Schlagwort-Archive: Kritik

[Filmkritik] Blade Runner 2049

BladeRunner

K ist ein Blade Runner. Diese Spezialeinheit der Polizei macht alte, als gefährlich eingestufte Androiden ausfindig und versetzt sie in den sogenannten Ruhestand. Das bedeutet schlichtweg, dass die „Replikanten“ umgebracht werden. Bei einem Routineauftrag entdeckt K etwas Unglaubliches. So unglaublich, dass es die ohnehin fragile Gesellschaftsordnung atomisieren könnte. Der Blade Runner gerät zwischen die Fronten widerstreitender Seiten.

Falls man den ursprünglichen Film von 1982 noch nicht kennt, sollte man das ändern, bevor man sich dem Nachfolger widmet. Zwar ist es möglich der Handlung auch sonst zu folgen, doch mit Vorwissen wird der Filmgenuss ungemein erhöht. Zum einen ist man als Zuschauer schon vertraut mit der gezeigten Welt. Man kehrt in eine bekannte Umgebung zurück, deren Grundlagen man kennt. Zum anderen baut Blade Runner 2049 inhaltlich nicht nur auf seinem Vorgänger auf. Er verwebt dessen Geschichte und führt sie fort. Querverweise und Bezüge lassen sich erkennen, was zu einem tieferen Verständnis führt.

Es kann sein, dass mancher die Prämisse der Geschichte nicht plausibel findet. Weiterlesen?

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[Rezension] Hotel on the Corner of Bitter and Sweet (dt.Titel Keiko)

Keiko

Seattle, in den Vierziger Jahren:

Henry ist der einzige chinesische Junge an seiner Schule. Sein Vater ist sehr streng, aber auch sehr stolz darauf, dass sein Sohn eine bessere Bildung als er genießen kann. Deshalb erzählt Henry ihm lieber nicht, wie schwer es ihm die anderen Schüler machen, wie sie ihn verspotten und schlagen. Sein Vater ist auch viel zu sehr damit beschäftigt, den Krieg zwischen China und Japan zu verfolgen, als sich mit seinem Sohn auseinanderzusetzen. Eines Tages kommt Keiko an Henrys Schule. Sie fassen schnell Sympathie und verbringen viel Zeit miteinander, obwohl Henry sich damit gegen seinen Vater auflehnt. Angesicht des Krieges zwischen den USA und Japan werden die Repressionen gegen die japanischen Bewohner Seattles immer stärker. Schließlich wird sogar das japanische Viertel, in dem Keikos Familie lebt, umgesiedelt. Henry muss sich entscheiden, wem seine Loyalität gilt.  Weiterlesen?

[Filmkritik] Ghostbusters 2016: Eine Enttäuschung….

Ghostbusters

Darsteller/innen: Kristen Wiig, Melissa McCarthy, Leslie Jones, Kate McKinnon, Chris Hemswort, Ed Begley Jr., Bill Murray, Dan Aykroyd, Ernie Hudson u.a.

Land: USA

Minuten: 116 Min.

Genre: Komödie

….werden Leser erleben, die hier eine vernichtende Kritik erwarten. Dafür wird sie ziemlich lang 😉 . Weiterlesen

[Rezension]Flavia de Luce – Halunken, Tod und Teufel

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Nachdem Flavia auf der Kirmes das Zelt der Wahrsagerin Fenella in Brand gesetzt hat, fühlt sie sich verpflichtet, der alten Frau eine Stellplatz für ihren Wagen anzubieten. Auf dem Weg zu einer kleinen Lichtung treffen sie auf Mrs. Bull, die wutentbrannt behauptet, Fenella hätte vor Jahren ihren Säugling geraubt. Als Flavia dann am nächsten Morgen die Wahrsagerin blutüberströmt vorfindet und kurz darauf einen Toten auf Buckshaw, ist ihr detektivischer Spürsinn aktiviert.

