Schlagwort-Archive: Lovelybooks

[Rezension] 100 Wörter reichen nicht

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Jean McClellan ist Linguistin und forscht auf dem Gebiet des Wernicke-Syndroms, einer neurologischen Sprachstörung. Außerdem ist sie Ehefrau des Präsidentenberaters Patrick McClellan und Mutter von vier Kindern. Seit einigen Jahren trifft allerdings nur noch der zweite Satz auf sie zu, denn seit die Reinen an die Macht gekommen sind darf sie nicht mehr arbeiten und täglich nur noch hundert Wörter sprechen. Mittels eines elektronischen Armbands wird jede Überschreitung des Tageslimits mit starken Stromstößen bestraft. So ergeht es allen Frauen der USA.
Als der Bruder des Staatsoberhaupts einen Skiunfall hat und sich das Wernicke-Syndrom zuzieht, wird Jean von ihrem Armband befreit. Sie soll ihre Forschungen an einem Heilmittel beenden. Vielleicht ist das die Möglichkeit, nicht nur sich selbst von der Unterdrückung zu befreien. Weiterlesen?

[Hörbuch-Rezension] Von Damaskus in die deutsche Literaturszene

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Der aus Damaskus stammende Rafik Schami hat sich in den letzten vierzig Jahren einen Ruf als wunderbarer Geschichtenerzähler erarbeitet. Wer schon einmal in den Genuss einer seiner Lesungen gekommen ist, kann nur beeindruckt sein von seiner lebendigen und reichen Erzählkunst. Weiterlesen?

[Hörbuch-Rezension] Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories

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Das Hörbuch Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories enthält vier Geschichten des Autors John Taylor, der damit auf den Spuren von Arthur Conan Doyles berühmtester literarischer Schöpfung wandelt. John Watson erzählt wie schon in den Original-Geschichten von den Fällen des Meisterdetektivs Sherlock Holmes mit dem er befreundet ist und zusammenlebt. Es geht um Diebstähle, Morde und ihre verzwickte Auflösung.

Die Geschichten lassen allesamt das Flair des Vorbilds aufleben. Klassische Bestandteile wie der Besuch eines Klienten, Holmes‘ Eigenheiten und seine Freundschaft zu Watson, der sich mehr als einmal als etwas begriffsstutzig zeigt, sind vorhanden. Die Fälle selbst sind mal mehr mal weniger überzeugend. Ihre Aufklärung ist unterhaltsam, ihre endgültige Lösung jedoch manchmal etwas vorhersehbar. Das lässt sich wohl mitunter schon allein deshalb nicht völlig vermeiden, da es sich nun einmal um Kurzgeschichten mit einer überschaubaren Anzahl von Verdächtigen handelt.

Benedict Cumberbatch als Sprecher ist ein absoluter Gewinn für das Hörbuch. Hat man die Wahl zwischen diesem und dem gedruckten Werk, dann kann man nur zum Kauf des Ersten raten, denn Cumberbatch adelt die Geschichten erst. Er beweist auch in diesem Fall sein Können und seine Routine, Figuren lebendig werden lässt. Er schenkt ihnen mittels verschiedener Dialekte und Artikulationen ganz eigene Persönlichkeiten. Teilweise entsteht fast der Eindruck, einem Hörspiel zu lauschen, weil er dem Ganzen so viel Leben einhaucht.

Alles in allem bietet Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories unterhaltsame, abwechslungsreiche Minuten mit einem wundervollen Benedict Cumberbatch.

4/5 Schreibmaschinen

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Vielen Dank an Lovelybooks und PenguinRandomHouseUK für die Verlosung des Hörbuchs.

John Taylor, Sherlock Holmes Rediscovered Railway Mysteries & Other Stories, BBC 2016.

