Schlagwort-Archive: Drama

[Serienkritik] Dirty John 2. Staffel: Betty (Netflix)

betty

Am 5. November 1989 betritt Betty Broderick um halb sechs morgens das Schlafzimmer ihres Ex-Ehemanns Daniel T. Broderick III. und seiner zweiten Ehefrau Linda. Sie zückt einen Revolver und erschießt das schlafende Paar. Weiterlesen

[Filmkritik] Elegie der Langeweile mit einem großen Schuss Peinlichkeit: By the Sea

By the SEa

An einem heißen Sommertag fährt ein Sportwagen an der französischen Küste entlang. Irgendwann hält er in einem kleinen Ort und das Ehepaar Vanessa (Angelina Jolie) und Roland (Brad Pitt) steigen aus. Sie ist eine ehemalige Tänzerin, er ist Schriftsteller, beide sind Amerikaner. Sie quartieren sich im örtlichen Hotel ein, das im Vergleich zum restlichen Fischerörtchen ziemlich mondän wirkt. Roland baut seine Schreibmaschine auf und will an einem neuen Roman schreiben. Stattdessen verbringt er die Abende schließlich lieber trinkend in der nächsten Bar, denn nicht nur die Muse weigert sich hartnäckig, ihn zu küssen. Vanessa bleibt währenddessen lustlos im Hotel zurück oder wandert ziellos im Dorf umher. Eines Tages wird die lieblose Monotonie durch ein junges, frisch vermähltes Pärchen durchbrochen, das ins benachbarte Hotelzimmer einzieht. Lea (Mélanie Laurent) und Francois – bitte Häkchen unterm C mitdenken – (Melvil Poupaud ) haben das, was Vanessa und Roland verloren zu haben scheinen: Liebe und Sex. Doch dann entdeckt die Amerikanerin ein Loch in der Wand und kann der Versuchung nicht widerstehen, ihre Nachbarn zu beobachten.

Wer nach dem letzten Satz glaubt, ab dem beschriebenen Moment würde die Geschichte an Fahrt gewinnen, der Weiterlesen?

[Filmkritik] Im Netz der Versuchung oder heute kein Fang

Serenity

Spoiler-frei, dafür mit vielen maritimen Wortspielen 😉 .

Kriegsveteran Baker Dill lebt sehr zurückgezogen auf einer kleinen Insel vor der Küste Floridas. Seine Tage füllt er damit, aufs Meer hinauszufahren, zu fischen und  ab und an Touristen mit auf Angeltour zu nehmen. Häufig hat er finanzielle Probleme, weil er besessen davon ist, einen bestimmten Thunfisch zu fangen und darüber das Geldverdienen vernachlässigt.
Eines Tages reißt ihn die Begegnung mit seiner Ex-Frau aus dieser Routine. Sie will ihn anheuern, nicht nur einen Angelausflug mit ihrem gewalttätigen Ehemann zu unternehmen, sondern diesen dabei auch noch um die Ecke zu bringen. Wenn Baker es nicht für sie tun wolle, dann wenigstens für ihren gemeinsamen Sohn. Der habe sich völlig in sich zurückgezogen und beschäftige sich nur noch mit seinem Computer, um die häusliche Situation zu vergessen. Obwohl Karen ihrem Ex viel Geld bietet, will der anfangs nichts von dem infamen Mordplan wissen. Doch dann lernt Baker besagten Ehemann kennen und der ist tatsächlich noch ätzender als gedacht.

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[Filmkritik] 1917: Ein Krieg, zwei Soldaten, ein Schnitt (Spoiler-frei)

1917

Zur Kritik mit Spoilern geht es HIER.

Am 6. April 1917 werden die zwei jungen britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) auf einen selbstmörderischen Botengang durch die feindlichen Linien geschickt. Wenn sie es nicht innerhalb weniger Stunden schaffen, ein eingeschlossenes Regiment zu warnen, werden 1600 Soldaten in eine Falle der Deutschen geraten und darin umkommen.

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[Filmkritik] 1917: Ein Krieg, zwei Soldaten, ein Schnitt

1917

KRITIK enthält SPOILER

Zur Spoiler freien Kritik geht es HIER.