Der dritte Band um Flavia de Luce, ihre Familie und die exzentrischen Bewohner von Bishop’s Lacey besticht wieder durch britischen Humor, Atmosphäre und Ideen. Die elfjährige Chemikerin mit Hang zu Mordfällen überzeugt mit ihrem ganz eigenen (morbiden) Charme. Die Kabbeleien mit ihren älteren Schwestern sind so was wie ein Running Gag und sorgen für einige Abwechselung von Mord und Totschlag. Auch erfährt der Leser mehr über Flavias Probleme und es gibt neue Hinweise auf die Geschichte ihrer verstorbenen Mutter. Allein die nicht in allen Facetten überzeugenden Kriminalfälle schmälern das Lesevergnügen ein bisschen. Doch für Leser, die sich einfach gerne in der beschriebenen Welt aufhalten, ist das zu verschmerzen.

Wieder schafft Alan Bradley es, den Leser zu begeistern und zu fesseln. Positiv sind auch die wenigen, gut eingebundenen Bezüge auf die vorherigen Bände. Da sie wie Erinnerungen eingestreut werden, wirkt die Geschichte noch authentischer, ohne den Leser mit alten Kamellen zu langweilen. Alles in allem ein sehr gelungenes Wiedersehen mit den Bewohnern von Buckshaw und Bishop’s Lacey.

4/5 Schreibmaschinen

4Writer

Alan Bradley, Flavia de Luce – Halunken, Tod und Teufel, Blanvalet 2012.

[Rezension] Mein Herz so wild

MeinHerzsowild

England, Ende des 19. Jahrhunderts:

Die 17-jährige Louisa Cosgrove glaubt, sie solle als Gesellschafterin bei Bekannten ihres Bruders anfangen. Stattdessen findet sie sich am Ende ihrer Reise in Wildthorn, einer Nervenheilanstalt wider. Sie hält es für ein Versehen und dass sie mit dem Namen „Lucy Childs“ angesprochen wird, scheint das zu bestätigen. Doch nach und nach findet Louise heraus, was oder wer tatsächlich hinter ihrem Aufenthalt steckt. Weiterlesen?

[Filmkritik] Crimson Peak

CrimsonPeak

Dauer:118 Min.

Darsteller: Mia Wasikowska, Tom Hiddleston, Jessica Chastain, Charlie Hunnam,  Jim Beaver etc.

Jahr: 2015

Genre: „Horror“, Mystery, „Gothic Romance“

Die aufstrebende Autorin Edith lebt mit ihrem vermögenden Vater in den USA. Eines Tages tauchen die englischen Geschwister Sharpe auf der Suche nach Geldgebern in der Stadt auf. Geschäftliche Angelegenheiten scheinen für Thomas Sharpe jedoch bald hinter seinem Interesse für Edith zurückzutreten. Obwohl ihr Vater einer Verbindung skeptisch gegenübersteht, ändert sein Tod alles und Thomas ist Edith eine große Stütze. Sie heiraten und kehren mit Lucille auf den Stammsitz der Familie Sharpe zurück. Es handelt sich um das riesige, marode und ungastliche Anwesen Amerdale Hall. Langsam aber sicher wird Edith entdecken, dass das Haus noch weitaus Schrecklicheres bereithält als zugige Zimmerfluchten. Weiterlesen?

[Rezension] The Wander Society

WanderSociety

Keri Smith stolpert in einem antiquarischen Buch auf mysteriöse Hinweise. Ihre Neugierde ist geweckt und sie versucht, herauszufinden, was dahintersteckt. Am Ende trifft sie auf The Wander Society, eine Geheimgesellschaft. Deren Mitglieder machen es sich zum Ziel, Streifzüge in ihre Umgebung zu unternehmen und so Freiräume bar jeder Fremdbestimmung und des Konsums zu erobern. Und sie haben prominente Urväter wie etwa Ralph Waldo Emerson. Smith ist begeistert, unternimmt selbst Ausflüge und versucht nun mit ihrem Buch, anderen den Weg zur Wander Society zu weisen. Und so wird dessen philosophische und kulturgeschichtliche Fundament erörtert, Literaturtipps gegeben als auch praktische Instruktionen zur Verfügung gestellt, um selbst ins Abenteuer zu starten. Weiterlesen?