Schlagwort-Archive: Geschichte

FlohmarktFunde #4

Vor einiger Zeit schon brachte mir meine Mutter einen Fund mit, den sie auf einem Flohmarkt in den Niederlanden getätigt hatte. Die Grenze zu unserem Nachbarland ist lediglich etwa 60 km von uns entfernt und dass der innereuropäische Austausch nicht nur bei Flohmarktkäufen gelingt, zeigt das Fundstück sehr gut. Denn irgendwie muss es ursprünglich schon einmal die Grenze übersprungen haben.

Es handelt sich um einen Becher. Aber nicht irgendeinen Becher. 😉DSC_2627

 

Nein, es ist ein Becher, der in der sagenhaft limitierten Stückzahl von 15.000 Stück produziert wurde 🙂 und trotzdem nur 2,50€ gekostet hat. 🙂

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Herausgegeben wurde er als Memorabilie zum Truppenbesuch der Queen anlässlich ihres 25-jährigen bzw. Silbernen Krönungsjubiläums am 7.7.77 in Sennelager.  Wie ich „recherchiert“ habe, handelte es sich dabei um die größte Militärparade, die von den Briten bis dahin auf deutschem Boden abgehalten worden war.

Ich liebe Großbritannien (trotz Brexit 😉 ) und alles, was damit zusammenhängt. Wenn ich irgendwo etwas thematisch Passendes finde, kann ich es nicht einfach zurücklassen 😉 . Und auch, wenn ich keine Royalistin bin, bin ich ein Fan von Queen Elizabeth II. und Prince Phillip und finde auch Charles, William, Harry und Co. sehr sympathisch. Außerdem gehört das Königshaus zu GB wie der Topf zum Deckel.

Alles Gründe diesen Becher einfach toll zu finden und außerdem handelt es sich ja außerdem um ein historisches Stück. 🙂 Sehen wir ruhig gelassen darüber hinweg, dass das Portrait der Queen ihr nicht wirklich ähnelt. 😀

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„Wunderbare Warenwelt“ Anno 1968 #1

Heute möchte ich Euch ein Schmankerl aus der „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ vom Dienstag, 9. Juli 1968 nicht vorenthalten. Genauer gesagt, handelt es sich um das halbseitige Kinoprogramm bzw. Teile davon. Es ist sehr aufschlussreich, wie die Filme damals beworben wurden und dem Publikum nähergebracht werden sollten. Auch war die Kinolandschaft offenbar sehr vielfältig und es gab für jeden Geschmack etwas. Ich werde Euch jedoch nur die interessantesten Anzeigen vorstellen. Wir beginnen mit einem Film, von dem ich noch nie etwas gehört oder gesehen habe. Oder mein Erinnerungsvermögen streikt gerade 🙂 .

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Besonders gut gefällt mir der Ausdruck der „Düsen-Scherz-Maschine“. Ich möchte gar nicht wissen, wie lange der zuständige Mensch an dieser Wortschöpfung gearbeitet hat. Die Warnung vor den „unvorstellbar fixen Dialoge“ hat vielleicht so manche/n Kinogänger/in von einem Besuch abgehalten, der sie sonst heillos überfordert hätte. 🙂

[Rezension] Geister

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Einst als neue literarische Stimme Amerikas gefeiert, muss sich der junge Literaturprofessor Samuel Anderson nun mit unmotivierten Studenten herumschlagen. In seiner Freizeit sucht er Ablenkung in dem Online-Spiel „Elfscape“. Sein Leben gerät aus den eingefahrenen Bahnen, als er erst eine Studentin gegen sich aufbringt und dann einen Anruf von einem Anwalt erhält. Der vertritt Samuels Mutter, die ein Attentat auf einen konservativen Politiker verübt haben soll. Die Frau, die ihn verlassen hat, als er elf Jahre alt war und mit der er seit über zwanzig Jahren keinen Kontakt hatte. Der Anwalt bittet ihn, für sie zu bürgen und zwingt Samuel damit, sich endlich mit der vertrauten Fremden auseinanderzusetzen. Weiterlesen?

31 Tage-31 Bücher: Tag 22

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Mit welchem Buch hast du dich am meisten gegruselt?

Wie definiert sich „Grusel“? Dass man etwas eklig findet oder dass man nicht weiterlesen möchte, weil man sich vor dem fürchtet, was da lauert? In dem Sinne grusele ich mich nie so richtig. Wirkliche Horror-Literatur lese ich ja auch gar nicht. Allerdings liebe ich Schauerromane, die den Leser in eine düstere Welt entführen. Aber die Faszination, die sich dabei einstellt, als „Grusel“ zu beschreiben, wäre unzutreffend.