Am 6. April 1917 werden die zwei jungen britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) auf einen selbstmörderischen Botengang durch die feindlichen Linien geschickt. Wenn sie es nicht innerhalb weniger Stunden schaffen, ein eingeschlossenes Regiment zu warnen, werden 1600 Soldaten in eine Falle der Deutschen geraten und darin umkommen.

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Wir müssen reden über: Doctor Foster Season 1

Im Gegensatz zu den üblichen Kritiken wird dieser Beitrag Spoiler enthalten, um die Kritikpunkte anhand von Beispiele zu verdeutlichen.

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Gemma glaubt eine glückliche Ehe zu führen, muss jedoch feststellen, dass ihr Ehemann Simon sie seit zwei Jahren mit einer Jüngeren betrügt. Nach und nach erkennt sie, dass so gut wie jeder in ihrer Umgebung schon lange von der Affäre weiß. Statt Simon zur Rede zu stellen, schweigt auch sie und versucht, ihre Ehe zu retten. Auch in ihrer Arztpraxis gibt es zunehmend Probleme und sie vergrößern sich, als Gemmas Privat- und Berufsleben kollidieren.

Das fünfteilige BBC-Drama vom Herbst 2015 mit Suranne Jones und Bertie Clavel in den Hauptrollen erhielt hohe Einschaltquoten und zahlreiche positive Kritiken. Deshalb wurde vor kurzem die Produktion einer zweiten Staffel angekündigt.

Einerseits besticht Doctor Foster durch Dialoge und Bilder. Beides wirkt kühl, aber gleichzeitig pointiert und sehr auf das Wesentliche fokussiert. Doctor Foster führt eindrucksvoll vor, wie aus Liebe Hass wird.

Die Besetzung ist passend und glaubwürdig. Auch ihre Arbeit macht sie vorbildhaft. Erzählt wird die Geschichte vor allem aus Gemmas Perspektive. Die Fokussierung auf ihre Person, schlägt sich in zahlreichen Nahaufnahmen nieder. Suranne Jones zeigt eine große darstellerische Bandbreite, wenn sie die unterschiedlichen Seelenzustände ihrer Figur darstellt. Ja, sie ist wirklich der Star der Show.

Andererseits gaukelt die Inszenierung vor, mehr zu sein als die Geschichte schließlich halten kann. Weiterlesen?

[Filmkritik] My old Lady – Eine Erbschaft in Paris

Diviners

Dauer: 104 Min.

Darsteller: Maggie Smith, Kevin Kline, Kristin Scott Thomas

Jahr: 2013

Genre: Drama, Komödie, Romanze

Mathias Gold aus New York erbt von seinem Vater wenige persönliche Dinge und eine Wohnung in Paris. Da die Hauptstadt nicht gerade für ihre günstigen Immobilien bekannt ist, erhofft er sich wenigstens vom Verkauf des Appartements ein hübsches Sümmchen, das seine Geldsorgen beendet. Also nimmt er sein letztes Geld und bucht einen Flug nach Europa.

In Paris muss Mathias feststellen, dass die Wohnung von der 92-jährigen Mathilde und ihrer Tochter Chloé bewohnt wird. Doch leider kann er ihnen nicht kündigen, denn sein Vater hat mit ihr eine sogenannte Immobilienleibrente vereinbart, die es in der Form nur in Frankreich gibt. Statt im Zuge des Verkaufs einmalig eine große Summe zu entrichten, erhält der Vorbesitzer eine monatliche Rente und lebenslanges Wohnrecht. Der Erbe erhält also kein Geld, sondern muss vielmehr der alten Dame 2400€ pro Monat zahlen. Da er sich aber nicht mal ein Hotel leisten kann, erlaubt Mathilde ihm dankenswerter Weise erst mal bei ihnen zu wohnen. Während er nun versucht, eine Möglichkeit zu finden, das Appartement doch noch zu Geld zu machen, erfährt er immer mehr über seine Mitbewohnerinnen, aber auch über seinen Vater und die eigene Vergangenheit. Weiterlesen?

[Filmkritik] Liebe to Go – Die längste Woche meines Lebens

Liebetogo

Genre: Drama/Comedy

Besetzung: Jason Bateman, Olivia Wilde, Billy Cudrup

Produktionsland: USA

Jahr: 2014

Dauer: 86 Min.

