Schlagwort-Archive: Großbritannien

[Serienkritik] The Haunting of Bly Manor (OV) (Netflix)

Bly Manor

Vor ungefähr einem Jahr machte die Netflix-Serie The Haunting of Hill House starken Eindruck auf mich. Es brauchte also keinen langwierigen Entscheidungsfindungsprozess, um The Haunting of Bly Manor einzuschalten. Dabei handelt es sich übrigens nicht um eine Fortsetzung von Hill House (das ohnehin in sich abgeschlossen ist), sondern um eine neue Geschichte, die von denselben Machern verantwortet wird. Ebenso wie ihre Vorgängerin basiert die neunteilige Serie, die am 9. Oktober 2020 erschienen ist, auf einer literarischen Vorlage (The Turn of the Screw von Henry James), die allerdings sehr frei ausgelegt und ausgeschmückt wird.

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[Rezension] John Boyne: Das Vermächtnis der Montignacs

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Als Peter Montignac stirbt, hinterlässt er nicht nur seine Tochter Stella und Neffen Owen, sondern auch ein ansehnliches Vermögen inklusive des imposanten Familienstammsitzes Leyville. Da der Besitz der Montignacs traditionell in der männlichen Linie weitergegeben wird, rechnet Owen fest damit, zum Alleinerben ernannt zu werden. Zumal sein Vater als Erstgeborener ohnehin der eigentliche Besitzer gewesen wäre. Doch überraschender Weise hat Peter Montignac mit der Tradition gebrochen und das gesamte Vermögen Stella vermacht. Owen ist darüber außer sich. Nun wurde er genauso wie sein Vater um sein Geburtsrecht gebracht. Und dann will Stella auch noch diesen Tölpel und Blumenfreund Raymond heiraten. Es läuft also nicht gut für Owen. Doch dann tun sich ein paar Möglichkeiten auf, die er nur ergreifen muss, um das Schicksal zu seinen Gunsten zu wenden.  Weiterlesen?

[Rezension] Lucinda Riley: Das Orchideenhaus

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Nach einem tragischen Unglück hat sich die erfolgreiche Pianistin Julia Forrester in ein kleines englischen Cottage zurückgezogen. Eines Tages schleppt ihre ältere Schwester sie ins Herrenhaus Wharton Park. Einst arbeitete ihr Großvater Bill als Gärtner für die Besitzer Crawford, doch nun soll es verkauft werden. Zufällig trifft sie dort Kit Crawford, den Erben des Anwesens, und wenig später erhält sie von ihm ein altes Tagebuch, das im Gewächshaus gefunden wurde. Für Julia beginnt eine Reise in die Vergangenheit, an deren Ende nicht nur ein Geheimnis gelüftet werden wird. Weiterlesen?

[Rezension] Laura Wilkins: Ashford Park

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Clemmie hängt sehr an ihrer Großmutter Addie. Als es dieser zunehmend schlechter geht, spricht sie ihre Enkelin plötzlich mit „Bea“ an. Clemmie kennt niemanden dieses Namens und stellt bald fest, dass dasselbe auf die Vergangenheit der alten Dame zutrifft. Nur wenige Details sind aus ihrem Leben vor der Einwanderung in die USA bekannt. Doch langsam treten immer mehr Dinge zu Tage und Clemmie muss sich schließlich fragen, ob Addie überhaupt die Frau ist, für die ihre Enkelin sie gehalten hat. Weiterlesen?

[Rezension] P.G. Wodehouse: Der unvergleichliche Jeeves

Der wohlhabende Junggeselle Bertie Wooster möchte eigentlich nur dem müßigen Lebensstil frönen. Leider gibt es aber nicht nur eine große Verwandtschaft sondern ebenso Freunde, die diesen Wunsch stets vereiteln. Zur Zeit macht ihm besonders sein Freund Bingo Little das Leben schwer. Dieser verliebt sich allenthalben in ein anderes Mädchen und möchte dessen Herz erobern. Immer wieder benötigt er dazu Berties Hilfe, denn die auftretenden Probleme sind vielseitig. Mal benötigt er für eine Heirat mehr finanzielle Unterstützung von seinem Onkel. Ein anderes Mal ist die holde Angebetete noch nicht über ihr Glück in Kenntnis gesetzt. Auch die Wettleidenschaft der beiden Freunde, die weder vor Predigten noch vor Eierwettlauf halt macht, führt zu unerwarteten Entwicklungen. Glücklicherweise gibt es eine Person, die den Überblick bewahrt und wenn nötig die Dinge wieder in ruhige Bahnen lenkt. Es ist Woosters Diener Jeeves, der trotz mancher Dissonanzen über den Kleidungsstil seines Arbeitgebers dennoch treu zu ihm steht und ihm aus so mancher Patsche hilft. Weiterlesen?

[Rezension] Der Doktor und das liebe Vieh

JamesHerriot

Die Dreißiger Jahre:
James Herriot hat gerade seinen Abschluss als Tierarzt in der Tasche, als er sich bei Siegfried Farnon in Yorkshire bewirbt. Die Zeiten sind sehr schlecht und machen auch vor Veterinärmedizinern nicht halt, die oft nur gegen Kost und Logis arbeiten müssen. Doch James hat Glück und erhält sowohl die Stelle als auch Lohn und Unterkunft. Recht schnell lebt er sich bei seinem exzentrischen Chef und dessen Halodri-Bruder Tristan ein. Weniger leicht Weiterlesen?

