein oder anderen Weg mit Sicherheit anschauen.

Leider gibt es noch keinen deutschen Starttermin, in Großbritannien wird Judy voraussichtlich am 4. Oktober 2019 in die Kinos kommen. Hoffentlich wird er recht zügig dann auch hier zu sehen sein.

Hinweis auf Werbung, aber eigentlich handelt es sich nur um meine subjektive Meinung.

[Filmkritik] Always be my maybe

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Eigentlich steht für Sasha (Ali Wong) die Hochzeit mit ihrem ebenso gutaussehenden wie erfolgreichen Verlobten Brandon (Daniel Dae Kim) bevor. Allerdings verkündet der plötzlich, es wäre doch toll, vorher noch ein bisschen Zeit getrennt zu verbringen und er wolle das in Asien tun. Es ist mehr als offensichtlich, dass er nicht wirklich wild auf die Hochzeit. Die erfolgreiche Köchin ist froh, sich mit der Eröffnung ein neues Restaurant in ihrer Heimatstadt San Francisco ablenken zu können. Dort trifft sie zufällig Marcus (Randall Park) wieder. Die beiden waren schon als Kinder befreundet, haben aber seit fünfzehn Jahren keinen Kontakt mehr. Im Gegensatz zur zielstrebigen Sasha, lebt Marcus immer noch das unverbindliche Leben eines Teenagers. Nichtsdestotrotz stellt sich schnell die alte Vertrautheit zwischen ihnen ein und vielleicht auch mehr. Weiterlesen?

[Filmkritik] Book Club – Das Beste kommt noch… oder auch nicht

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Vier Freundinnen, die sich regelmäßig zu einem Lesekreis treffen, wählen Fifty Shades of Grey als Lektüre aus und erhoffen sich damit auch etwas Abwechslung von ihrem langweiligen Alltag. Tatsächlich werden sie inspiriert, neue Wege einzuschlagen.
Dianes (Diane Keaton) Ehemann ist gestorben und ihre Töchter planen, dass ihre Mutter zu ihnen zieht. Obwohl Diane sich dazu bereiterklärt, ist sie nicht glücklich mit der Entscheidung. Auf einem Flug lernt sie den smarten Piloten Mitchell (Andy Garcia) kennen und plötzlich tun sich neue Optionen auf. Vivien ist eine unabhängige Geschäftsfrau, die Männer lediglich als unverbindlichen Zeitvertreib wahrnimmt. Als ihr Ex Arthur (Don Johnson) sie umwirbt, möchte sie keinesfalls Gefühle investieren. Sharon (Candice Bergen) ist geschieden und Oberste Richterin. Als ihr Ex-Mann sich mit einer jüngeren Frau verlobt, muss sie schmerzhaft einsehen, dass auch sie sich endgültig von ihm lösen muss. Ermutigt von ihrer Lektüre meldet sie sich bei einem Datingportal an. Auch bei der Vierten im Bunde verfehlt das Buch nicht seine Wirkung. Da Carols (Mary Steenburgen) Ehe in Routine erstickt ist, will sie das alte Feuer bei ihrem Mann Tom (Ed Begley Jr.) wecken.

Hier geben sich die großen Namen die Klinke in die Hand. Der Cast ist wirklich großartig und man sieht jeder und jedem Einzelnen gerne bei der Arbeit zu. Besonders schön ist das Wiedersehen mit Richard Dreyfuss, wenn bedauerlicherweise auch nur in einer sehr kleinen Rolle. Doch machen wir uns nichts vor, eine Herausforderung muss keiner von ihnen meistern. Sie tun einem schon fast leid, dass sie einen so seichten Stoff wegspielen müssen. Hoffentlich haben sie ausreichend Schmerzensgeld erhalten.
Die Rollen bieten allesamt so wenig Persönlichkeit, so wenig Tiefgang und so viele Stereotypen, dass sie nur oberflächlich unterhalten und nur geringe Identifikationsflächen bieten. Diane Keaton bietet abermals eine Variation ihrer selbst, was nicht schlimm wäre, wenn es wenigstens eine interessante wäre. Es scheint, als habe Jane Fonda unbedingt die Rolle der gestylten Geschäftsfrau übernehmen wollen, um indirekt auch hier Werbung für Schönheitsprodukte oder gleich -Operationen zu platzieren.
Hinzukommt, dass jede Rolle absolut erwartungsgemäß und damit konventionell besetzt ist. Es hätte dem Ganzen wirklich gut getan, wenn sie gegen den Strich erfolgt wären. Warum nicht D. Keaton als strenge Richterin? C. Bergen als Witwe mit Neuanfang, M. Steenburgen als toughe Hotelmanagerin und J. Fonda als gefrustete Ehefrau? Es wäre mit Sicherheit viel überraschender und kurzweiliger gewesen. Warum bewegt sich niemand auch nur einen Millimeter aus seiner Komfortzone? Dasselbe lässt sich über jeden Bestandteil des Films sagen. Alles ist brav und vorhersagbar. Jede „Wendung“, jeder Gag lässt sich vorausahnen. Die männlichen Parts rauschen außerdem in einer Art Nummernrevue über die Leinwand. Sie nehmen wenig Raum ein, entwickeln noch weniger Persönlichkeit als die Hauptdarstellerinnen und sind letztlich lediglich Erfüllungsgehilfen. Charmant ist allerdings das Engagement von Don Johnson, dem Vater von Fifty-Shades-of-Grey-Hauptdarstellerin Dakota.