Conrad Valmont lebt in den Tag hinein und auf Kosten seiner Eltern. Die sind sehr reich und seit Jahrzehnten auf Weltreise. Eines Tag beschließen sie jedoch, sich scheiden zu lassen und da keiner von beiden den Sohn weiterhin aushalten möchte, sperren sie ihm die Gelder und lassen ihn aus seinem Apartment befördern. Conrad nimmt daraufhin seit langer Zeit wieder die U-Bahn und trifft auf Beatrice. Er glaubt, sich ernsthaft verliebt zu haben. Aber erst mal zieht er bei seinem besten Freund Dylan, einem erfolgreichen Maler, ein. Die Freunde stehen in ständigem Konkurrenzkampf, beneiden einander insgeheim und wären jeweils gerne so wie der andere. Dylan schwärmt Conrad von seiner neuen Flamme vor und bald muss sein Freund erkennen, dass es sich um Beatrice handelt. Der ewige Schürzenjäger und Möchtegern-Autor muss sich zwischen Freundschaft und Liebe entscheiden. Weiterlesen?

[Rezension] Sturmhöhe

Wuthering Heights

Der junge Waise Heathcliff wird von dem alten Gutsbesitzer Earnshaw aufgenommen. Von nun an lebt er zusammen mit dem Sohn Hindley und Tochter Catherine, genannt Cathy, auf dem Gut Wuthering Heights/Sturmhöhe. Während er und Cathy durch eine Art Seelenverwandtschaft verbunden sind, entwickelt sich zwischen ihm und Hindley große Abneigung. Als der Vater Jahre später stirbt, übernimmt sein Sohn alle Besitztümer. Fortan wird Heathcliff wie ein ungebildeter Arbeiter behandelt und noch mehr als zuvor schikaniert. Als Hindleys Frau stirbt und ihn mit seinem Sohn Hareton zurücklässt, verfällt der dem Spiel und dem Alkohol. Allein Cathy macht Heathcliffs Dasein erträglich, doch eines Tages muss er ein Gespräch belauschen, in dem sie eine mögliche Ehe mit ihm aus gesellschaftlichen Gründen rigoros ausschließt. Hals über Kopf verlässt er daraufhin Sturmhöhe. Dies wiederum stürzt Cathy in eine tiefe Krise, hohes Fieber bricht aus und ihre Nerven werden angegriffen, denn Heathcliff bedeutet ihr mehr, als sie sich selbst eingestehen möchte. Nach Jahren ist der ein gemachter Mann. Reich und erfahren kehrt er nach Sturmhöhe zurück. Da er sich Cathy nun ebenbürtig fühlt, möchte er sie für sich gewinnen, muss aber feststellen, dass sie bereits verheiratet ist. Obwohl sie sich ihrer Liebe zu ihm sehr wohl bewusst ist, lehnt sie es ab, ihren Mann zu verlassen. Schon aus moralischen und gesellschaftlichen Gründen ist sie nicht gewillt, ihre Ehe aufzugeben. Heathcliff sinnt fortan auf Rache und beschwört damit dramatische Ereignisse, denen niemand entkommen kann.

Den Plot von Sturmhöhe kann auf die einfache Formel „Rache und Sterben“ herunter gebrochen werden. Weiterlesen?

[Filmkritik] Die Legende vom Ozeanpianisten

Ozeanpianisten

Genre: Drama

Besetzung: Tim Roth, Mélanie Thierry, Bill Nunn u.a.

Produktionsland: Italien

Produktion: Siarló, Medusa FIlm

Jahr: 1998

Dauer: Deutsche Version 120 Min., Originalversion 156 Min.

Romanvorlage: Alessandro Baricco, Novecento, dtv 2009.

Das erste Mal habe ich diesen Film in einer Filmreihe der ARD anlässlich des achtzigsten Geburtstags von Ennio Morricone gesehen. Morricone ist ein begnadeter Komponist und hat für unendlich viele Filme die Musik verfasst. Legendär sind vor allem seine Kompositionen zu „Spiel mir das Lied vom Tod“.

Der Soundtrack zu „Die Legende vom Ozeanpianisten“ ist dementsprechend gelungen und spielt eine wichtige Rolle im Gesamtbild. Man könnte fast sagen, die Musik ist einer der Hauptdarsteller in diesem ansonsten sehr ruhigen Films. Sie zaubert ganz unterschiedliche Stimmungen herbei und untermalt die Szenen nicht nur, sondern ergänzt sie. Weiterlesen