Ich habe mal ein Buch mit Alltagsfotografien aus der Zeit des Nationalsozialismus studiert. Die Bilder zeigten zum Beispiel Karnevalswagen mit verhöhnenden Transparenten und Leuten, die Juden darstellen sollten. Oder öffentliche Versteigerungen des Hab und Guts von Menschen, die deportiert worden waren. Da habe ich mich gegruselt, weil es den ganzen Zynismus dieser verachtenden Ideologie zu versinnbildlichen schien. Und diese zynische Weltsicht lässt sich auch heute in vielen Dingen, die Pegida und Konsorten loslassen, wiedererkennen.

Abgesehen davon gruseln mit Bücher über den Nationalsozialismus immer wieder, weil das Thema so viele Montrösitäten beeinhaltet. Und es ist keine Fiktion, sondern tatsächlich geschehen. Und wenn man daraus nicht lernt, können sie immer wieder geschehen. Das gruselt mich wirklich.

[Rezension] ….fast vergessen, Spuren eines jüdischen Lebens

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Ein kleines goldfarbenes Quadrat glänzt zwischen den Steinen des Fußwegs. Die meisten Fußgänger beachten es nicht, steigen darüber hinweg. Mancher schaut vielleicht näher hin. Entziffert die Buchstaben, die eingeprägt wurden. Dann liest er:

Hier wohnte
Thekla Skorra

geb. Gottliebson

Jg. 1866

Deportiert 14.1.1943

Theresienstadt
TOT 3.6.1943

Hier hat also jemand gewohnt, der deportiert wurde und kurz darauf gestorben ist. Die wenigen Worte und der kurze Augenblick, den der Fußgänger zum Lesen benötigt, reichen um einen Menschen dem Vergessen zu entreißen.

Genau diesen Versuch unternimmt auch die Verfasserin Renate van Kampen in ihrem schmalen Buch ….fast vergessen, Spuren eines jüdischen Lebens. Weiterlesen?

[Rezension] Jene Tage in Dummsdorf

Lissabon

Drei Frauen, nein eigentlich vier, stehen im Zentrum des Romans. Die Studentin Lucy erhält von ihrer Mutter Suzanne, die gerade von ihrem Ehemann schmählich verlassen wurde, einen Notenkoffer. Darin befinden sich die wenigen Hinterlassenschaften von Suzannes Mutter Claire, die diese jedoch nie richtig kennengelernt hat. Lucy möchte Licht in die Lebensgeschichte ihrer Großmutter bringen und wird durch die neue Nachbarin Alex unterstützt. Gemeinsam lüften sie im Verlauf des Romans das Geheimnis um Jene Tage in Lissabon, die für Claire und ihre drei dort geschlossenen Männerbekanntschaften schicksalhaft wurden und um ein berühmtes Gemälde, das seitdem als verschollen gilt.

Es wird wohl nicht zuviel verraten, wenn erwähnt wird, dass selbstverständlich alle drei Frauen ihre große Liebe finden werden. Wie könnte es anders sein?!
Und um ebenfalls falsche Erwartungen zu dämpfen: Der geschichtliche Aspekt, der durch die Großmutter entstehen soll, ließ unberechtigter Weise hoffen, dass es nicht ausschließlich um die Befindlichkeiten überspannter Frauen gehen würde. Diese Erwartungen erweisen sich allerdings als falsch. Stattdessen fallen dem Leser im Laufe des Lesens Stichworte ein wie „langweilig, lächerlich, prätentiös“ und „von an Frechheit grenzender Oberflächlichkeit“.

Begründung mit leichten Spoilern
Hier müssen zur Veranschaulichung einfach Sätze zitiert werden. Weiterlesen?

[Rezension] Die Tänzerin von Auschwitz

Tänzerin

Paul Glaser besucht mit seiner Frau und einigen Kollegen Krakau. Am dritten Tag wollen sie gemeinsam das ehemalige KZ Auschwitz besichtigen. Doch plötzlich spürt er eine Beklemmung, möchte eigentlich nicht mehr mitgehen. Seine Frau und die Freunde überreden ihn und schließlich steht er vor einem Schaukasten mit unendlich vielen Koffern. Da fällt sein Blick auf einen weit vorne liegenden, der den Namen „Glaser“ trägt.

Paul Glaser ist in einer katholischen Familie aufgewachsen, die wenig Kontakt zu den Verwandten väterlicherseits hat. Nach seinem Erlebnis in Auschwitz begibt er sich auf die Spuren seiner Vorfahren und findet schließlich jüdischen Wurzeln sowie die tragische Lebensgeschichte seiner Tante Roosje. Weiterlesen?