Schlagwort-Archive: 2019

[Filmkritik] Lindenberg! Mach dein Ding!

Lindenberg

Udo wächst in der westfälischen Provinz auf. Eigentlich wollte sein Vater Musiker werden, musste aber nach dem Tod seines Bruders den väterlichen Klempnerbetrieb übernehmen. Seinen Frust ersäuft er mit Schnaps und will seinem Sohn klarmachen, dass die Lindenbergs Verlierer und zu einem Leben als Klempner verdammt sind. Doch der weiß, dass das ganz bestimmt nicht auf ihn zutrifft. Er wird mal ein berühmter Musiker mit eigener Kapelle sein. Er lernt Schlagzeug und kommt schließlich auf Umwegen nach Hamburg. Udo schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch, entwickelt seinen eigenen Stil und tauscht die Drumsticks gegen das Mikrophon.

Machen wir es kurz: Der Film ist super!! Okay, ganz so kurz dann doch nicht: Weiterlesen?

[Filmkritik] Marriage Story (OV)

Marriage Story

Nicole (Scarlett Johansson) und Charlie Barber (Adam Driver) leben mit ihrem Sohn Henry (Azhy Robertson) in New York. Charlie ist ein erfolgreicher Theaterregisseur und leitet eine eigene Theater-Company. Nicole ist Schauspielerin, die als Jugendliche Filme gedreht hat und seit ihrer Heirat ebenfalls in der Theatergruppe arbeitet. Obwohl die immer erfolgreicher wird und jetzt sogar kurz vor dem Sprung an den Broadway steht, kriselt es zunehmend in der Barber-Ehe. Da bekommt Nicole ein Rollenangebot für eine Fernsehserie und ihr wird klar, dass sie eigene Wege gehen will. Charlie glaubt, der Umzug nach Los Angeles sei vorläufig und stimmt zu, er selbst bleibt wegen des neuen Stücks in New York. Obwohl beide vereinbart haben, eine einvernehmliche Trennung ohne Anwälte zu vollziehen, engagiert Nicole an ihrem neuen Wohnort schließlich Nora Fanshaw (Laura Dern). Bei seinem nächsten Besuch erhält Charlie die Scheidungspapiere und der lange und für alle Seiten schmerzhafte Prozess einer Scheidung beginnt. Weiterlesen?

[Rezension] Fiona Davis – Wege ihrer Sehnsucht: Schlicht unterhaltsam

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Die Illustratorin Clara Darden möchte sich im New York der Zwanzigerjahre einen Namen machen. Sie arbeitet als Dozentin in einer Kunstakademie, die in der Grand Central Station untergebracht ist. Außerdem versucht sie, ihre Skizzen an Zeitschriften zu verkaufen. Da Männern jedoch stets der Vorzug gegeben wird, ist es für Frauen schwierig, sich eine Karriere aufzubauen. Doch dann eröffnen ihr zwei neue Bekanntschaften ungeahnte Möglichkeiten.
Fünfzig Jahre später muss sich Virginia Clay nach ihrer Scheidung ein eigenes Leben aufbauen. Dazu braucht die konservative Hausfrau vor allen Dingen eine Arbeit. Doch die ist mit einem Abschluss in Kunstgeschichte und wenig Arbeitserfahrung schwer zu finden. Schließlich landet sie als Praktikantin am Auskunftsschalter der Grand Central Station. Der Bahnhof hat schon bessere Zeiten gesehen. Genauso wie die Kunstakademie, deren verlassenen Räume Virginia eines Tages entdeckt. Dass sie dieses Ereignis zu einem viel größeren Geheimnis führen wird, ahnt sie da noch nicht.  Weiterlesen?

[Rezension] Anna Goldenberg – Versteckte Jahre

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Anna Goldenberg konstruiert in Versteckte Jahre die Lebensgeschichte ihrer Großeltern und deren Familien während der Zeit des Nationalsozialismus. Besonderes Augenmerk liegt auf ihrem Großvater Hansi, der von Josef Feldner, einem Arzt versteckt wurde und so überleben konnte. Später adoptierte der seinen Ziehsohn und sie blieben eng verbunden. Weiterlesen

[Rezension] Robert Harris – Der zweite Schlaf: Der Roman hält, was der Titel verspricht

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Der junge Geistliche Fairfax erhält von seinem Bischof die Aufgabe, sich in einem entlegenen Dorf um die Beisetzung des dortigen Pfarrers zu kümmern. Vor Ort kommen ihm Gerüchte zu Ohren und merkwürdige Vorkommnisse machen ihn hellhörig. War es etwa kein unglückseliger Unfall, der Pfarrer Lacy ereilte? Trachtete ihm jemand nach dem Leben? Existiert vielleicht sogar ein Zusammenhang mit den Artefakten einer untergegangenen Zivilisation, die der Pfarrer sammelte und auch am Unglückstag an einem düsteren Ort suchte? Überbleibsel aus Plastik und Elektroteilen, die genauso wie die Bücher in seinem Besitz von der Amtskirche als blasphemisch verurteilt werden? Weiterlesen?

