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[Hörbuch-Rezension] Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories

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Das Hörbuch Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories enthält vier Geschichten des Autors John Taylor, der damit auf den Spuren von Arthur Conan Doyles berühmtester literarischer Schöpfung wandelt. John Watson erzählt wie schon in den Original-Geschichten von den Fällen des Meisterdetektivs Sherlock Holmes mit dem er befreundet ist und zusammenlebt. Es geht um Diebstähle, Morde und ihre verzwickte Auflösung.

Die Geschichten lassen allesamt das Flair des Vorbilds aufleben. Klassische Bestandteile wie der Besuch eines Klienten, Holmes‘ Eigenheiten und seine Freundschaft zu Watson, der sich mehr als einmal als etwas begriffsstutzig zeigt, sind vorhanden. Die Fälle selbst sind mal mehr mal weniger überzeugend. Ihre Aufklärung ist unterhaltsam, ihre endgültige Lösung jedoch manchmal etwas vorhersehbar. Das lässt sich wohl mitunter schon allein deshalb nicht völlig vermeiden, da es sich nun einmal um Kurzgeschichten mit einer überschaubaren Anzahl von Verdächtigen handelt.

Benedict Cumberbatch als Sprecher ist ein absoluter Gewinn für das Hörbuch. Hat man die Wahl zwischen diesem und dem gedruckten Werk, dann kann man nur zum Kauf des Ersten raten, denn Cumberbatch adelt die Geschichten erst. Er beweist auch in diesem Fall sein Können und seine Routine, Figuren lebendig werden lässt. Er schenkt ihnen mittels verschiedener Dialekte und Artikulationen ganz eigene Persönlichkeiten. Teilweise entsteht fast der Eindruck, einem Hörspiel zu lauschen, weil er dem Ganzen so viel Leben einhaucht.

Alles in allem bietet Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories unterhaltsame, abwechslungsreiche Minuten mit einem wundervollen Benedict Cumberbatch.

4/5 Schreibmaschinen

4Writer

Vielen Dank an Lovelybooks und PenguinRandomHouseUK für die Verlosung des Hörbuchs.

John Taylor, Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories, BBC 2016.

Weitere Rezensionen zu Sherlock Holmes:

Eine Studie in Scharlachrot – Arthur Conan Doyle

Die Welt des Sherlock Holmes

Wir müssen reden über: Doctor Foster Season 1

Im Gegensatz zu den üblichen Kritiken wird dieser Beitrag Spoiler enthalten, um die Kritikpunkte anhand von Beispiele zu verdeutlichen.

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Gemma glaubt eine glückliche Ehe zu führen, muss jedoch feststellen, dass ihr Ehemann Simon sie seit zwei Jahren mit einer Jüngeren betrügt. Nach und nach erkennt sie, dass so gut wie jeder in ihrer Umgebung schon lange von der Affäre weiß. Statt Simon zur Rede zu stellen, schweigt auch sie und versucht, ihre Ehe zu retten. Auch in ihrer Arztpraxis gibt es zunehmend Probleme und sie vergrößern sich, als Gemmas Privat- und Berufsleben kollidieren.

Das fünfteilige BBC-Drama vom Herbst 2015 mit Suranne Jones und Bertie Clavel in den Hauptrollen erhielt hohe Einschaltquoten und zahlreiche positive Kritiken. Deshalb wurde vor kurzem die Produktion einer zweiten Staffel angekündigt.

Einerseits besticht Doctor Foster durch Dialoge und Bilder. Beides wirkt kühl, aber gleichzeitig pointiert und sehr auf das Wesentliche fokussiert. Doctor Foster führt eindrucksvoll vor, wie aus Liebe Hass wird.

Die Besetzung ist passend und glaubwürdig. Auch ihre Arbeit macht sie vorbildhaft. Erzählt wird die Geschichte vor allem aus Gemmas Perspektive. Die Fokussierung auf ihre Person, schlägt sich in zahlreichen Nahaufnahmen nieder. Suranne Jones zeigt eine große darstellerische Bandbreite, wenn sie die unterschiedlichen Seelenzustände ihrer Figur darstellt. Ja, sie ist wirklich der Star der Show.

