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31 Tage-31 Bücher: Tag 21

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Welches Buch hat dich am meisten bewegt?

Es gibt einige Bücher, die mich auf ihre Weise tiefbewegt haben. Eigentlich sind es meist Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus und Holocaust, die dies vermögen. Da ich sonst so gut wie keine „Erfahrungsberichte“ oder hochemotionalen Werke lese, bedingt es sich wohl von selbst, dass es immer wieder Romane sind, die diese Phase der Geschichte behandeln, die mich dermaßen mitnehmen. Dazu gehören Die Bücherdiebin, Das Lachen und der Tod, Jeder stirbt für sich allein, Adams Erbe oder Das 7. Kreuz. Außer Jeder stirbt für sich allein basieren sie nicht auf historischen Begebenheiten und selbst Hans Falladas Werk ist eine recht freie Auslegung der tatsächlichen Geschehnisse. Aber vielleicht vermittelt gerade die emotionale, verdichtete Darbietung einer Romanhandlung die Ängste, Hoffnungen, das Leben der Betroffenen in jener Zeit auf besondere Art und Weise. Auch Jane Eyre hat mich emotional sehr berührt, weil ich mich teilweise sehr stark darin wiedergefunden habe.

[Tag] Unpopular Opinion Books

Dieser Tag hat mich bei Steffi’s Bücherwelt angelacht. Früher hätte ich den gar nicht mitmachen können. Da waren aktu.elle Lesetrends unerheblich für meine Bücherauswahl. Abgesehen von einer Skepsis gegenüber Massentrends habe ich meist in der Bibliothek oder bei gebrauchten Büchern gestöbert, die Klappentexte gelesen und bei Interesse die Bücher mitgenommen.
Seit ich bei Lovelybooks angemeldet bin, hat sich das ein bisschen geändert. Man ist immer informiert, welche Bücher gerade so aktuell sind, einfach weil viele Leserunden beworben werden. Und durch die Leserunden hat man auch die Möglichkeit, diese Bücher zu gewinnen. Und da habe ich angefangen, mal aktuellere Stoffe zu lesen, die ich sonst, wenn überhaupt, wohl erst Jahre später gefunden hätte. Außerdem habe ich mein Faible für Dystopien wieder entdeckt. Die habe ich tatsächlich schon vor Jahrzehnten gelesen. Dazu gehörten damals Z wie Zacharias“ und Die leere Welt.

Nichtsdestotrotz bin ich was besonders bejubelte Bücher und Reihen angeht, immer noch mehr als skeptisch. Und bei vielen ist das auch begründet, wie ich im Nachhinein immer wieder feststellen konnte. Allerdings muss ich zu ihrer Verteidigung vorbringen, dass ich über eine recht lange Leseerfahrung verfüge, so dass vieles was unerfahrenere Leser vielleicht in Begeisterung ausbrechen lässt, mich nicht mehr vom Hocker haut. Einfach, weil ich es schon in besserer Form kennengelernt habe oder es für mich nicht neu ist. Sehr gute Bücher verwischen die Zielgruppen, aber es gibt eben auch viele, die letztlich doch nur bei der jeweiligen Gruppe funktionieren. Was also für einen jüngeren, unerfahrenen Leser super ist, muss auf mich nicht zwangsläufig denselben Effekt haben.

Lange Rede, kurzer Sinn. Es handelt sich bei den folgenden Antworten, um meine Meinung. Es ist völlig okay, anderer Meinung zu sein und kein Grund für wilde Diskussionen. Der Titel ist Programm. Lange Vorrede. Hier sind endlich die Fragen und Antworten.

1. Ein Buch oder eine Reihe, die sehr beliebt ist, du aber nicht magst.

Da gibt es so einige, die ich aufzählen werde und noch mehr, die dabei sein könnten 🙂 .

Der Marsianer muss genannt werden. Ich kapiere beim besten Willen nicht, was die Leute an diesem „Machwerk“ finden. Es ist öde, die Hauptfigur ist nervig (ein humorloser McGyver) und ist nicht von Anfang an klar, wie es ausgehen wird? Also, wo ist die Spannung? Da schaue ich mir lieber „Cast Away“ mit Tom Hanks an oder lese den Klassiker „Robinson Crusoe“.

Auch die Begeisterung für die Reihe von Der Monstrumologe konnte ich nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich gehöre ich einfach nicht zum Zielpublikum, aber gute Stories sollten eigentlich immer funktionieren.

Ben Aaronovitchs Die Flüsse von London kenne ich, habe die Nachfolger aber nicht weiter verfolgt. Thematisch schien die Reihe genau mein Beuteschema zu sein. Die Realität sah leider anders aus.

Den Hype um Das Schicksal ist ein mieser Vertreter kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Ich fand den Roman ganz okay, aber er bietet doch nichts wirklich Neues. Romane über Krebskranke gab es vorher und wird es nachher geben. Ich habe nicht verstanden, was an diesem Roman so außergewöhnlich gut sein soll.

Auch „Red Rising“ scheint von vielen gemocht zu werden. Für mich ist der Roman bzw. die Reihe ein gaanz billiger Panem-Abklatsch mit Weltraum-Schischi.

