Schlagwort-Archive: Filmbesprechung

[Filmkritik] Elegie der Langeweile mit einem großen Schuss Peinlichkeit: By the Sea

By the SEa

An einem heißen Sommertag fährt ein Sportwagen an der französischen Küste entlang. Irgendwann hält er in einem kleinen Ort und das Ehepaar Vanessa (Angelina Jolie) und Roland (Brad Pitt) steigen aus. Sie ist eine ehemalige Tänzerin, er ist Schriftsteller, beide sind Amerikaner. Sie quartieren sich im örtlichen Hotel ein, das im Vergleich zum restlichen Fischerörtchen ziemlich mondän wirkt. Roland baut seine Schreibmaschine auf und will an einem neuen Roman schreiben. Stattdessen verbringt er die Abende schließlich lieber trinkend in der nächsten Bar, denn nicht nur die Muse weigert sich hartnäckig, ihn zu küssen. Vanessa bleibt währenddessen lustlos im Hotel zurück oder wandert ziellos im Dorf umher. Eines Tages wird die lieblose Monotonie durch ein junges, frisch vermähltes Pärchen durchbrochen, das ins benachbarte Hotelzimmer einzieht. Lea (Mélanie Laurent) und Francois – bitte Häkchen unterm C mitdenken – (Melvil Poupaud ) haben das, was Vanessa und Roland verloren zu haben scheinen: Liebe und Sex. Doch dann entdeckt die Amerikanerin ein Loch in der Wand und kann der Versuchung nicht widerstehen, ihre Nachbarn zu beobachten.

Wer nach dem letzten Satz glaubt, ab dem beschriebenen Moment würde die Geschichte an Fahrt gewinnen, der Weiterlesen?

[Filmkritik] Im Netz der Versuchung oder heute kein Fang

Serenity

Spoiler-frei, dafür mit vielen maritimen Wortspielen 😉 .

Kriegsveteran Baker Dill lebt sehr zurückgezogen auf einer kleinen Insel vor der Küste Floridas. Seine Tage füllt er damit, aufs Meer hinauszufahren, zu fischen und  ab und an Touristen mit auf Angeltour zu nehmen. Häufig hat er finanzielle Probleme, weil er besessen davon ist, einen bestimmten Thunfisch zu fangen und darüber das Geldverdienen vernachlässigt.
Eines Tages reißt ihn die Begegnung mit seiner Ex-Frau aus dieser Routine. Sie will ihn anheuern, nicht nur einen Angelausflug mit ihrem gewalttätigen Ehemann zu unternehmen, sondern diesen dabei auch noch um die Ecke zu bringen. Wenn Baker es nicht für sie tun wolle, dann wenigstens für ihren gemeinsamen Sohn. Der habe sich völlig in sich zurückgezogen und beschäftige sich nur noch mit seinem Computer, um die häusliche Situation zu vergessen. Obwohl Karen ihrem Ex viel Geld bietet, will der anfangs nichts von dem infamen Mordplan wissen. Doch dann lernt Baker besagten Ehemann kennen und der ist tatsächlich noch ätzender als gedacht.

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[Erlebnisbericht] Once upon a time…in Hollywood (Synchro & OV)

OUAT
Es folgt keine gewöhnliche Kritik, sondern meine Eindrücke zu meinem ersten Tarantino-Film, den ich komplett gesehen habe. Es gibt also SPOILER.

Trotzdem hier eine kurze Zusammenfassung (das einzig Kurze an diesem Text 🙂 ):

Wir befinden uns im Hollywood des Jahres 1969. Rick Dalton, einst erfolgreicher Titelheld der Wild-West-TV-Serie Bounty Law, kämpft darum, seine Karriere am Laufen zu halten. Gerne würde er als Schauspieler ernst genommen werden. Immer an seiner Seite ist sein bester Freund Cliff Booth, der nicht nur als Ricks Stuntman, sondern aufgrund eines abgenommenen Führerscheins auch als sein Fahrer fungiert. Eines Tages ziehen Sharon Tate und Roman Polanski in Ricks Nachbarschaft. Nur allzu gerne würde er sie kennenlernen und eine Rolle in einem von Polanskis Filmen ergattern, um seiner Karriere so neuen Schub zu verleihen.

