Archiv der Kategorie: Mehrteiler

Wir müssen reden über: die Serie Liar

Dieser Artikel dreht sich um die britische Miniserie Liar. Es handelt sich aber nicht um eine bloße Serienkritik, da Details diskutiert werden und darum SPOILER unumgänglich sein werden!

Lehrerin Laura Nielson (Joanne Froggatt) wird von Andrew Earlham (Ioan Gruffud), dem Vater eines ihrer Schüler um ein Date gebeten. Da sie sich gerade von ihrem Freund getrennt hat und ein wenig Abwechslung sucht, sagt sie zu. Sie gehen Essen, verstehen sich gut und er begleitet sie noch bis zu ihrer Wohnung. Dort möchte Andrew ein Taxi rufen, stellt aber fest, dass der Akku seines Handys leer ist. Laura bietet ihm an, das Taxi von ihrer Wohnung aus zu bestellen. Während sie warten, beschließen Laura und Andrew, nocht etwas zu trinken. Am nächsten Morgen wacht Laura benommen auf ihrem Bett auf. Sie weiß, Andrew hat sie vergewaltigt. Aber wird ihr jemand glauben, dass der Lungenfacharzt zu so etwas fähig ist? Tatsächlich streitet Andrew entrüstet jeglichen Vorwurf ab. Aber Laura gibt nicht auf, auch nicht als die Polizei ihr nicht helfen kann. Weiterlesen?

Advertisements

Wir müssen reden über: die Serie „A Handmaid’s Tale“ Staffel 1

hmt_03

Wenn man wie ich sowohl an dystopischen Geschichten als auch an emanzipatorischen Themen interessiert ist, kommt man an Der Report der Magd von Margaret Atwood nicht vorbei. Dennoch habe ich es jahrelang versucht, weil mich die Reduzierung von Frauen auf reine Gebärmaschinen als Thema total abgeschreckt hat.

Irgendwann habe ich bin ich im Spätprogramm über die Verfilmung von Volker von Schlöndorf gestolpert. Allerdings hat sie wohl keinen allzu großen Eindruck auf mich gemacht. Vermutlich habe ich den Film nicht einmal zu ende geschaut. Besonders gut kann ich mich nämlich nicht mehr daran erinnern. Viele Jahre sind seitdem vergangen.

2017 wurde Atwoods Roman als Serie adaptiert. Im Zuge dessen ist natürlich auch der Roman wieder in den Fokus getreten und neu aufgelegt worden ist. Natürlich habe ich das mitbekommen, konnte mich aber immer noch nicht aufraffen, ihn zu lesen. Die Serie löste natürlich den gleichen Unwillen bei mir aus, allerdings schien es ohnehin vorerst keine Möglichkeit zu geben, sie zu sehen. Der Zufall half, denn als ich einige Zeit später durchs englische Fernsehprogramm zappte, landete ich auf Channel 4. Ich konnte es kaum glauben, aber da lief tatsächlich die erste Folge. Selbstverständlich musste ich dranbleiben und war tatsächlich sofort gefesselt. Natürlich musste ich nach der Serie dann doch die Romanvorlage lesen. Der Report der Magd hat mich nicht enttäuscht und beschäftigt mich noch heute.

In diesem Artikel möchte ich auf Serie eingehen und mit dem Roman in Beziehung setzen.

Das Folgende richtet sich eher an LeserInnen, die den Roman schon gelesen haben, da milde Spoiler auftauchen können und bestimmte Zusammenhänge angesprochen werden, die nur bei Kenntnis der Geschichte Sinn ergeben.
Den Roman habe ich auf deutsch gelesen, weil mir eine entsprechende gebrauchte Ausgabe günstig in die Hände fiel. Da ich aber vorher die Serie und ihre Figuren kennengelernt habe, hat sich mir der englische Originalname der Hauptfigur „Offred“ stärker eingeprägt als der deutsche. Im Weiteren werde ich deshalb „Offred“ verwenden. Weiterlesen?