[Rezension] Sturmhöhe

Wuthering Heights

Der junge Waise Heathcliff wird von dem alten Gutsbesitzer Earnshaw aufgenommen. Von nun an lebt er zusammen mit dem Sohn Hindley und Tochter Catherine, genannt Cathy, auf dem Gut Wuthering Heights/Sturmhöhe. Während er und Cathy durch eine Art Seelenverwandtschaft verbunden sind, entwickelt sich zwischen ihm und Hindley große Abneigung. Als der Vater Jahre später stirbt, übernimmt sein Sohn alle Besitztümer. Fortan wird Heathcliff wie ein ungebildeter Arbeiter behandelt und noch mehr als zuvor schikaniert. Als Hindleys Frau stirbt und ihn mit seinem Sohn Hareton zurücklässt, verfällt der dem Spiel und dem Alkohol. Allein Cathy macht Heathcliffs Dasein erträglich, doch eines Tages muss er ein Gespräch belauschen, in dem sie eine mögliche Ehe mit ihm aus gesellschaftlichen Gründen rigoros ausschließt. Hals über Kopf verlässt er daraufhin Sturmhöhe. Dies wiederum stürzt Cathy in eine tiefe Krise, hohes Fieber bricht aus und ihre Nerven werden angegriffen, denn Heathcliff bedeutet ihr mehr, als sie sich selbst eingestehen möchte. Nach Jahren ist der ein gemachter Mann. Reich und erfahren kehrt er nach Sturmhöhe zurück. Da er sich Cathy nun ebenbürtig fühlt, möchte er sie für sich gewinnen, muss aber feststellen, dass sie bereits verheiratet ist. Obwohl sie sich ihrer Liebe zu ihm sehr wohl bewusst ist, lehnt sie es ab, ihren Mann zu verlassen. Schon aus moralischen und gesellschaftlichen Gründen ist sie nicht gewillt, ihre Ehe aufzugeben. Heathcliff sinnt fortan auf Rache und beschwört damit dramatische Ereignisse, denen niemand entkommen kann.

Den Plot von Sturmhöhe kann auf die einfache Formel „Rache und Sterben“ herunter gebrochen werden. Weiterlesen?

[Rezension] Englands Krone

Englands

Englands Krone vereint Aufsätze von Historikern und Spiegel-Autoren, die sich mit eben diesem Thema befassen.

Trotz aller Widrigkeiten wie gegensätzlicher Machtansprüche, kriegerischer Auseinandersetzungen, Schicksalsschlägen etc. zeigt die Anthologie, dass es sich grundsätzlich um eine Erfolgsgeschichte handelt. Einleitend findet sich ein Interview mit der Historikerin Karina Urbach, in dem sie einen kurzen Abriss der Charakteristika der britischen Monarchie bietet. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, dass das Royale Archives keine Dokumente freigibt, die nach 1918 entstanden sind. Dementsprechend wissen Historiker fast nichts über die politische Einflussnahme der Regenten nach diesem Stichtag. Daran schließen sich die Aufsätze an, die sich den unterschiedlichen Epochen der Regentschaft widmen. Den Anfang bildet der Kampf zwischen den Angelsachsen und den Wikingern, um die Vorherrschaft auf der Insel. Die derzeitig amtierende Königin und ihre Familie bilden den Abschluss.

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[Rezension] C.J. Sansom: Der Anwalt des Königs

AnwaltdesKönigs

Der Rechtsanwalt Matthew Shardlake und sein Helfer Jack Barak müssen nach York reisen, wo der königliche Tross Heinrichs VIII. auf seiner Reise durch den Norden Station macht. Dort soll Master Shardlake sich um die Petitionen kümmern, die die Bevölkerung an ihren König richten darf. Außerdem soll er für den Gefangenen Broderick Sorge tragen, der als Aufrührer in den Tower nach London gebracht werden soll. Doch kaum in York angekommen, wird der Glaser Oldroyed Opfer eines Unfalls. Oder wünschte jemand ihm den Tod? Abermals sieht sich Shardlake in ein Netz aus Mord und Intrigen hineingezogen, das die höchsten Kreise betrifft. Weiterlesen

[Rezension] Katherine Webb: Das Haus der vergessenen Träume

Hausdervergessenen

2011

Leah ist Journalistin und leidet hingebungsvoll unter der Trennung von ihrem Freund Ryan. Der arbeitet bei der Kriegsgräberfürsorge, die einen unbekannten Soldaten in Belgien identifizieren möchte. Nicht ganz uneigennützig ruft er daraufhin seine ehemalige Flamme herbei. Er hofft, dass Leah sich der Aufgabe annehmen wird, zumal der unbekannte Fremde eigenartige Briefe bei sich trug und das Ganze eine spannende Story verspricht.

Hundert Jahre zuvor

Das Dienstmädchen Cat Morley muss London verlassen, nachdem sie sich dort als Suffragette für die Frauenrechte eingesetzt hat und daraufhin mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Sie ist traumatisiert von allem, was sie und ihre Genossinnen in der Haft erleiden mussten und möchte eigentlich nur noch frei sein. Sie kann lesen und schreiben, ist interessiert an Politik. Cat hinterfragt das angeblich von Gott gewollte gesellschaftliche System aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint, in dem sie nur Befehle befolgen darf, nicht aber über ihr Leben bestimmen kann.
Sie übernimmt eine Stelle bei den jungvermählten Pfarrersleuten Albert Canning und seiner Frau Hester. Die haben ihre ganz eigenen Probleme. Statt sich um seine Frau zu kümmern, verschreibt sich Albert zunehmend der Theosophie, der Lehre vom göttlichen Wesen. Unter anderem beinhaltet diese den Glauben an Elementarwesen wie Feen und Elfen. Eines Tages glaubt er diese sogar zu sehen und lädt daraufhin Robin Durrant, einen bekannten Theosophen ein. Der manipulative Hausgast hat jedoch einen unheilvollen Einfluss auf den gesamten Haushalt. Weiterlesen?