Schlagwort-Archive: Nationalsozialismus

[Rezension] Untergetaucht – Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940 – 1945

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Marie Jalowicz ist 19 Jahre alt, als ihr Vater 1941 stirbt und seine Tochter in Berlin zurücklässt. Während nach und nach ihre Verwandtschaft deportiert wird, entscheidet sich die junge Frau, dem Deportationsbefehl nicht zu folgen. Sie will sich retten und leben. Also geht sie in den Untergrund. Immer auf der Suche nach einer Bleibe und Nahrungsmitteln schlägt Marie sich durch. Mal hilft ihr der Zufall, mal ihre rasche Auffassungsgabe und Anpassungsfähigkeit gefährlichen Situationen zu entkommen. Aber auch viele mehr oder weniger vertrauenswürdige Menschen helfen ihr. Einmal schafft sie es sogar bis nach Bulgarien zu reisen, in der Hoffnung über die Türkei nach Israel flüchten zu können. Doch leider muss sie wieder nach Berlin zurückkehren.

Marie Jalowicz Simon hat ihre Erlebnisse fünfzig Jahre später auf 77 Tonbänder festgehalten. Ihr Sohn hat auf dieser Grundlage Untergetaucht verfasst, in dem er ebenfalls seiner Mutter das Wort überlässt. Weiterlesen?

[Rezension] Soaring Underground

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Larry Orbach berichtet über die dunkelste Zeit seines Lebens, die des Nationalsozialismus. Er beschreibt den täglich stärker werdende Antisemitismus, wie seine Brüder in die USA emigrieren können, sein Vater aber an „seinem Vaterland“ festhält bis er selbst von dessen Vertretern ermordet wird. Er ist noch ein Teenager als er und seine Mutter abgeholt werden sollen. Doch sie schaffen es, zu fliehen und in den Berliner Untergrund zu gehen. Fortan schlägt Lothar sich als Gerhard Peters durch, baut auf Freunde, findet Verbündete und tut Dinge, die er früher niemals für möglich gehalten hätte. Doch sein Überlebenswille lässt ihn all das ertragen, meistern und hin und wieder sogar Freude empfinden. Weiterlesen?

7 Buchvorsätze für 2017

Schon vor einer Weile hat die charmante Friedl von Grimm dazu aufgerufen, sich 7 Buchvorsätze für dieses Jahr zu suchen, vorzunehmen und natürlich möglichst (unbedingt! 🙂 ) zu realisieren. Die Wahl der Bücher ist völlig frei.

Dem Ruf bin ich nur allzu gerne gefolgt. Doch welche meiner SUB-Freunde endlich aus der Dauerwarteschleife befreien? Die richtigen Kandidaten auszuwählen, nahm einige Zeit in Anspruch.

Frei nach dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“ ist heute der Tag der Tage. Die Stunde, ja Minute, jetzt Sekunde naht, in der die Liste der Auserwählten dem geneigten Publikum kredenzt wird.

Und zwar jetzt. Weiterlesen?

[Rezension] Bombennacht

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Der 16. März 1945 wird einer der ersten sonnigen, wärmenden Frühlingstage des Jahres werden. Würzburg ist voller Flüchtlinge, die ebenso wie die Einwohner auf das Ende des Kriegs hoffen. In der Stadt fühlen sie sich sicher. Die Alliierten werden doch nicht die Stadt bombardieren, in der Churchill studiert hat.

An diesem Tag wird Julius die Schule schwänzen und in dem deutsch-russischen Eugen einen neuen Freund finden. Schwesternschülerin Fanny wird erkennen, was in den letzten Jahren in der Nervenheilanstalt vor sich ging und die Beteiligung ihres Chefs Doktor Werners daran. Sie wird das Mädchen, das all das beweisen kann, unter ihre Fittiche nehmen. Währenddessen wirde Werners Ehefrau Vorbereitungen für die abendliche Geburtstagsfeier ihrer Tochter treffen, die deren jüdischer Klavierlehrer Paul zur Flucht nutzen möchte. Sein Jugendfreund Henry wird hingegen an diesem Märztag ein Flugzeug in England steigen, um an dem Bombenangriff auf Würzburg teilzunehmen. Weiterlesen?

[Rezension] Im ersten Licht des Morgens

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1943:

Im ersten Licht des Morgens steht Chiara im jüdischen Ghetto von Rom. Sie beobachtet wie die Bewohner zusammengetrieben und abtransportiert werden sollen. Eine Familie fällt ihr ins Auge und plötzlich fixiert auch die Mutter Chiara. Ehe die sich versieht, zieht sie den kleinen Sohn der Familie mit sich fort.

1973:

Maria ist sechzehn und lebt mit ihrer Familie in Wales. Eines Tages erfährt sie zufällig, dass sie nicht das leibliche Kind ihres Vaters ist. Stattdessen soll sie die Tochter eines Italieners sein, den ihre Mutter während eines Au-pair-Aufenthalts in Rom kennengelernt hat. Der einzige Anhaltspunkt, ihn zu finden, ist die Adresse seiner ehemaligen Vermieterin Chiara Ravello. Weiterlesen?

[Rezension] Wie es Victor Kaufmann gelang, Adolf Hitler doch noch zu überleben

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In den 20er Jahren lernen der wohlhabende Galerist Jakob Kaufmann und seine Frau Hannah den Jungen Rudi Smekal in Wien kennen. Da sie in ihm ihren eigenen Sohn wiedererkennen, er sehr intelligent ist und den kargen Lebensunterhalt für sich und seine alkoholkranke Mutter durch das Austragen von Milch bestreitet, möchten sie ihn unterstützen. Weiterlesen?

31 Tage-31 Bücher: Tag 22

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Mit welchem Buch hast du dich am meisten gegruselt?

Wie definiert sich „Grusel“? Dass man etwas eklig findet oder dass man nicht weiterlesen möchte, weil man sich vor dem fürchtet, was da lauert? In dem Sinne grusele ich mich nie so richtig. Wirkliche Horror-Literatur lese ich ja auch gar nicht. Allerdings liebe ich Schauerromane, die den Leser in eine düstere Welt entführen. Aber die Faszination, die sich dabei einstellt, als „Grusel“ zu beschreiben, wäre unzutreffend.

Ich habe mal ein Buch mit Alltagsfotografien aus der Zeit des Nationalsozialismus studiert. Die Bilder zeigten zum Beispiel Karnevalswagen mit verhöhnenden Transparenten und Leuten, die Juden darstellen sollten. Oder öffentliche Versteigerungen des Hab und Guts von Menschen, die deportiert worden waren. Da habe ich mich gegruselt, weil es den ganzen Zynismus dieser verachtenden Ideologie zu versinnbildlichen schien. Und diese zynische Weltsicht lässt sich auch heute in vielen Dingen, die Pegida und Konsorten loslassen, wiedererkennen.

Abgesehen davon gruseln mit Bücher über den Nationalsozialismus immer wieder, weil das Thema so viele Montrösitäten beeinhaltet. Und es ist keine Fiktion, sondern tatsächlich geschehen. Und wenn man daraus nicht lernt, können sie immer wieder geschehen. Das gruselt mich wirklich.