Andererseits gaukelt die Inszenierung vor, mehr zu sein als die Geschichte schließlich halten kann. Weiterlesen?

[Rezension] John Cleese: Wo war ich noch mal?

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John Cleese, Mitglied der legendären britischen Komikertruppe Monty Python, Jurist, Schauspieler und Autor legt mit „Wo war ich noch mal?“ seine Autobiographie vor.

John Cleese schlägt einen großartig amüsanten, lockeren Plauderton an, der das ein oder andere laute Auflachen zur Folge hat. Weiterlesen?

Tag 12: Die/das 7. DVD/Blu-ray/Video in deinem Regal von rechts

An besagter Stelle steht die UK-Version der DVD von Persuasion aus dem Jahr 1995. Es handelt sich um eine BBC-Adaption des gleichnamigen Romans von Jane Austen.

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Meines Erachtens hat die BBC hiermit eine sehr gute Adaption produziert. Ob es die beste ist, kann ich nicht einordnen, da ich sonst nur noch die Version von ITV aus dem Jahr 2007 gesehen habe. Amanda Root verkörpert Anne Elliot jedoch sehr überzeugend. Auch optisch entspricht sie der Figur. Ein wenig unscheinbar und zurückhaltend. Und auch Ciarán Hinds erfüllt die Anforderungen. Er hat die raue Schale eines Seemanns, der seine tiefe Zuneigung aufgrund verletzter Gefühle nicht zeigen kann/will. Auch gibt es eine starke Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern und das Happy End rührt an.

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Während sich die Jahre der Trennung in Amanda Roots und Cirián Hinds‘ Gesichtern widerspiegelt, sehen Sally Hawkins und Rupert Penry-Jones 2007 doch einfach zu wenig vom Leben gezeichnet aus. Rupert sehe ich sehr gerne in unterschiedlichen Rollen und Captain Wentworth ist keine Ausnahme. Nichtsdestotrotz ist er schlicht „zu schön“ für diese Rolle. Nimmt man ihm ab, jahrelang zur See gefahren zu sein? Ist es glaubwürdig, dass er sich genauso zu Anne Eliott hingezogen fühlt wie umgekehrt? Eher nicht. Und Sally ist sogar eine glatte Fehlbesetzung. Zwar wird sie der Beschreibung der Figur einigermaßen gerecht, andererseits spielt sie Anne Elliot etwas, tja, dröge und leider auch etwas eindimensional. Vielleicht bin ich auch zu streng mit ihr. Denn die arme S. Hawkins hat zumindest für mich ein Handicap. Seit Happy Go Lucky wird sie immer dessen nervige Protagonistin bleiben. Egal in welchem Film sie auftaucht. Anders als beim BBC-Vorgänger entsteht leider auch kaum Chemie zwischen ihr und Rupert und daher wirkt die Liebesgeschichte weniger authentisch und sehr hölzern. Das Ende fällt dementsprechend wenig überzeugend aus. Das hilft nicht unbedingt dabei, einen Film euphorisch zu bewerten. Nichtsdestotrotz teilen sich die beiden Versionen sehr harmonisch ein Regalbrett und für einen Fan von Jane Austen ist ihr Besitz ohnehin Pflicht. Jawohl!

Was ist 31 Tage – 31 Filme? Wer hat’s erfunden? Siehe hier und hier.

Jane Eyre BBC-Vierteiler

JaneEyreBBCJane Eyre wurde als Vierteiler 2006 von der BBC gezeigt. In den Hauptrollen sind Ruth Wilson als Jane und Toby Stephens als Rochester zu sehen.

Die Adaption ist nahe an der Perfektion und weiß wirklich zu begeistern. Es ist sogar eine der besten Literaturverfilmungen überhaupt.

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