Schlagwort-Archive: Adaption

[Filmkritik] Little Women (2019) mit Spoilern!

Little Women erzählt die Geschichte der vier March-Schwestern zwischen 1861 und 1868 in den USA.

Achtung Spoiler-Kritik!

Mein erster Kontakt mit den Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy war vor vielen Jahren die Verfilmung mit Katherine Hepburn. Ich würde sagen, es ist immer noch mein Lieblingsfilm, aber ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen. Wer weiß, ob es heute noch so wäre.
Auch die Verfilmungen mit Elizabeth Taylor und Winona Ryder kenne ich. Sogar die Miniserie mit Susan Dey und William Shatner (!) musste dran glauben.
Der Geschichte von Louisa May Alcott liegt eine humane Einstellung zugrunde und verbindet viele unterschiedliche Aspekte miteinander, so dass sie immer lohnend für eine Adaption ist. Der neueste Versuch hat mich allerdings sehr enttäuscht. Geahnt hatte ich das zwar, so dass ich nicht ins Kino gegangen bin, aber gehofft, es wäre anders. Unvoreingenommen habe ich mir Little Women nun endlich angesehen. Mein Bauchgefühl trog mich nicht, es fehlt dem Film an zu vielem, um mich zu beeindrucken. Weiterlesen

[Serienkritik] The Haunting of Hill House (OV) (Netflix)

Die Netflix-Serie "Spuk in Hill House" begünstigt Angststörungen.

Als Kinder verloren die fünf Geschwister Crain ihre Mutter Olivia (Carla Gugino) unter mysteriösen und tragischen Umständen. Damals lebte die Familie in Hill House, einem düsteren Anwesen, das die Eltern restaurieren wollten, das aber ein Eigenleben zu haben schien. In dessen Wänden Geister und unheimliche Erscheinungen lauerten. Nach jener Nacht wuchsen die Kinder bei ihrer Tante auf. Von ihrem Vater Hugh (Henry Thomas/Timothy Hutton) haben sie sich entfremdet.
Steven (Paxton Singleton/Michiel Huisman), Shirley (Lulu Wilson/Elizabeth Reaser), Theodora (McKenna Grace/Kate Siegel) und die Zwillinge Nell (Violet McGraw/Victoria Pedretti) und Luke (Julian Hilliard/Oliver Jackson-Cohen) haben danach ganz individuelle und teilweise destruktive Strategien entwickelt, um mit dem traumatischen Geschehen umzugehen. Als Nelly Jahrzehnte später ausgerechnet in Hill House Suizid verübt, müssen sie erkennen, dass ihre Strategien mehr schlecht als recht funktioniert haben und Hill House noch eine Rechnung mit der Familie offen hat.

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[Serienkritik] The Haunting of Bly Manor (OV) (Netflix)

Bly Manor

Vor ungefähr einem Jahr machte die Netflix-Serie The Haunting of Hill House starken Eindruck auf mich. Es brauchte also keinen langwierigen Entscheidungsfindungsprozess, um The Haunting of Bly Manor einzuschalten. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine Fortsetzung von Hill House (das ohnehin in sich abgeschlossen ist), sondern um eine neue Geschichte, die von denselben Machern verantwortet wird. Ebenso wie ihre Vorgängerin basiert die neunteilige Serie, die am 9. Oktober 2020 erschienen ist, auf einer literarischen Vorlage (The Turn of the Screw von Henry James), die allerdings sehr frei ausgelegt und ausgeschmückt wird.

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[Serienkritik] Quicksand – Im Traum kannst du nicht lügen

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Maja sitzt in einer Blutlache, neben sich ein Gewehr. Ihr Lehrer Christer, ihr Freund Sebastian und ihre beste Freundin Amanda sind tot. Kurz darauf stürmt die Polizei das Klassenzimmer und verhaftet Maja.

Quicksand- Im Traum kannst du nicht lügen basiert auf dem gleichnamigen Roman von Malin Persson Giolito und ist die erste schwedische Eigenproduktion von Netflix.

