[Serienkritik] The Haunting of Hill House (OV) (Netflix)

Die Netflix-Serie "Spuk in Hill House" begünstigt Angststörungen.

Als Kinder verloren die fünf Geschwister Crain ihre Mutter Olivia (Carla Gugino) unter mysteriösen und tragischen Umständen. Damals lebte die Familie in Hill House, einem düsteren Anwesen, das die Eltern restaurieren wollten, das aber ein Eigenleben zu haben schien. In dessen Wänden Geister und unheimliche Erscheinungen lauerten. Nach jener Nacht wuchsen die Kinder bei ihrer Tante auf. Von ihrem Vater Hugh (Henry Thomas/Timothy Hutton) haben sie sich entfremdet.
Steven (Paxton Singleton/Michiel Huisman), Shirley (Lulu Wilson/Elizabeth Reaser), Theodora (McKenna Grace/Kate Siegel) und die Zwillinge Nell (Violet McGraw/Victoria Pedretti) und Luke (Julian Hilliard/Oliver Jackson-Cohen) haben danach ganz individuelle und teilweise destruktive Strategien entwickelt, um mit dem traumatischen Geschehen umzugehen. Als Nelly Jahrzehnte später ausgerechnet in Hill House Suizid verübt, müssen sie erkennen, dass ihre Strategien mehr schlecht als recht funktioniert haben und Hill House noch eine Rechnung mit der Familie offen hat.

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[Serienkritik] The Haunting of Bly Manor (OV) (Netflix)

Bly Manor

Vor ungefähr einem Jahr machte die Netflix-Serie The Haunting of Hill House starken Eindruck auf mich. Es brauchte also keinen langwierigen Entscheidungsfindungsprozess, um The Haunting of Bly Manor einzuschalten. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine Fortsetzung von Hill House (das ohnehin in sich abgeschlossen ist), sondern um eine neue Geschichte, die von denselben Machern verantwortet wird. Ebenso wie ihre Vorgängerin basiert die neunteilige Serie, die am 9. Oktober 2020 erschienen ist, auf einer literarischen Vorlage (The Turn of the Screw von Henry James), die allerdings sehr frei ausgelegt und ausgeschmückt wird.

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[Rezension] Kai Meyer: Phantasmen

phantasmen

Überall auf der Welt erscheinen nach und nach die Geister von Toten. Sie leuchten, stehen einfach da und drehen sich im Lauf der Sonne um die eigene Achse.
Rain und ihre Schwester erwarten in der spanischen Wüste die Geister ihrer Eltern, die dort bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind. Sie wollen sich verabschieden, die Trauer abschließen. Ein junger Amerikaner ist ebenfalls da. Vermutlich hat auch er jemanden an Bord verloren. Als sich die Geister zeigen, legt sich plötzlich ein Grinsen auf ihr Gesicht. Ein tödliches.  Weiterlesen?

[Rezension] Nathan Hill: Geister

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Einst als neue literarische Stimme Amerikas gefeiert, muss sich der junge Literaturprofessor Samuel Anderson nun mit unmotivierten Studenten herumschlagen. In seiner Freizeit sucht er Ablenkung in dem Online-Spiel „Elfscape“. Sein Leben gerät aus den eingefahrenen Bahnen, als er erst eine Studentin gegen sich aufbringt und dann einen Anruf von einem Anwalt erhält. Der vertritt Samuels Mutter, die ein Attentat auf einen konservativen Politiker verübt haben soll. Die Frau, die ihn verlassen hat, als er elf Jahre alt war und mit der er seit über zwanzig Jahren keinen Kontakt hatte. Der Anwalt bittet ihn, für sie zu bürgen und zwingt Samuel damit, sich endlich mit der vertrauten Fremden auseinanderzusetzen. Weiterlesen?

[Rezension] Samantha Shannon: The Bone Season – Die Träumerin

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Paige lebt im London des Jahres 2059. Sie ist eine Traumwandlerin und arbeitet für einen der verbrecherischen Denkerfürsten, die die Stadt unter sich aufgeteilt haben. Sie führen Syndikate, die Menschen mit seherischen Fähigkeiten für ihre Zwecke einsetzen. Die übrige Gesellschaft fürchtet die Seher und die Regierungsorganisation Scion verfolgt und tötet sie. Und Eines Tages erwischen sie Paige. Doch statt wie erwartet, hingerichtet zu werden, findet sie sich in einer fremden Stadt wider, die nach eigenen Regeln funktioniert und die Seher zu Sklaven macht. Auch Paige entgeht diesem Schicksal nicht. Wird ihr Widerstandswille stärker sein als die fremden Wesen, die hier regieren?

Samantha Shannon entwirft in „The Bone Season“ eine interessante, fremde Zukunft. Aufgrund eines alternativen Geschichtsverlaufs ist Scion an die Macht gelangt und hat eine rigide Herrschaft etabliert. Geister sind alltäglich und können von den Menschen mit seherischen Fähigkeiten zu ihren Zwecken eingesetzt werden. Weiterlesen?

[Rezension] Sarah Waters: Der Besucher

Besucher

Dr. Faraday führt ein ruhiges Leben als Arzt auf dem englischen Land. Eines Tages wird er nach Hundreds Hall gerufen, dem Landsitz der Familie Ayres, die eigentlich von seinem Kollegen behandelt wird. Nachdem er das erkrankte Hausmädchen behandelt hat, wird er sehr freundlich von den drei Mitgliedern der Familie Ayres aufgenommen und zur Teestunde eingeladen. Mrs. Ayres und ihre erwachsenen Kinder Caroline und Roderick leben zwar in dem herrschaftlichen Haus, doch das hat seine besten Zeiten schon lange hinter sich. Es verfällt zusehends, aber die Einkünfte sind gering geworden und reichen nur für die dringendsten Renovierungsarbeiten.

In der folgenden Zeit entsteht zwischen dem Landarzt und der adeligen Familie so etwas wie Freundschaft und Dr. Faraday hält sich immer öfter bei ihnen auf.
Plötzlich geschehen merkwürdige Dinge auf Hundreds Hall. Gegenstände bewegen sich ohne menschliches Zutun, der friedliche Familienhund beißt um sich, schließlich bricht sogar ein Feuer aus. Immer mehr beängstigende Ereignisse geschehen hinter den Mauern von Hundreds Hall und Dr. Faraday kann sich dem Sog nicht entziehen.

Sarah Waters macht es dem Leser nicht leicht.

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