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„Jedes einzelne Buch hat eine Seele…“

„Jedes einzelne Buch hat eine Seele. Die Seele dessen, der es geschrieben hat und die Seele derer, die es gelesen und erlebt und von ihm geträumt haben.“

                                                                             Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes

Es war 2009 und ich griff endlich zu meinem ersten Roman von Carlos Ruiz Zafón. Endlich, weil ich Bestseller gerne meide. Ich traue dem Hype meist nicht und reagiere allergisch auf den subtilen Druck, dies oder jenes lesen zu „müssen“. Doch in diesem Jahr war es endlich soweit. Ich lieh mir Das Spiel des Engels aus. Damals hatte ich keine Ahnung, dass es sich eigentlich um den 2. Band der „Friedhof der vergessenen Bücher“-Reihe handelt. Glücklicherweise ist es jedoch nicht zwingend erforderlich, die Reihenfolge einzuhalten. Was soll ich sagen, ich habe den Roman durchgesuchtet. Danach folgte direkt Der Schatten des Windes (der mein Lieblingsbuch wurde), später weitere seiner Romane. Seine Bücher bedeuten mir viel, ich habe sie erlebt. Sprachlich sind sie für mich wie ein Meer, in das ich hineingehe, gezogen werde, untertauche, durch die Wellen schwimme. Wörter, die mich umfluten, mit sich ziehen. Aus denen ich erst nach der letzten Seite wieder auftauche. Zafóns Sprache, seine Bilderwelten, seine Geschichten wirken auf mich überwältigend, überraschend, geheimnisvoll. Es ist eine ganz eigene Welt, die er geschaffen hat und die für immer einzigartig und etwas ganz Besonderes bleiben wird. Er ist und bleibt mein Lieblingsschriftsteller.

Als ich 2012 erfuhr, dass Carlos Ruiz Zafón anlässlich der Deutschland-Veröffentlichung seines Romans Der Gefangene des Himmels tatsächlich zwei Auftritte absolvieren würde, war mir sofort klar, dass ich dorthin müsste. Gesagt, getan. Im Oktober reiste ich also nach Berlin.
Während der gesamten Veranstaltung konnte ich es nicht glauben, im selben Raum wie der Verfasser dieser tollen Geschichten zu sitzen. Es war surreal. Er beantwortete die Fragen des Moderators, dazwischen las ein Schauspieler aus dem neuen Roman vor. Als endlich die Signierstunde begann, wartete ich fast bist zum Schluss, ehe ich mich einreihte. Zu gerne, wollte ich mich so lange es ging, in seiner Gegenwart aufhalten. Als ich schließlich an der Reihe war und er seine Unterschrift in meinem Buch verewigt hatte, bedankte ich mich bei ihm, dass ich seine wundervollen Bücher lesen darf. Er antwortete, dass er sich bei mir bedanke, dass ich sie lesen würde.
Diese Worte haben mich heute morgen, als ich durch das Radio von seinem Tod erfuhr zum Weinen gebracht und sie erreichen es auch jetzt, während ich dies schreibe. Die Tiefe seiner Persönlichkeit blitzte in diesen Worten kurz, aber für mich glasklar auf. Er hat der Welt etwas so Besonderes geschenkt und immer wenn wir seine Bücher aufschlagen, seine Worte lesen werden, wird dieses Besondere neu für uns auferstehen. Die Nachricht war heute ein Schock, ich war über meine heftige Reaktion selbst verwundert. Über seine Krebserkrankung wusste ich nichts, finde auch nicht, dass es seine Leser etwas anging. Natürlich hätte ich mir noch viel mehr Werke von ihm gewünscht, bin sehr traurig, dass seine Stimme verstummt ist, aber ich bin glücklich über die Werke, die er verfasst hat und die uns so viel sagen und geben.

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Mal etwas zur Abwechslung Tipp #1

Eigentlich bin ich nicht der größte Fan der Musicals von Andrew Lloyd Webber, aber natürlich hat er unbestritten einen besonderen Stellenwert in der Musicalwelt, da er sich für zahlreiche, sehr erfolgreiche Stücke verantwortlich zeichnet.

Nun muss ich aber doch anerkennen, dass der Sir es möglich macht, dass wir jeden Freitag eines seiner Musicals auf Youtube sehen können (vermutlich drückt er höchstpersönlichen den Upload-Knopf 😉 ) . Die Shows gehen um 7 pm GMT „on air“ , was meiner Berechnung nach (verbessert mich sonst gerne) um 20 Uhr ist. Ab dann kann man die Shows/Filmadaptionen 48 Stunden lang abrufen.

