Schlagwort-Archive: Film

[Rezension] Planet der Affen von Pierre Boulle

Im Jahr 2500 nimmt der Journalist Ulysse Mérou an einer Weltraumexpedition teil, die von Professor Antelle organisiert und finanziert wird. Als Dritter im Bunde besteigt der Physiker Arthur Levain das Raumschiff, dessen Ziel der etwa dreihundert Lichtjahre entfernte Stern Beteigeuze ist. Während die Reise lediglich wenige Jahre dauert, werden auf der Erde hunderte von Jahren vergehen.
Zwei Jahre später erreichen die Männer sicher ihr Ziel, den riesigen pulsierenden Stern. Nach einigen astronomische Untersuchungen steht fest, dass das Zentralgestirn von vier Planeten umkreist wird. Einer von ihnen weist sogar erdähnliche Bedingungen wie eine Atmosphäre mit Sauerstoff und Stickstoff auf. Er eignet sich also perfekt für eine Erkundung. Mit ihrem Beischiff langen die Reisenden wenig später auf dem Planeten, den sie Soror nennen. Dort ähnelt tatsächlich vieles der Erde und bald treffen sie sogar auf Menschen. Doch diese befinden sich in einem unzivilisierten, primitiven Zustand, können nicht sprechen und gebärden sich auf eine für die Männer irritierende Weise. Erste Annäherungsversuche verlaufen mäßig erfolgreich und werden abrupt unterbrochen, als eine brutale Hetzjagd ausbricht. Eine Jagd, die von Gorillas mit Gewehren ausgeübt wird und an deren Ende sich Mérou zum Glück nicht wie viele andere menschliche Opfer tot aber als Gefangener wiederfindet. Doch das ist erst der Anfang, denn er wird in ein Labor gebracht, das von Orang-Utans und Schimpansen geführt wird und dessen Forschungsobjekte Menschen sind.

Irgendwann in der Zukunft sammeln die Weltraumreisenden Phyllis und Jinn eine Flaschenpost ein. Der erste Satz des darin enthaltenen Briefes lautet:
„Ich vertraue dieses Manuskript dem Weltall an, nicht in der Absicht, Beistand zu erlangen, sondern in dem Bemühen, dadurch die furchtbare Geißel bannen zu helfen, die die Menschheit bedroht.“

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Projekt-ABC #12: L wie…

Das Fotoprojekt wurde von Wortmann ausgerufen und bei ihm findet Ihr nicht nur alles, was Ihr wissen müsst, sondern auch alle anderen Teilnehmer. Ein Blick lohnt sich, denn die bildliche Umsetzung der Buchstaben ist immer überraschend und sehr gelungen.
Die aktuelle Aufgabe setzt das L in Szene. L wie

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Projekt-ABC #11: K wie…

Das Projekt wurde von Wortmann ins Leben gerufen und dort findet Ihr nicht nur alles, was Ihr wissen müsst, sondern auch die vielen anderen Teilnehmer. Schaut auf jeden Fall vorbei, denn es gibt viel zu entdecken. Weiterlesen

[Filmkritik] The Prom (Netflix) (OV) spoilerfrei

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Emma (Jo Ellen Pellman) lebt in der Kleinstadt Edgewater in Indiana, wo der Abschlussball ihrer Schule kurz bevorsteht. Allerdings möchte sie den nicht traditionell mit einer männlichen Begleitung bestreiten, sondern mit ihrer Freundin. Toleranz gehört jedoch nicht zu den Werten von Edgewater, sodass der Elternbeirat mit seiner Vorsitzenden Mrs. Greene (Kerry Washington) als Speerspitze dafür sorgt, dass „The Prom“ abgesagt wird.

In New York City bestreiten die alten Showhasen Dee Dee Allen (Meryl Streep) und Barry Glickman (James Corden) die Premiere ihres neuen Musicals Eleanor! The Eleanor Roosevelt Story (keine historische Figur ohne Musicalverwurstung 😉 ). Über den ersten Auftritt werden sie nicht hinauskommen, da die Kritiken vernichtend sind und die Show eingestellt wird. Da auch Dee Dee und Barry ihr Fett wegbekommen und als Narzissten bezeichnet werden, müssen sie dringend etwas tun, um ihr Image aufzupolieren. Wie wäre es, sich völlig selbstlos (!) für einen guten Zweck einzusetzen? Zum Beispiel dafür zu sorgen, dass eine High-School-Absolventin mit ihrer Freundin zum Abschlussball gehen kann? Unterstützt werden sie dabei von Trent Oliver (Andrew Rannells), einen ehemaligen Sitcom-Schauspieler, der zwar Juilliard besucht hat, aber sein Geld als Barkeeper verdient, und Angie Dickinson (Nicole Kidman), die gerade ihren Job als Chorgirl im Musical Chicago geschmissen hat. Auf nach Edgewater!

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[Filmkritik] Little Women (2019) mit Spoilern!

Little Women erzählt die Geschichte der vier March-Schwestern zwischen 1861 und 1868 in den USA.