[Serienkritik] Netflix: Alias Grace

alias_grace_tv_series-603149677-large

Mit sechzehn wurde das irische Dienstmädchen Grace Marks (Sarah Gadon) schuldig gesprochen, gemeinsam mit dem Stallburschen ihren Herrn Kinnear (Paul Goss) und dessen Haushälterin (Anna Paquin) brutal ermordet zu haben. Im Prozess gab es widersprüchliche Aussagen, Grace behauptete, sich an vieles nicht erinnern zu können. Während ihr vermeintlicher Komplize schließlich hingerichtet wurde, wurde Graces Urteil in eine lebenslängliche Haftstrafe abgeändert.
Zehn Jahre hat die junge Frau nun verbüßt und darf das Gefängnis sogar verlassen, um als Hausmädchen in einem örtlichen Haushalt zu arbeiten. Sie ist sanft, still und fleißig. Und es gibt Menschen, die überzeugt sind, dass die junge Frau unmöglich an einem so grausamen Verbrechen beteiligt gewesen sein kann. Um Argumente für ein Gnadengesuch zu sammeln, wird der Seelenarzt Dr. Simon Jordan (Edward Holcroft) engagiert. Er soll die Delinquentin befragen und herausfinden, was 1843 wirklich geschah. Ist Grace tatsächlich unschuldig, wurde sie vom Stallburschen zur Tat verführt oder hat sie den Mord sogar heimtückisch geplant? Weiterlesen?

Doctor Foster Season 1 – Eine Analyse

Im Gegensatz zu den üblichen Kritiken wird dieser Beitrag Spoiler enthalten, um die Kritikpunkte anhand von Beispiele zu verdeutlichen.

serveimage.jpg

Gemma glaubt eine glückliche Ehe zu führen, muss jedoch feststellen, dass ihr Ehemann Simon sie seit zwei Jahren mit einer Jüngeren betrügt. Nach und nach erkennt sie, dass so gut wie jeder in ihrer Umgebung schon lange von der Affäre weiß. Statt Simon zur Rede zu stellen, schweigt auch sie und versucht, ihre Ehe zu retten. Auch in ihrer Arztpraxis gibt es zunehmend Probleme und sie vergrößern sich, als Gemmas Privat- und Berufsleben kollidieren.

Das fünfteilige BBC-Drama vom Herbst 2015 mit Suranne Jones und Bertie Clavel in den Hauptrollen erhielt hohe Einschaltquoten und zahlreiche positive Kritiken. Deshalb wurde vor kurzem die Produktion einer zweiten Staffel angekündigt.

Einerseits besticht Doctor Foster durch Dialoge und Bilder. Beides wirkt kühl, aber gleichzeitig pointiert und sehr auf das Wesentliche fokussiert. Doctor Foster führt eindrucksvoll vor, wie aus Liebe Hass wird.

Die Besetzung ist passend und glaubwürdig. Auch ihre Arbeit macht sie vorbildhaft. Erzählt wird die Geschichte vor allem aus Gemmas Perspektive. Die Fokussierung auf ihre Person, schlägt sich in zahlreichen Nahaufnahmen nieder. Suranne Jones zeigt eine große darstellerische Bandbreite, wenn sie die unterschiedlichen Seelenzustände ihrer Figur darstellt. Ja, sie ist wirklich der Star der Show.

Andererseits gaukelt die Inszenierung vor, mehr zu sein als die Geschichte schließlich halten kann. Weiterlesen?

Jane Eyre BBC-Vierteiler

JaneEyreBBCJane Eyre wurde als Vierteiler 2006 von der BBC gezeigt. In den Hauptrollen sind Ruth Wilson als Jane und Toby Stephens als Rochester zu sehen.

Die Adaption ist nahe an der Perfektion und weiß wirklich zu begeistern. Es ist sogar eine der besten Literaturverfilmungen überhaupt.

Weiterlesen?