In sechs Folgen begleiten die Zuschauer die achtzehnjährige Maja von der Verhaftung bis zur Urteilsverkündung. Weiterlesen?

[Filmkritik] Ich.Darf.Nicht.Schlafen…gilt auch für die Zuschauer

Filmvorschau

Genre: Thriller, Mystery

Besetzung: Nicole Kidman, Colin Firth, Mark Strong etc.

Produktionsland: USA

Dauer: 92 Min.

Christine wacht jeden Morgen ohne Erinnerung an die letzten zwanzig Jahre auf. Jeden Morgen muss ihr Ehemann Ben ihr erklären, wer er ist und wie ihr gemeinsames Leben aussieht. Jeden Tag ruft der Neurologe Dr. Nash an und informiert sie, dass er ihr behandelnder Arzt ist. Dass sie eine Kamera im Schrank versteckt hat mit der sie neue Erkenntnisse über ihr Leben festhält. Aber nicht nur die Amnesie verunsichert sie, sondern auch die Videos, die sie auf der Kamera findet. Wem kann sie vertrauen? Warum verheimlicht Ben ihr Dinge an die sie sich dank Dr. Nash zu erinnern beginnt? Und warum behandelt der sie ohne das Wissen ihres Mannes? Christine beginnt zu ahnen, dass nichts ist wie es scheint. Weiterlesen?

Tag 12: Die/das 7. DVD/Blu-ray/Video in deinem Regal von rechts

An besagter Stelle steht die UK-Version der DVD von Persuasion aus dem Jahr 1995. Es handelt sich um eine BBC-Adaption des gleichnamigen Romans von Jane Austen.

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Meines Erachtens hat die BBC hiermit eine sehr gute Adaption produziert. Ob es die beste ist, kann ich nicht einordnen, da ich sonst nur noch die Version von ITV aus dem Jahr 2007 gesehen habe. Amanda Root verkörpert Anne Elliot jedoch sehr überzeugend. Auch optisch entspricht sie der Figur. Ein wenig unscheinbar und zurückhaltend. Und auch Ciarán Hinds erfüllt die Anforderungen. Er hat die raue Schale eines Seemanns, der seine tiefe Zuneigung aufgrund verletzter Gefühle nicht zeigen kann/will. Auch gibt es eine starke Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern und das Happy End rührt an.

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Während sich die Jahre der Trennung in Amanda Roots und Cirián Hinds‘ Gesichtern widerspiegelt, sehen Sally Hawkins und Rupert Penry-Jones 2007 doch einfach zu wenig vom Leben gezeichnet aus. Rupert sehe ich sehr gerne in unterschiedlichen Rollen und Captain Wentworth ist keine Ausnahme. Nichtsdestotrotz ist er schlicht „zu schön“ für diese Rolle. Nimmt man ihm ab, jahrelang zur See gefahren zu sein? Ist es glaubwürdig, dass er sich genauso zu Anne Eliott hingezogen fühlt wie umgekehrt? Eher nicht. Und Sally ist sogar eine glatte Fehlbesetzung. Zwar wird sie der Beschreibung der Figur einigermaßen gerecht, andererseits spielt sie Anne Elliot etwas, tja, dröge und leider auch etwas eindimensional. Vielleicht bin ich auch zu streng mit ihr. Denn die arme S. Hawkins hat zumindest für mich ein Handicap. Seit Happy Go Lucky wird sie immer dessen nervige Protagonistin bleiben. Egal in welchem Film sie auftaucht. Anders als beim BBC-Vorgänger entsteht leider auch kaum Chemie zwischen ihr und Rupert und daher wirkt die Liebesgeschichte weniger authentisch und sehr hölzern. Das Ende fällt dementsprechend wenig überzeugend aus. Das hilft nicht unbedingt dabei, einen Film euphorisch zu bewerten. Nichtsdestotrotz teilen sich die beiden Versionen sehr harmonisch ein Regalbrett und für einen Fan von Jane Austen ist ihr Besitz ohnehin Pflicht. Jawohl!

Was ist 31 Tage – 31 Filme? Wer hat’s erfunden? Siehe hier und hier.