Freitag ging das erste Musical mit Joseph And The Amazing Technicolor Dreamcoat auf Sendung und ein paar Stunden habt Ihr jetzt noch, um es Euch zu Gemüte zu führen. Natürlich habe ich auch mal kurz reingeschaut, aber ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. 🙂 Wirkt auf mich ein bisschen wie ein Drogentrip in den 90ern. Tatsächlich handelt es sich auch um die Filmadaption von 1999. Also, ich glaube nicht, dass ich sie mir wirklich ganz anschauen werde. Trotzdem schön, dass man könnte, wenn man wollte 😀 .

Karfreitag folgt passender Weise Jesus Christ Superstar, allerdings dann in einer Bühnenversion, was ich definitiv besser finde als eine filmische Umsetzung. Keine Ahnung, aus welchem Jahr die Show ist, aber Mel C von den Spice Girls spielt Maria Magdalena. Okay, man mag davon halten, was man will 🙂 .
Viel spannender finde ich da die Version des Musicals, die ebenfalls am 10. April zu sehen sein wird und zwar auf ARTE um 22:40 Uhr. Darin spielt Alice Cooper Herodes Antipas und allein das ist doch ein Grund, es sich anzusehen! Außerdem sind John Legend als Jesus Christ, Sarah Bareilles als Maria Magdalena und viele andere dabei.

Dank an Thalia

Da Thalia aus allseits bekannten Gründen vorerst alle Filialen schließt, hat die Buchladenkette ein kleines oder auch großes Trostpflaster bereitgestellt. Es handelt sich um einen 50%-Online-Gutschein auf alle Hörbuch-Downloads. Diese Möglichkeit möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten, denn vielleicht freut sich mancher von Euch gerade jetzt über ein  ent-/spannendes Hörvergnügen. Ihr braucht nur den Gutscheincode 5DUHDD4B33 Weiterlesen?

Serienmittwoch 315: Besondere Filmerlebnisse

Heute mache ich mal bei Corlys Aktion Serienmittwoch mit, da mich die Fragestellung geradewegs angesprungen hat.

Mit welchen Filmen verbindet ihr besondere Erinnerungen und wieso?

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18 Reasons why…ich gegen die Widerspruchslösung bin

Am Donnerstag soll im Bundestag über ein mögliches neues Organspendegesetz debattiert werden. Organspende ist für viele überlebenswichtig und es ist selbstlos und bewundernswert, wenn Menschen sich entscheiden, ihre Organe zu spenden. Ich bin natürlich pro Organspende. Nichtsdestotrotz bin ich gegen eine generelle Organspende mit Widerspruchsregelung, wie Gesundheitsminister Spahn sie vorschlägt.

Dagegen sprechen für mich folgende (nicht nach Prioritäten geordnete) Aspekte:

