Schlagwort-Archive: Berlin

[Rezension] Die berüchtigte Greiferin Stella Goldschlag

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Bevor Peter Wyden und seine Eltern in die USA emigrieren und sich so vor der Ermordung durch die Nationalsozialisten retten konnten, besuchte er in Berlin die Goldschmidt-Schule. Sie war jüdischen Schülern vorbehalten, denn nach dem 15. November 1935 war es ihnen untersagt, öffentliche Schulen zu besuchen. Dort fiel ihm besonders ein blondes Mädchen auf – Stella Goldschlag. Niemand schien sich ihrer Ausstrahlung entziehen zu können. Im Chor stand er neben ihr und versuchte auch sonst, ihr nahe zu sein, doch seine Schüchternheit machte ihm immer einen Strich durch die Rechnung. Weiterlesen?

[Rezension] Blick auf eine untergegangene Welt

Vor Mitternacht

Die dreizehnjährige Gittel lebt mit ihren Eltern in den Niederlanden der Zwanzigerjahre. Immer wenn die Eltern sich streiten, muss die Tochter ihre Koffer packen und mit ihrer Mutter nach Antwerpen ziehen. Gittels Großmutter herrscht dort über eine große Familienschar. Hier gilt es, strenge Regeln zu befolgen und sich mit der nervigen Verwandtschaft herumzuschlagen. Als Bankierstochter Lucie Gittel anbietet, auf dem Flügel der Mardells zu üben, ist das junge Mädchen froh, ihrer engen Welt für ein paar Stunden zu entkommen. Lucie ist fast dreißig und skandalöser Weise noch unverheiratet. Gittel himmelt ihre neue Freundin an und ahnt nicht, dass die ganz eigene Interessen verfolgt. Weiterlesen?

[Rezension] Ursula von Kardorff: Berliner Aufzeichnungen aus den Jahren 1942-1945

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Ursula von Kardorff berichtet in ihren Berliner Aufzeichnungen aus den Jahren 1942 bis 1945 von ihrem Leben während der letzten Kriegsjahre. Ihr Alltag im Nationalsozialismus, die Bombenangriffe, Verluste von Angehörigen und Freunden, ihre Gefühlswelt, die zwischen Ängsten und Lebenslust schwankt, werden anschaulich in Worte gefasst. Die Tochter des Malers Konrad von Kardorff schrieb in jener Zeit für das Feuilleton der Deutsche Allgemeine Zeitung, ihrem teilweise adeligen Freundes- und Bekanntenkreis gehörten auch einige der Offiziere an, die am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt waren. Demzufolge nehmen auch das Attentat und die folgenden Verhaftungen einen großen Raum in Kardorffs Notizen ein. Weiterlesen?

[Rezension] Magrit Delius: Gisela Jacobius – als Jüdin in Berlin

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In mehreren Interviews, welche die Autorin Magrit Delius mit Gisela Jacobius geführt hat, erinnert sich diese an Begebenheiten aus ihrem Leben. Für den vorliegenden 10. Band der Reihe Jüdische Memoiren hat Delius die Interviews gekürzt und zu einem einzigen Bericht in Form eines Gesprächs zusammengefasst. Dieses handelt von Giselas Elternhaus, Kindheit und Jugend, ihrer Zeit im Berliner Untergrund, der Auswanderung nach Israel sowie ihrer Rückkehr nach Deutschland. Weiterlesen?

[Rezension] Marie Jalowicz Simon: Untergetaucht – Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940 – 1945

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Marie Jalowicz ist 19 Jahre alt, als ihr Vater 1941 stirbt und seine Tochter in Berlin zurücklässt. Während nach und nach ihre Verwandtschaft deportiert wird, entscheidet sich die junge Frau, dem Deportationsbefehl nicht zu folgen. Sie will sich retten und leben. Also geht sie in den Untergrund. Immer auf der Suche nach einer Bleibe und Nahrungsmitteln schlägt Marie sich durch. Mal hilft ihr der Zufall, mal ihre rasche Auffassungsgabe und Anpassungsfähigkeit gefährlichen Situationen zu entkommen. Aber auch viele mehr oder weniger vertrauenswürdige Menschen helfen ihr. Einmal schafft sie es sogar bis nach Bulgarien zu reisen, in der Hoffnung über die Türkei nach Israel flüchten zu können. Doch leider muss sie wieder nach Berlin zurückkehren.

Marie Jalowicz Simon hat ihre Erlebnisse fünfzig Jahre später auf 77 Tonbänder festgehalten. Ihr Sohn hat auf dieser Grundlage Untergetaucht verfasst, in dem er ebenfalls seiner Mutter das Wort überlässt. Weiterlesen?

Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt, Rosenthaler Straße 39

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt

Rosenthaler Straße 39

10178 Berlin

täglich geöffnet 10 – 20 Uhr

Es ist ein kalter Tag Anfang Februar. Auf der Rosenthaler-Straße folgen Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger geschäftig ihren Wegen. Diese Ecke ist auch bei Touristen beliebt, da die Hackeschen Höfe in jedem Reiseführer ihren festen Platz haben. Ein Durchgang führt in den Hinterhof der Nummer 39. Wenig später erklimme ich die Treppe zur ehemaligen Blindenwerkstatt, in deren Räumen heute eine Ausstellung etabliert ist. Sind es noch dieselben Stufen, die ihr Inhaber Otto Weidt und seine Angestellten viele Jahrzehnte zuvor benutzt haben?

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