2. Ein Buch, das jeder hasst, du aber toll findest.

Keine Ahnung, ob ein Buch, das ich ganz toll finde, von vielen gehasst wird. Wie man ein Buch bewertet, hängt ja vollkommen vom individuellen Geschmack ab. Ob man den Stil eines Autors schätzen kann ebenfalls. Ich liebe Die Bücherdiebin, kenne aber Leute, die es überhaupt nicht mögen und den Stil als „altbacken“ bezeichnen, was ich wiederum nicht nachvollziehen kann. Auch das Buch Das Licht der letzten Tage, das ich zuletzt im Rahmen einer Leserunde von LB lesen konnte, fand viele Kritiker. Dennoch mochte ich es sehr gerne, auch wenn ich die Schwächen deutlich wahrgenommen habe. Es ist eine dystopische Geschichte, die sich nicht an den üblichen Jugendbuch-Dystopie-Klischees orientiert.

3. Ein OTP, das du nicht magst oder eine Dreiecksbeziehung, bei der deiner Meinung nach der Protagonist mit der falschen Person zusammengekommen ist.

Ich lese kaum Liebesromane. Stolz & Vorurteil u.ä. lese ich nicht als solchen, sondern als Klassiker und unter historischen Blickpunkten. Wenn Liebesgeschichten in den Romanen, die ich lese, auftauchen dann nur als ein Teil der Story und nicht als das zentrale Thema. Allerdings gibt es gerade bei den Dystopien die ein oder andere Love-Story. Es scheint nicht ohne zu gehen. Das vorausgeschickt, gefiel mir die Figurenkonstellation bei Ugly nicht. Dass Tally und Shay sich um den Anführer der Abtrünnigen schlagen, war überflüssig und total vorhersehbar. Hat den Gesamteindruck sehr negativ beeinflusst.

4. Ein beliebtes Genre, für das du dich nicht erwärmen kannst, das aber scheinbar jeder sonst mag.

Thriller, Krimis (außer die von Agatha Christie, Arthur Conan Doyle, Alan Bradley), ChickLit (außer der Shopaholic-Romane), Erotik, Horror.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel (außer Erotik und Horror – die lese ich wirklich nie).

5. Ein beliebten Charakter, den du einfach nicht leiden kannst, obwohl ihn/sie jeder mag.

Mal abgesehen vom Protagonisten von Der Marsianer ? Da muss ich wohl Claire und Jamie aus der Outlander-Reihe von Diana Gabaldon wählen. Ja, sorry an alle Fans. Als der erste Band damals veröffentlicht wurde, gab es viele begeisterte Leser. Und da sich das Thema recht interessant anhörte, wünschte ich mir den Roman zu Weihnachten oder Geburtstag. Leider habe ich ihn bekommen, aber nie beendet. Es ging einfach nicht. Ich mochte weder den Stil der Autorin, noch den Plot oder die Charaktere. Absolut nervig. Allesamt. I don’t get it. Ist mir einfach zu viel Liebe, Herzschmerz etc.

7. Ein stilistisches Mittel in Büchern, das du nicht mehr sehen kannst (z.B. die „verschollene“ Prinzessin, der korrupte Herrscher, Dreiecksbeziehungen etc.)

Alle drei Beispiele sind keine Stilmittel. Stilmittel sind z.B. Metaphern, Vergleiche, Allegorien. (Ein bisschen Klugscheißen muss sein. Hat man wenigstens nicht umsonst studiert 😉 ) Und ich gehe definitiv damit konform, dass Dreiecksbeziehungen echt nerven und wirklich kein bisschen innovativ sind. Das ist vielleicht eine geläufige und daher keine spannende Antwort, aber so ist es eben.
Im Übrigen nervt es, dass nach einem erfolgreichen Roman viele abgekupferte Geschichten auf den Markt stürmen. Deshalb kann mich ein Wettkampf zwischen Teenagern in einer dystopischen Zukunft nicht mehr überraschen.

8. Eine beliebte Reihe/Trilogie, an der du – im Gegensatz zu allen anderen – kein Interesse hast. 

Die Selection-Reihe von Kiera Cass werde ich sicher niemals lesen. Ich schaue mir nicht den Bachelor auf RTL an. Wieso sollte ich davon lesen wollen? Im Übrigen lese ich ja wie erwähnt ungern Liebesromane. Da spielt es keine Rolle, ob sie in der Zukunft oder auf einem anderen Planeten oder in Pusemuckel spielen.

9. Eine Buchverfilmung, die du besser findest als das Buch.

Da gab es vor kurzem einen interessante Blogparade, die den Vergleich zwischen Buch und seiner Verfilmung untersucht hat. In meiner Liste tauchte mehr als ein Film auf, den ich besser als seine literarische Vorlage fand.

Um es etwas spannender zu gestalten, nenne ich hier eine Verfilmung, die in meiner Blogparaden-Ausgabe nicht erwähnt wurde. Misery mit Kathy Bates und James Caan kann ich immer wieder schauen. Großartig gespielt und immer wieder unendlich spannend. Sie von Stephen King fand ich hingegen ganz okay, aber ich werde mit seinem Stil wohl nie warm werden