Wie erwähnt, habe ich vor Once upon a time…in Hollwood noch nie eines von Quentin Tarantinos Werken gesehen. Warum? Weiterlesen?

[Filmkritik] 1917: Ein Krieg, zwei Soldaten, ein Schnitt (Spoiler-frei)

1917

Zur Kritik mit Spoilern geht es HIER.

Am 6. April 1917 werden die zwei jungen britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) auf einen selbstmörderischen Botengang durch die feindlichen Linien geschickt. Wenn sie es nicht innerhalb weniger Stunden schaffen, ein eingeschlossenes Regiment zu warnen, werden 1600 Soldaten in eine Falle der Deutschen geraten und darin umkommen.

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[Filmkritik] 1917: Ein Krieg, zwei Soldaten, ein Schnitt

1917

KRITIK enthält SPOILER

Zur Spoiler freien Kritik geht es HIER.

Am 6. April 1917 werden die zwei jungen britischen Soldaten Schofield (George MacKay) und Blake (Dean-Charles Chapman) auf einen selbstmörderischen Botengang durch die feindlichen Linien geschickt. Wenn sie es nicht innerhalb weniger Stunden schaffen, ein eingeschlossenes Regiment zu warnen, werden 1600 Soldaten in eine Falle der Deutschen geraten und darin umkommen.

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[Filmkritik] JoJo Rabbit (OV)

JoJoRabbit

Kritik enthält SPOILER

Die zehnjährige JoJo (Roman Griffin Davis) ist begeistertes Mitglied der Hitlerjugend. Sein imaginärer Freund ist deshalb auch niemand anderer als Hitler höchstpersönlich (Taika Waititi). Als JoJo entdeckt, dass seine Mutter Rosie (Scarlett Johansson) das jüdisches Mädchen Elsa (Thomasin McKenzie) auf dem Dachboden versteckt, versteht er die Welt nicht mehr. Doch dass Elsa nicht das Monster ist, als das die Nazis die Juden beschreiben, kann er auf Dauer nicht ignorieren. Weiterlesen?

[Filmkritik] Lindenberg! Mach dein Ding!

Lindenberg

Udo wächst in der westfälischen Provinz auf. Eigentlich wollte sein Vater Musiker werden, musste aber nach dem Tod seines Bruders den väterlichen Klempnerbetrieb übernehmen. Seinen Frust ersäuft er mit Schnaps und will seinem Sohn klarmachen, dass die Lindenbergs Verlierer und zu einem Leben als Klempner verdammt sind. Doch der weiß, dass das ganz bestimmt nicht auf ihn zutrifft. Er wird mal ein berühmter Musiker mit eigener Kapelle sein. Er lernt Schlagzeug und kommt schließlich auf Umwegen nach Hamburg. Udo schlägt sich im wahrsten Sinne des Wortes durch, entwickelt seinen eigenen Stil und tauscht die Drumsticks gegen das Mikrophon.

Machen wir es kurz: Der Film ist super!! Okay, ganz so kurz dann doch nicht: Weiterlesen?