[Rezension] Philipp Ruch – Schluss mit der Geduld

Schluss mit der Geduld von Philipp Ruch

Schluss mit der Geduld – Jeder kann etwas bewirken – Eine Anleitung für kompromisslose Demokraten

Wer hätte es noch vor einigen Jahren für möglich gehalten, dass eine rechtsradikale Partei Wahlergebnisse von über zwanzig Prozent erreichen könnte? In der (rechte) Verschwörungstheorien auf fruchtbaren Boden treffen? Menschenverachtende Äußerungen zu angeblich legitimen Meinungen mutieren? Ein Attentäter versucht, eine Synagoge zu überfallen, um ein Blutbad anzurichten und zwei Menschen ermordet? Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und macht viele Menschen wütend. Da wäre doch ein Buch, das eine Anleitung bietet, wie jeder Einzelne gegen Rassismus, Demokratiefeindlichkeit, Fanatismus und für Mitmenschlichkeit und Humanismus eintreten kann, genau das Richtige!

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[Rezension] Juan Moreno – Tausend Zeilen Lüge

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Im Dezember 2018 erscheint im renommierten SPIEGEL-Magazin ein Artikel in eigener Sache. Er macht öffentlich, dass der preisgekrönte Journalist Claas Relotius (über 40 Journalistenpreise hat er bekommen) maßgebliche Teile seiner Arbeiten erfunden statt ernsthaft recherchiert hat. Weiterlesen?

[Rezension] Boris Pasternak: Doktor Schiwago (Hörspiel)

Doktor Schiwago Hörbuch

Leicht fällt es nicht, die Handlung von Doktor Schiwago zusammenzufassen. Die äußere Struktur von Boris Pasternaks Roman folgt der Lebensgeschichte seines Titelhelden. Wer die wohl berühmteste Verfilmung kennt, könnte annehmen, dass die große Liebe zwischen ihm und Lara Feodorovna dabei im Zentrum steht. Doch diese ist lediglich ein Puzzlestück von vielen, die gleichwertig nebeneinander stehen. Erst in ihrer Gesamtheit entfaltet sich die ganze Wirkung, denn es werden zahlreiche Schicksale, philosophische und politische Betrachtungen sowie die wechselvolle Geschichte Russlands (Revolutionen, Kriege) zu einem Kaleidoskop der Zeit verbunden.

1958, dem Jahr, in dem Pasternak den Literaturnobelpreis erhalten sollte, ihn jedoch aus politischen Gründen ablehnte, Weiterlesen?

[Rezension] Lucinda Riley: Das Schmetterlingszimmer

Schmetterlingszimmer

Posy wächst in den Vierzigerjahren im imposanten Herrenhaus Admiral House auf. Als ihr Vater als Kampfpilot zurück in den Kriegseinsatz muss, schickt ihre Mutter Posy zur Großmutter in einen anderen Teil des Landes. Dort erfährt das Mädchen schließlich vom Tod ihres Vaters. Statt nach Admiral House zurückkehren zu dürfen, wird Posy in ein Internat geschickt. Jahrelang sieht sie weder ihr Zuhause noch ihre Mutter wieder.
Fünfzig Jahre später ist Posy Witwe und bewohnt das herrschaftliche Anwesen allein. Die Familie ihres nichtsnutzigen Sohns Sam wohnt im nahen Örtchen und ihr jüngster Sohn Nick kehrt nach zehn Jahren aus Australien zurück. Doch er ist nicht der einzige Rückkehrer. Posys ehemalige Jugendliebe Freddie, der ihre Beziehung einst überstürzt beendet hat, läuft ihr wieder über den Weg. Obwohl die alte Sympathie unverkennbar noch vorhanden ist, scheint er eine seltsame Abneigung gegenüber Admiral House zu hegen. Weiterlesen?