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[Rezension] Beurteile nichts nach der Oberfläche

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Zuerst eine Warnung: Bitte lest den Klappentext der deutschen Ausgabe keinesfalls, bevor ihr den Roman gelesen habt. Sie gibt viel zu viel preis und beeinflusst das Lesevergnügen mit Sicherheit fundamental.

Schottland im Jahr 1863:

Die fünfzehnjährige Irin Bessy findet im Herrenhaus Haivers Castle eine Anstellung als Dienstmagd. Obwohl sich das Haus nicht im besten Zustand befindet und viel Arbeit bedeutet, ist das junge Mädchen froh unterzukommen und zudem fasziniert von Hausherrin Arabella. Als die merkwürdige Dinge von ihrer Untergebenen erwartet, z.B. mitten in der Nacht aufzustehen, sich immer wieder von einem Stuhl zu erheben oder ein Tagebuch über ihre Tätigkeiten, ihre Gefühle und Gedanken zu führen, erfüllt die ihrer Arbeitgeberin gerne die Wünsche. Das heißt aber nicht, dass Bessy sich nichts dabei denken würde. Was steckt hinter Arabellas Wünschen? Was ist mit Bessys Vorgängerin geschehen? Aber nicht nur die Herrin von Haivers Castle hat Geheimnisse, auch ihre Dienstmagd ist nicht, was sie vorgibt zu sein. Weiterlesen?

[Rezension] Zwei Esel auf dem Jakobsweg

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Als ein Bekannter davon spricht den Jakobsweg entlang wandern zu wollen, hält Tim Moore das für einen Scherz. Sind Pilger nicht Pestkranke mit speckigen Umhängen aus dem Mittelalter oder Zausel aus Das Leben des Brian? Dennoch setzt sich die Idee in seinem Hinterkopf fest. Da das Vorhaben sowieso schon verrückt zu sein scheint, warum nicht einen Esel zum Begleiter wählen? Und irgendwann stehen Tim und Shinto in Saint-Jean-Pied-de-Port und starten ihren Fußmarsch nach Santiago de Compostela. Weiterlesen?

[Rezension] Ein bedrückendes und gleichzeitig eindrucksvolles Hörerlebnis

1963 hofft Eva Bruhns, dass Unternehmersohn Jürgen endlich um ihre Hand anhält. Auch ihre Eltern, die Wirtsleute des gutbürgerlichen Gasthofs „Deutsches Haus“, freuen sich über die gute Partie ihrer Tochter. Da erhält Eva das Angebot, bei einem großen Prozess in Frankfurt als Übersetzerin mitzuwirken. Obwohl weder ihre Eltern noch Jürgen begeistert sind, nimmt sie an. Fortan übersetzt die junge Frau die Aussagen polnisch sprechender Zeugen in einem der größten und wichtigsten Prozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Welche Bedeutung ihm zuteil wird, ahnt Eva noch nicht, die von dem Ort Auschwitz zuvor noch nie etwas gehört hat. Weiterlesen?

[Hörbuch-Rezension] Harry Mulisch: Das Attentat

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Im Januar 1945 sind die Niederlande von den Deutschen besetzt und der zwölfjährige Anton Steenwijk lebt mit seinen Eltern und Bruder Peter in einem Reihenhaus in Haarlem. Eines Januarabends ertönen in der Straße Schüsse. Durch ein Fenster beobachtet die Familie, wie Nachbar Korteweg und seine Tochter den toten Kollaborateur Fake Ploeg vor ihr Haus bringen. Peter rennt hinaus, um Ploeg zurück vor das Haus der Nachbarn Kortewegs zu bringen. Sie alle ahnen, dass die deutsche Vergeltung brutal ausfallen wird und sich vor allem gegen die richtet, vor deren Tür der Tote gefunden wird. Schon sind die Deutschen da. Peter verschwindet, Anton wird von seinen Eltern getrennt, ihr Haus niedergebrannt. Außer dem Jungen überlebt niemand aus der Familie die Vorgänge. Erst viel später erfährt er, was in jener Nacht genau passiert ist. Weiterlesen?

[Rezension] Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

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Mr. Stevens arbeitet als Butler auf dem Herrensitz Darlington Hall. Hier kennt er sich aus, bei ihm laufen alle Fäden zusammen, er ist pflichtschuldig und ergeben. Viele Jahre hat er dem adeligen Hausherrn gedient, jetzt steht er im Dienst des neuen amerikanischen Besitzers Mr. Farraday.

Der Leser begleiten Stevens auf einer mehrtägigen Reise, deren Ziel es ist, die ehemalige Hausdame Mrs. Kenton zu treffen. Da es schwierig geworden ist, geeignetes Personal zu finden, möchte er sie nach Darlington Hall zurückholen. Während er mit dem Auto durchs Land fährt, erinnert er sich an die vergangenen Dienstjahre. Wir lernen ihn immer besser kennen und sehen, wie er sich in Situationen gegenüber seinem Vater, der Hausdame oder dem Hausherrn Lord Darlington verhalten hat. Er sinniert über seinen Beruf und lässt Ereignisse Revue passieren. Weiterlesen?

[Rezension] Karen Thompson Walker: Ein Jahr voller Wunder

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Es scheint ein ganz normaler Tag zu werden. Natürlich wird er vierundzwanzig Stunden dauern. Natürlich wird die Nacht die hellen Stunden ablösen. Doch dann erklären Wissenschaftler, dass sich die Erde langsamer dreht. Die Tage und Nächte dehnen sich aus. Erst nur wenige Minuten, doch diese werden sich summieren. Anfangs sind die Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen gering, doch sie werden zunehmen. Aber wie genau werden sie aussehen? Wie lange wird es dauern, ehe alles ausgelöscht wird? Julia und ihre Eltern bleibt wie allen anderen nichts anderes übrig als abzuwarten, weiterzuleben, sich anzupassen. Als wäre das nicht mehr als genug muss sich Julia auch noch mit den üblichen Problemen einer Heranwachsenden herumschlagen: Freundschaft, Suche nach Anerkennung und die erste Liebe. Weiterlesen?

[Rezension] Mary Doria Russell: Sperling

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Als im Jahr 2019 außerirdische Signale die Erde erreichen, wartet der Orden der Jesuiten nicht ab, bis eine staatliche Mission zu deren Ursprung aufbrechen soll. Eine Gruppe geeigneter Wissenschaftler rund um den Jesuiten und Linguisten Emilio Sandoz ist schnell gefunden und nach einer Phase gründlicher Vorbereitung bricht der Freundeskreis Richtung Alpha Centauri auf. Vier Jahre dauert die Reise, doch auf der Erde vergehen inzwischen siebzehn Jahre. Dann landen Sandoz und seine Begleiter auf dem Planeten Rakhat und beginnen mit seiner Erkundung.

2059 kehrt der einzige Überlebende der Mission auf die Erde zurück. Emilio Sandoz weist physische wie psychische Verletzungen auf, dennoch muss er sich einer Untersuchung der Vorkommnisse auf Rakhat durch seine Vorgesetzten stellen. Was er zu berichten hat, ist mehr als verstörend. Weiterlesen?