Schlagwort-Archive: Postapokalypse

[Rezension] Eine Straße ins Nichts?

DieStraße

Ein Vater zieht mit seinem Sohn durch ein postapokalyptisches Nordamerika. Alles ist grau, unwirklich. Beständig schwebt Asche herab, bedeckt die Welt und alles was sie einst ausmachte. Lebensfeindlich ist das einzige Prädikat, das sie noch beschreiben kann. Die beiden Wanderer schlagen eine Schneise durch das Grau, streben zur Küste in der winzigen Hoffnung auf eine Hoffnung. Unterwegs darauf bedacht, ihre Menschlichkeit zu bewahren, zu verteidigen. Als kleinen Funken in ihren Herzen.

Cormac McCarthy hat seine Figuren in einer Welt ausgesetzt, die nichts mehr geben ober nehmen kann. Weiterlesen?

[Rezension] Chris Weitz: Young World – Die Clans von New York

BildGespenster

Eine heimtückische Krankheit hat die Weltbevölkerung dahingerafft. Die einzigen Menschen, die nicht von ihr betroffen sind, sind die Teenager. Und so blieben sie auf sich allein gestellt zurück.

In New York haben Clans die Stadt unter sich aufgeteilt. Sie kämpfen ums tägliche Überleben, bekriegen sich aber auch gegenseitig. Am Washington Square lebt Jefferson. Als sein älterer Bruder Wash mit achtzehn an der tückischen Krankheit stirbt, übernimmt Jeff widerstrebend die Führung des Clans. Kurz darauf informiert ihn eines der Mitglieder, dass es eine wissenschaftliche Abhandlung finden möchte, die Hinweise auf die Ursachen der Pandemie liefern könnte. Sie entscheiden, sich auf den Weg zur Universitätsbibliothek zu machen, um den Artikel zu finden. Ihnen schließen sich Donna und Peter an. Und gemeinsam starten sie zum gefährlichsten Trip ihres Lebens. Weiterlesen?

[Rezension] Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

LichtTageRahmen

Der Untergang der Welt ist der Beginn einer neuen.

Jeevan eilt dem Schauspieler Arthur zu Hilfe, der auf der Bühne während des „King Lear“ zusammengebrochen ist. Er kommt zu spät. Arthur stirbt und im Rückblick hat Jeevan den Eindruck als markiere dieser Moment einen Wendepunkt. Nicht nur für ihn sondern für die Menschheit. Denn noch am selben Abend bricht eine Pandemie aus, die das Leben vollkommen aus den Angeln hebt. Millionen von Menschen sterben und die Überlebenden müssen sich in einer postapokalyptischen Welt zurechtfinden. Zu diesen Menschen gehören neben Jeevan, Arthurs Ex-Frauen Miranda, Elizabeth auch sein Freund Clark sowie Kirsten, die in „King Lear“ mitgewirkt hat.

Die Struktur von Das Licht der letzten Tage erinnert an ein Spinnennetz. Arthur befindet sich in seinem Zentrum. Die einzelnen Handlungsfäden nehmen dort ihren Ausgang, werden durch ihn beeinflusst und sind durch ihn verbunden. Jeder von ihnen verfolgt das Leben und die Gefühlswelt einer der Figuren. Die Pandemie liefert den Stoff aus dem die Fäden bestehen.

Es wird aus der Sicht der Figuren von ihrem Leben erzählt. Wie es vor der Pandemie gewesen ist, wie sie deren Ausbruch und den Zusammenbruch der Zivilisation erleben und von den Zuständen zwanzig Jahre später. Neben dieser globalen Umwälzung ist ihre jeweilige Beziehung zu Arthur die Schnittmenge, die alle Figuren eint. Genauso wie die Georgische Grippe hat auch er das Leben derer stark beeinflusst, die mit ihm in Kontakt kamen. Die geschickten Zeitsprünge, die Querverbindungen zwischen den Erzählsträngen und die spannenden, authentischen Charaktere verbinden sich langsam zu einem ebenso interessanten, vielteiligen Mosaik. Weiterlesen?