[Rezension] Das Leben und das Schreiben

King

Der Titel Das Leben und das Schreiben ist Programm. Stephen King erzählt, wie er zu einem der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart wurde. Von seiner Kindheit und Jugend über die Collegezeit und dem ersten Treffen mit seiner späteren Ehefrau. Von seinen Anfängen bei der Schülerzeitung, den ersten Veröffentlichungen bis zu den großen Erfolgen wie Carrie oder Shining. Auch sein Dasein als Leser wird beleuchtet. Welche Bücher haben ihn maßgeblich beeinflusst? Welche empfiehlt er? In einem weiteren Teil vermittelt er dem Leser sein Wissen über das Verfassen von Romanen. Welche Dinge jede/r angehende Schriftsteller/in seiner Meinung nach kennen und beachten sollte. Gibt es eine Erfolgsformel?

Das Leben und das Schreiben ist wahrscheinlich nicht der informativste Schreibratgeber, den es derzeit auf dem Markt gibt. Allerdings beabsichtigte King dies auch gar nicht, wie er unumwunden erklärt. Er plaudert einfach aus seinem Leben und streut Tipps und Tricks sowie Erkenntnisse aus seiner Tätigkeit als Autor ein. Manches davon findet sich auch in anderen Ratgebern. Somit sind es weniger die handfesten Tipps, die dieses Buch auszeichnen. Sein Mehrwert liegt darin, dass King seine persönlichen Erkenntnisse und Vorgehensweise darlegt. Auf welche Dinge er beim Schreiben achtet, welche ihm warum wichtig sind. Er beweist, dass Plots nicht minutiös durchgeplant sein müssen, sondern die Fantasie ruhig spontan Kapriolen schlagen darf. Andererseits ermutigt er hoffnungsvolle Aspiranten, ihre Fantasie zu Papier zu bringen. Und darüber hinaus punktet er durch einen humorvollen Schreibstil, der das Ganze zu einem kurzweiligen Lesevergnügen macht.

4 von 5 Schreibmaschinen

4Writer

Stephen King, Das Leben und das Schreiben, Heyne 2011.

[Rezension] Die Tänzerin von Auschwitz

Tänzerin

Paul Glaser besucht mit seiner Frau und einigen Kollegen Krakau. Am dritten Tag wollen sie gemeinsam das ehemalige KZ Auschwitz besichtigen. Doch plötzlich spürt er eine Beklemmung, möchte eigentlich nicht mehr mitgehen. Seine Frau und die Freunde überreden ihn und schließlich steht er vor einem Schaukasten mit unendlich vielen Koffern. Da fällt sein Blick auf einen weit vorne liegenden, der den Namen „Glaser“ trägt.

Paul Glaser ist in einer katholischen Familie aufgewachsen, die wenig Kontakt zu den Verwandten väterlicherseits hat. Nach seinem Erlebnis in Auschwitz begibt er sich auf die Spuren seiner Vorfahren und findet schließlich jüdischen Wurzeln sowie die tragische Lebensgeschichte seiner Tante Roosje. Weiterlesen?