  1. Der Körper eines Menschen gehört ihm allein! Nur er darf darüber verfügen und darüber bestimmen. Niemand sonst!
  2. Es ist eine extrem erschreckende und beklemmende Vorstellung, dass ein Staat eine so fundamentale Verfügungsgewalt über bzw. Anspruch auf seine BürgerInnen haben soll. Die individuelle Widerspruchsregelung ändert daran nichts, weil der allgemeine Anspruch auf die Bevölkerung ja dennoch bestehen würde. Ich empfinde das als unrechtmäßig, nicht freiheitlich, ja sogar diktatorisch. Sollte es ein entsprechendes Gesetz geben, würde mich das von diesem Land und seinem Staat entfremden. Von dieser Demokratie, die ich immer unterstützt habe.
  3. In Artikel 2 unseres Grundgesetzes heißt es: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.“ Dieses Recht gilt über den Tod hinaus und darf auf keiner Ebene und in keiner Weise angezweifelt oder missachtet werden. Tote können sich nicht mehr wehren und sind sie besonders schützenswert. Eine allgemeine Organspendepflicht wäre also verfassungswidrig.
  4. Frauen kämpfen um ihre Selbstbestimmung mit Slogans wie „Mein Bauch gehört mir.“ Das wäre alles obsolet, wenn der Staat einen so allumfassenden Anspruch auf seine Bevölkerung erheben würde.
  5. Die Entscheidung zur Organspende ist so weitreichend, dass sie aktiv getroffen werden muss und nicht lediglich durch Unterlassung eines Widerspruchs erfolgen darf.
  6. Freiheit ist nicht, einen Widerspruch formulieren zu dürfen, sondern sich für etwas zu entscheiden.
  7. Knapp 10.000 Menschen warten auf ein Organ. Das ist viel, aber man darf deshalb nicht knapp 80 Millionen in Haftung nehmen, sondern muss durch Informationen mehr Organspender rekrutieren.
  8. Es kann nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass jemand, der keinen Widerspruch erhoben hat, dennoch im Fall der Fälle der Organspende zugestimmt hätte. Vielleicht würde er den Einspruch noch fünf Minuten vor seinem Tod erheben, wenn es möglich wäre.
  9. Vielfach wird unterstellt, die Menschen seien zu bequem, sich einen Organspendeausweis zuzulegen. Vermutlich vertraut das neue Gesetz ebenfalls auf diese „Faulheit“, so dass es Menschen zu aufwendig ist, Widerspruch einzulegen oder sie es schlicht vergessen. Sich auf diesem Weg eine so folgenreiche Zustimmung zu erschleichen, ist nicht rechtmäßig.
  10. Es wird beklagt, dass Organspende-Kampagnen zu wenig Menschen bewegen, einen Ausweis auszufüllen. Daraus sollte jedoch kein Argument für das neue Gesetz abgeleitet werden. Stattdessen sollten neue Wege beschritten werden, um Menschen von der Notwendigkeit von Spenden zu überzeugen. Mit Zwang zu arbeiten, weil Argumente nicht fruchten, kann keine Lösung sein.
  11. Angeblich besteht eine große Zustimmung in der Bevölkerung zu diesem Gesetzesentwurf. Es kann allerdings bezweifelt werden, dass diese Menschen alle über einen Organspendeausweis verfügen. Wäre das so, wäre sicher schon viel gewonnen.
  12. Um die Zahl der Organspender zu erhöhen, könnte zudem bei Behördengängen z.B. anlässlich der Verlängerung des Personalausweises oder Reisepass über Organspende informiert werden und gefragt werden, ob jemand Organspender sein möchte und diese Information hinterlegt werden.
  13. Viele Menschen besitzen einen Organspendeausweis. Wenn der Ernstfall eintritt, ist dieser jedoch nicht auffindbar. Die Angehörigen sind vielleicht ebenfalls nicht informiert. So werden mögliche Spender nicht erkannt. Statt einer allgemeinen Pflicht könnten die Organspender zentral gespeichert werden, so dass die Kliniken sich einfach online informieren können.
  14. Organspende ist kostspielig. Kliniken und Spezialisten verdienen damit nicht unerheblich Geld. Der betroffene Mensch soll seine Organe jedoch kostenlos zur Verfügung stellen. Zusätzlich würde ihm durch das neue Gesetz noch das Recht, selbst darüber zu entscheiden, aberkannt werden.
  15. Es wird argumentiert, dass viele europäische Länder bereits über entsprechende Gesetze verfügen. Zum einen heißt nicht, dass die Mehrheit immer recht hat. Zum anderen wird außer Acht gelassen, dass Deutschlands Geschichte uns eine Sonderrolle auferlegt. Dem muss Rechnung getragen werden. In jener Zeit wurde das Wohl des „Volkes“ über das des Individuums gestellt. Menschen verfolgt, weil sie angeblich der „Volksgemeinschaft“ schadeten.
  16. Wer das für Humbug hält, sei auf die Wahlerfolge der AfD verwiesen. Es könnte sein, dass sich die Regierungsverhältnisse irgendwann zu Gunsten dieser Partei wie wandeln. Dann wäre ihnen mit der neuen Gesetzgebung möglich, Menschen, die Widerspruch erhoben haben, unter Druck zu setzen, zu bestrafen oder zu verfolgen. Das mag übertrieben klingen, aber leider ist diese Gefahr in Zeiten von „Todeslisten“ etc. nicht völlig unrealistisch.
  17. Es sind schon Forderungen laut geworden, dass Menschen, die sich nach dem Gesetz dann gegen eine Organspende entscheiden werden, im Bedarfsfall keine Spende erhalten sollen. Dies deutet nicht nur auf eine mögliche Entwicklung wie oben genannt hin, sondern würde Artikel 3 des Grundgesetzes verletzen: „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.“.
  18. Wie sollen Menschen, die nicht im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte sind, ihren Widerspruch formulieren? Wie kann man sich anmaßen, den Willen von Personen zu kennen, die sich nicht äußern können? Da man es nicht kann, darf man ihnen keine Entscheidung aufoktroyieren.

Die Kommentarfunktion wird für diesen Artikeln nicht freigeschaltet, weil die oben genannten Punkte das Ergebnis meiner Überlegungen sind und somit meine ganz persönliche Meinung widerspiegeln. Es sollen lediglich Denkanstösse sein.

Der Heilige Abend

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Die Botschaft von Weihnachten:
Es gibt keine größere Kraft als die Liebe.
Sie überwindet den Hass
wie das Licht die Finsternis.

                                                                          Martin Luther King

Ich wünsche Euch von Herzen

ein frohes, besinnliches und gesegnetes Weihnachtsfest.

Lassen wir die Sorgen, Nöte und Unlogik der Welt für ein paar Stunden hinter uns,

genießen wird die Zeit mit unseren Lieben

und besinnen wir uns auf die wahre Botschaft der Weihnacht:

Frieden auf Erden.