Weitere Rezensionen zu Sherlock Holmes:

Eine Studie in Scharlachrot – Arthur Conan Doyle

Die Welt des Sherlock Holmes

[Rezension] Lars Vasa Johansson: Anton hat kein Glück

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Der Zauberer Anton verdient sein Geld, in dem er durch Altenheime tingelt und seine Tricks vorführt. Als er als Jugendlicher gemeinsam mit seinem Freund Sebastian mit dem Zaubern anfing, hatte er von einer großen Karriere und viel Geld geträumt. Sogar seine Jugendliebe Charlotta opferte er diesem Ziel. Doch das ist lange her. Während nun Sebastian und Charlotta nicht nur beruflich ein erfolgreiches Paar bilden, ist Anton desillusioniert und sarkastisch. Kurz nach seinem 45. Geburtstag trifft er zufällig ein junges Mädchen, das ihn bittet, ihr beim Blumenpflücken zu helfen. Der Zauberer weist sie brüsk ab. Doch kurz darauf scheint er vom Pech verfolgt. Er erfährt, dass die Kleine eine Blumenfee war, die ihn aufgrund seiner Unfreundlichkeit mit einem Todesfluch belegt hat. Natürlich glaubt Anton keine Sekunde an derart übernatürlichen Unsinn. Und unterzieht sich dennoch den Prüfungen, die ihn vom Fluch entbinden sollen. Man weiß ja nie. Weiterlesen?

[Rezension] Cecelia Ahern: Flawed – Wie perfekt willst du sein?

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Die 17-Jährige Celestine lebt in einem gesellschaftlichen System, das Perfektion zum höchsten Ziel erhoben hat. Wer moralische Verfehlungen begeht, dem wird der Prozess gemacht. Er wird gebrandmarkt, überwacht und muss mit massiven Restriktionen leben. Bisher hat Celestine dieses System befürwortet. Sie hielt sich für perfekt und lebte in einem perfekten Umfeld. Ihre Zukunft sah rosig aus. Niemals hätte sie sich vorstellen können, selbst einmal als fehlerhaft zu gelten. Doch ein Vorfall im Bus ändert eines Morgens alles. Celestine muss wählen zwischen Mitgefühl und Menschlichkeit und dem von der Gesellschaft gewünschten Verhalten. Weiterlesen?

[Rezension] Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

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Der Untergang der Welt ist der Beginn einer neuen.

Jeevan eilt dem Schauspieler Arthur zu Hilfe, der auf der Bühne während des „King Lear“ zusammengebrochen ist. Er kommt zu spät. Arthur stirbt und im Rückblick hat Jeevan den Eindruck als markiere dieser Moment einen Wendepunkt. Nicht nur für ihn sondern für die Menschheit. Denn noch am selben Abend bricht eine Pandemie aus, die das Leben vollkommen aus den Angeln hebt. Millionen von Menschen sterben und die Überlebenden müssen sich in einer postapokalyptischen Welt zurechtfinden. Zu diesen Menschen gehören neben Jeevan, Arthurs Ex-Frauen Miranda, Elizabeth auch sein Freund Clark sowie Kirsten, die in „King Lear“ mitgewirkt hat.

Die Struktur von Das Licht der letzten Tage erinnert an ein Spinnennetz. Arthur befindet sich in seinem Zentrum. Die einzelnen Handlungsfäden nehmen dort ihren Ausgang, werden durch ihn beeinflusst und sind durch ihn verbunden. Jeder von ihnen verfolgt das Leben und die Gefühlswelt einer der Figuren. Die Pandemie liefert den Stoff aus dem die Fäden bestehen.

Es wird aus der Sicht der Figuren von ihrem Leben erzählt. Wie es vor der Pandemie gewesen ist, wie sie deren Ausbruch und den Zusammenbruch der Zivilisation erleben und von den Zuständen zwanzig Jahre später. Neben dieser globalen Umwälzung ist ihre jeweilige Beziehung zu Arthur die Schnittmenge, die alle Figuren eint. Genauso wie die Georgische Grippe hat auch er das Leben derer stark beeinflusst, die mit ihm in Kontakt kamen. Die geschickten Zeitsprünge, die Querverbindungen zwischen den Erzählsträngen und die spannenden, authentischen Charaktere verbinden sich langsam zu einem ebenso interessanten, vielteiligen Mosaik. Weiterlesen?

[Rezension] Die Welt des Sherlock Holmes

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Der Meisterdetektiv ist seit seinem ersten Auftritt im Jahr 1887 zu einem weltweiten Phänomen geworden. Er zeigt sein Können nicht mehr nur in den Grenzen der Originalabenteuer aus der Feder von Arthur Conan Doyle. Weiterlesen?