Der Wirkung von Fifty Shades of Grey nachzugehen und auf einen älteren Personenkreis zu übertragen, hat durchaus Potential. An und für sich ist das ja weder abwegig noch verwerflich. Vorausgesetzt die Buchreihe wäre tatsächlich ein integraler Bestandteil von Book Club. Dieses spielt jedoch inhaltlich so gut wie keine Rolle. Sie dient als eine Art Initialzündung für die Protagonistinnen, ihre Situation zu überdenken und neue Wege einzuschlagen. Es fordert die Schauspielriege aber nicht heraus, überraschende, peinliche, pikante Situationen zu meistern. Hier wird das popkulturelle Phänomen lediglich ausgebeutet. Mehr als offensichtlich hofften die Verantwortlichen, dass sich dessen Anziehungskraft auf ihr kleines Unternehmen übertragen würde. Sporadisch erinnert sich Regisseur Bill Holderman zwar an James‘ Werk und baut willkürliche Verweise ein, aber nichts davon trägt maßgeblich zur Entwicklung der Geschichten bei. Die Zuschauer, die die Buchreihe nicht gelesen haben, stört das wohl kaum, verwunderlich ist es aber trotzdem. Die, die sich von der Verbindung haben locken lassen, werden wohl etwas enttäuscht sein.

Dabei ist es keineswegs so, als würde Book Club überhaupt nicht unterhalten. Die Prämisse, dass das Leben sich jederzeit und in jedem Alter ändern lässt, funktioniert natürlich. Im Schlepptau des Erfolgzugs Fifty Shades of Grey zuckelt der Film jedoch auf viel zu konventionellen Schienen hinterher und umgeht konsequent jede unvorhersehbare Abzweigung. Zwar erreicht er nach 104 Minuten sein Ziel, aber nur mit gedrosselter Leistung. Daran trifft leider auch auf das hochkarätige Zugpersonal zu. Deshalb sind als Fahrpreis 5/10 Tickets mehr als ausreichend.

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Trailer-Tipp #18: Es gibt keine Alterbeschränkung für Spaß!

Obwohl Diane Keaton in den letzten Jahren immer wieder eine Version von sich selbst zu spielen scheint, mag ich sie sehr und sehe ihr unheimlich gerne zu. Immer häufiger bespielt sie außerdem Varianten des Themas, dass Alter kein Maßstab ist oder man jederzeit einen neuen Weg einschlagen kann. Das stört mich nicht, denn ich kann die Thesen nur unterschreiben. Zwar überzeugt mich nicht jeder ihrer Filme im selben Maß (Book Club war schon übel), was mich aber ebenfalls nicht davon abhält, jedem neuen Werk erst mal positiv gegenüberzustehen. Und so werde ich mir bestimmt auch Poms (aktuell wird er für Deutschland nicht sehr innovativ als Dancing Queens auf imdb geführt) zu Gemüte führen. Ob im Kino wird sich zeigen. Der Trailer ist vielversprechend, witzig und macht Lust auf ein amüsantes Filmvergnügen. Neben Keaton werden Jacki Weaver, Rhea Perlman, Carol Sutton u.a. dabei sein.

In den USA startet der Film im Mai. In den deutschen Kinos soll er ab dem 27. Juni zu sehen sein.