Schlagwort-Archive: England

[Rezension]Alan Bradley: Flavia de Luce – Halunken, Tod und Teufel

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Nachdem Flavia auf der Kirmes das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand gesetzt hat, fühlt sie sich verpflichtet, der alten Frau eine Stellplatz für ihren Wagen anzubieten. Auf dem Weg zu einer kleinen Lichtung treffen sie auf Mrs. Bull, die wutentbrannt behauptet, Fenella hätte vor Jahren ihren Säugling geraubt. Als Flavia dann am nächsten Morgen die Wahrsagerin blutüberströmt vorfindet und kurz darauf einen Toten auf Buckshaw, ist ihr detektivischer Spürsinn aktiviert.

Der dritte Band um Flavia de Luce, ihre Familie und die exzentrischen Bewohner von Bishop’s Lacey besticht wieder durch britischen Humor, Atmosphäre und Ideen. Die elfjährige Chemikerin mit Hang zu Mordfällen überzeugt mit ihrem ganz eigenen (morbiden) Charme. Die Kabbeleien mit ihren älteren Schwestern sind so was wie ein Running Gag und sorgen für einige Abwechselung von Mord und Totschlag. Auch erfährt der Leser mehr über Flavias Probleme und es gibt neue Hinweise auf die Geschichte ihrer verstorbenen Mutter. Allein die nicht in allen Facetten überzeugenden Kriminalfälle schmälern das Lesevergnügen ein bisschen. Doch für Leser, die sich einfach gerne in der beschriebenen Welt aufhalten, ist das zu verschmerzen.

Wieder schafft Alan Bradley es, den Leser zu begeistern und zu fesseln. Positiv sind auch die wenigen, gut eingebundenen Bezüge auf die vorherigen Bände. Da sie wie Erinnerungen eingestreut werden, wirkt die Geschichte noch authentischer, ohne den Leser mit alten Kamellen zu langweilen. Alles in allem ein sehr gelungenes Wiedersehen mit den Bewohnern von Buckshaw und Bishop’s Lacey.

4/5 Schreibmaschinen

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Alan Bradley, Flavia de Luce – Halunken, Tod und Teufel, Blanvalet 2012.

[Rezension] Jane Eagland: Mein Herz so wild

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England, Ende des 19. Jahrhunderts:

Die 17-jährige Louisa Cosgrove glaubt, sie solle als Gesellschafterin bei Bekannten ihres Bruders anfangen. Stattdessen findet sie sich am Ende ihrer Reise in Wildthorn, einer Nervenheilanstalt wider. Sie hält es für ein Versehen und dass sie mit dem Namen „Lucy Childs“ angesprochen wird, scheint das zu bestätigen. Doch nach und nach findet Louise heraus, was oder wer tatsächlich hinter ihrem Aufenthalt steckt. Weiterlesen?

[Rezension] Englische Liebschaften

Englische Liebschaften

Nancy Mitford erzählt aus der Sicht von Fanny die Geschichte/n der Familie Radlett im England der Zwanziger und Dreißiger Jahre. Die Familie gehört dem Landadel an und lebt in einem alten, ungemütlichen Herrenhaus. Weiterlesen?

31 Tage – 31 Bücher: Tag 4

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Tag 4

Ein Buch, bei der Du der Protagonistin am liebsten eine reingehauen hättest.

Muss es eine weibliche Figur sein? Und wenn ja, warum??!! Ich denke, das war ein Versehen und es sind durchaus männliche als auch weibliche Personen gemeint.

Erstmal ist Gewalt ja keine Lösung! Sagen wir also lieber, ich hätte der Hauptfigur gerne „gehörig die Meinung gegeigt“ 😉 . Und eigentlich würde ich im Fall von nervenden Figuren/Plot/Sprachbildern eher den Verfasser fragen wollen, was er sich dabei gedacht hat. Dieser Impuls war definitiv bei Cathy und Heathcliffe aus Sturmhöhe von Emily Bronte (wo findet man die zwei Punkte für’s e?) vorhanden. Einer wie der andere nervt auf seine Art und zusammen sind sie noch unerträglicher. Aber ist halt ein Klassiker und ich wollte ihn mal gelesen habe. Nichtsdestotrotz habe ich währenddessen wohl ständig mit den Augen gerollt.

Alles weitere zu 31 Tage – 31 Bücher hier.