Achtung Spoiler-Kritik!

Mein erster Kontakt mit den Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy war vor vielen Jahren die Verfilmung mit Katherine Hepburn. Ich würde sagen, es ist immer noch mein Lieblingsfilm, aber ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gesehen. Wer weiß, ob es heute noch so wäre.
Auch die Verfilmungen mit Elizabeth Taylor und Winona Ryder kenne ich. Sogar die Miniserie mit Susan Dey und William Shatner (!) musste dran glauben.
Der Geschichte von Louisa May Alcott liegt eine humane Einstellung zugrunde und verbindet viele unterschiedliche Aspekte miteinander, so dass sie immer lohnend für eine Adaption ist. Der neueste Versuch hat mich allerdings sehr enttäuscht. Geahnt hatte ich das zwar, so dass ich nicht ins Kino gegangen bin, aber gehofft, es wäre anders. Unvoreingenommen habe ich mir Little Women nun endlich angesehen. Mein Bauchgefühl trog mich nicht, es fehlt dem Film an zu vielem, um mich zu beeindrucken. Weiterlesen

[Rezension] Queen mehrdimensional

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Brian May, Gitarrist von Queen, hat nicht nur ein Faible für Musik und Astronomie, sondern auch für Fotografie. Daraus ergab sich, dass er früh die Möglichkeiten auslotete, die die Technik bot. Schon als Junge schoss er Fotos mit 3-D-Effekt, die sogar ins Buch integriert wurden. Natürlich blieb Brian seiner Leidenschaft für die Fotografie auch treu, nachdem sich Queen 1970 gegründet hatte. Es entstanden unzählige Schnappschüsse vor und hinter den Bühnen der Welt, während Dreharbeiten zu ihren Videos oder Plattenaufnahmen sowie privaten Schnappschüssen.
In Queen in 3-D (Stereoscopic Book) werden die Aufnahmen erstmals veröffentlicht. Das ist aber noch nicht alles, was das großformatige Buch zu bieten hat. Außerdem erzählt Brian May höchstpersönlich, was hinter jedem Foto steckt, wann und wo es aufgenommen wurde.

Ergänzt wird das Ganze durch Fotografien vom Musical We will rock you und der Konzerte von Brian May und Roger Taylor mit Paul Rodgers bzw. Adam Lambert. Es hängt von den persönlichen Präferenzen ab, wie man zu diesen Projekten steht. Allerdings sind diese Abschnitte schon unter chronologischen Gesichtspunkten bedeutsam. Zudem sind die Fotos schon aufgrund des 3-D-Effekts sehenswert und bieten tolle Perspektiven, z.B. wenn daraus ein Selfiestick herausragt. Die 2. Auflage enthält darüber hinaus sogar noch Material vom kürzlich erschienen Kinofilm Bohemian Rhapsody.

Queen in 3-D ist ein wirkliches Schatzkästlein für alle Queen-Fans.
Einerseits eröffnen die Fotos einen spannenden Blick hinter die Kulissen der Bandgeschichte. Andererseits ist es ein Abenteuer, sie per mitgelieferter Brille zum Leben zu erwecken. Das klappt durchaus nicht auf Anhieb, aber bald hat man den Kniff raus. Man muss einfach in die Mitte der zwei betreffenden Bilder schauen, sich ihnen langsam mit der Brille vor den Augen und dann schaltet das Auge auf räumliche Sicht um. Die Wirkung ist echt beeindruckend und faszinierend. Das hat den Effekt, dass man immer weiter und immer wieder durch die Seiten stöbert. Bei entsprechenden Aufnahmen entsteht der Eindruck, wirklich im Konzertpublikum zu stehen oder dass einem Dinge entgegenkommen.
Die Texte von Brian May sind gleichermaßen humorvoll wie informativ und jeder noch so gut informierte Fan wird noch etwas Neues erfahren. Garantiert. Aufgrund dessen ist das Buch auch vielmehr als ein reiner Bildband.

Es lässt sich also mit Fug und Recht behaupten, dass es Queen in 3-D an nichts fehlt. Die bisher unveröffentlichten Fotos und der Begleittext eröffnen ein umfassendes Bild auf Brian May und Queen. Die 3-D-Optik ist für sich schon eine faszinierende Erfahrung, umso aufregender und großartiger wird sie durch den unverfälschten Blick eines Insiders auf eine der besten Bands der Welt. Es ist dem Ganzen anzumerken, dass Brian May bei der Konzeption immer die Fans im Sinn hatte und was ihnen wichtig sein könnte. Für Fans ist das Buch aus all diesen Gründen eine uneingeschränkte Empfehlung! Aber auch für Interessierte oder Neugierige lohnt sich ein Blick allemal. Es ist in jedem Fall ein Erlebnis!

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Brian May, Queen in 3-D (Stereoscopic Book), 2nd Edition, London Stereoscopic Company  2018.

Die erste Edition ist auch auf Deutsch erhältlich.