[Filmkritik] Marriage Story (OV)

Marriage Story

Nicole (Scarlett Johansson) und Charlie Barber (Adam Driver) leben mit ihrem Sohn Henry (Azhy Robertson) in New York. Charlie ist ein erfolgreicher Theaterregisseur und leitet eine eigene Theater-Company. Nicole ist Schauspielerin, die als Jugendliche Filme gedreht hat und seit ihrer Heirat ebenfalls in der Theatergruppe arbeitet. Obwohl die immer erfolgreicher wird und jetzt sogar kurz vor dem Sprung an den Broadway steht, kriselt es zunehmend in der Barber-Ehe. Da bekommt Nicole ein Rollenangebot für eine Fernsehserie und ihr wird klar, dass sie eigene Wege gehen will. Charlie glaubt, der Umzug nach Los Angeles sei vorläufig und stimmt zu, er selbst bleibt wegen des neuen Stücks in New York. Obwohl beide vereinbart haben, eine einvernehmliche Trennung ohne Anwälte zu vollziehen, engagiert Nicole an ihrem neuen Wohnort schließlich Nora Fanshaw (Laura Dern). Bei seinem nächsten Besuch erhält Charlie die Scheidungspapiere und der lange und für alle Seiten schmerzhafte Prozess einer Scheidung beginnt. Weiterlesen?

[Filmkritik] Jumanji – The next Level: Ein weiteres Opfer

Jumanji 2

Die Abenteuer aus Jumanji-Willkommen im Dschungel liegen eine Weile zurück. Spencer (Alex Wolff) lebt inzwischen in New York, wo er das College besucht und nebenbei in einer Drogerie jobbt. Zu Weihnachten fährt er nach Hause, wo sein kranker Großvater Eddie (Danny DeVito) vorübergehend eingezogen ist. Auch mit seinen Jumanji-Weggefährten Martha (Morgan Turner), Fridge (Ser’Darius Blain) und Bethany (Madison Iseman) soll es ein Treffen geben, wozu Spencer allerdings überhaupt keine Lust verspürt. Bei allen anderen scheint es gut zu laufen, nur er fühlt sich ungenügend. Sich noch einmal so wie im Jumanji-Spiel zu fühlen. So als könne er alles schaffen, was er sich vornimmt, danach sehnt er sich.
Als seine Freunde beim verabredeten Brunch vergeblich auf Spencer warten, machen sich Martha, Bethany und Fridge auf die Suche nach ihm und zwar logischerweise zuerst bei ihm zuhause. Dort wird Eddie gerade von seinem Kumpel Milo (Danny Glover) besucht, weiß aber auch nicht, wo sich sein Enkel befindet. Schnell stellt sich heraus, dass Spencer erneut ins Jumanji-Spiel geraten ist. Natürlich wissen seine Freunde, dass man dort nicht alleine klar kommt und folgen ihm.

Die erste Jumanji-Neuauflage war ein Überraschungserfolg, der dank seiner Besucherzahlen und Einspielergebnisse zum fünft erfolgreichsten Film des Jahres 2017 und zum 41. aller Zeiten geworden ist. Dies liegt vermutlich an seinen selbstironischen Gags, deren Dichte, den sympathischen Identifikationsfiguren, der Spielfreude aller Beteiligten und einer frisch wirkenden Geschichte. Was liegt also näher, als das Eisen zu schmieden, solange es heiß ist und schnellstmöglich eine Fortsetzung herauszuhauen?! Stimmt, absolut gar nichts.
Also flink ein Drehbuch schreiben, die üblichen Verdächtigen zusammentrommeln und los geht’s. Das 123 Minuten lange Ergebnis lässt sich seit dem 12. Dezember in deutschen Kinos unter die sprichwörtliche Lupe nehmen. Weiterlesen?

[Filmkritik] Yesterday: Beatles-Hits mit angezogener Handbremse

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Folgende Kritik beinhaltet Spoiler, die mit SPOILER angekündigt werden und dann in weißer Schrift auftauchen. Um sie zu lesen, bitte einfach den Text markieren.

Yesterday

All my troubles seemed so far away

Wer kennt nicht den Klassiker der Beatles? Nun, in Danny Boyles neuestem Regiewerk Yesterday können wir uns alle in die Situation versetzen lassen, dass niemand die großen Melodien der Liverpooler Fab Four kennt. Niemand? Nun, nicht ganz. Weiterlesen?