[Rezension] Todeswirbel

BuchWunder

Die Cloades haben ein Problem. Achwas, eins. Eigentlich sind es mehrere. Der reiche Gordon Cloade, der seine Verwandten immer mehr als großzügig unterstützt hat, hat das Zeitliche gesegnet. Und er hat kurz vor diesem Ereignis die bedeutend jüngere Rosaleen geehelicht. Nun ist sie Alleinerbin und seine Familie schaut in die Röhre und dumm aus der Wäsche.

Doch was wäre, wenn Rosaleens erster Ehemann gar nicht tot, sondern quicklebendig wäre? Dann wäre nicht nur ihre Ehe mit Gordon unrechtmäßig, sondern auch ihre Erbschaft. Und plötzlich taucht ein Fremder im Ort auf und deutet genau das an. Es ist keine Überraschung, dass er wenig später erschlagen aufgefunden wird. Aber welcher der zahlreichen Verdächtigen ist dafür verantwortlich? Hercules Poirot wird es ergründen. Weiterlesen?

[Rezension] Sturmhöhe

Wuthering Heights

Der junge Waise Heathcliff wird von dem alten Gutsbesitzer Earnshaw aufgenommen. Von nun an lebt er zusammen mit dem Sohn Hindley und Tochter Catherine, genannt Cathy, auf dem Gut Wuthering Heights/Sturmhöhe. Während er und Cathy durch eine Art Seelenverwandtschaft verbunden sind, entwickelt sich zwischen ihm und Hindley große Abneigung. Als der Vater Jahre später stirbt, übernimmt sein Sohn alle Besitztümer. Fortan wird Heathcliff wie ein ungebildeter Arbeiter behandelt und noch mehr als zuvor schikaniert. Als Hindleys Frau stirbt und ihn mit seinem Sohn Hareton zurücklässt, verfällt der dem Spiel und dem Alkohol. Allein Cathy macht Heathcliffs Dasein erträglich, doch eines Tages muss er ein Gespräch belauschen, in dem sie eine mögliche Ehe mit ihm aus gesellschaftlichen Gründen rigoros ausschließt. Hals über Kopf verlässt er daraufhin Sturmhöhe. Dies wiederum stürzt Cathy in eine tiefe Krise, hohes Fieber bricht aus und ihre Nerven werden angegriffen, denn Heathcliff bedeutet ihr mehr, als sie sich selbst eingestehen möchte. Nach Jahren ist der ein gemachter Mann. Reich und erfahren kehrt er nach Sturmhöhe zurück. Da er sich Cathy nun ebenbürtig fühlt, möchte er sie für sich gewinnen, muss aber feststellen, dass sie bereits verheiratet ist. Obwohl sie sich ihrer Liebe zu ihm sehr wohl bewusst ist, lehnt sie es ab, ihren Mann zu verlassen. Schon aus moralischen und gesellschaftlichen Gründen ist sie nicht gewillt, ihre Ehe aufzugeben. Heathcliff sinnt fortan auf Rache und beschwört damit dramatische Ereignisse, denen niemand entkommen kann.

Den Plot von Sturmhöhe kann auf die einfache Formel „Rache und Sterben“ herunter gebrochen werden. Weiterlesen?

[Rezension] Englands Krone

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Englands Krone vereint Aufsätze von Historikern und Spiegel-Autoren, die sich mit eben diesem Thema befassen.

Trotz aller Widrigkeiten wie gegensätzlicher Machtansprüche, kriegerischer Auseinandersetzungen, Schicksalsschlägen etc. zeigt die Anthologie, dass es sich grundsätzlich um eine Erfolgsgeschichte handelt. Einleitend findet sich ein Interview mit der Historikerin Karina Urbach, in dem sie einen kurzen Abriss der Charakteristika der britischen Monarchie bietet. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass das Royale Archives keine Dokumente freigibt, die nach 1918 entstanden sind. Dementsprechend wissen Historiker fast nichts über die politische Einflussnahme der Regenten nach diesem Stichtag. Daran schließen sich die Aufsätze an, die sich den unterschiedlichen Epochen der Regentschaft widmen. Den Anfang bildet der Kampf zwischen den Angelsachsen und den Wikingern, um die Vorherrschaft auf der Insel. Die derzeitig amtierende Königin und ihre Familie bilden den Abschluss.

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