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31 Tage – 31 Bücher: Tag 12

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Tag 12: Welches Buch sollte unbedingt verfilmt werden?

Es gibt für mich kein Buch, das unbedingt verfilmt werden sollte.

Jedes literarische Werk steht erst einmal für sich. Wenn es eine gute Geschichte erzählt, darf es natürlich gerne verfilmt werden, aber ich kann auch sehr gut ohne Adaption leben. (Allerdings ist eine gute Story für Filmproduzenten wohl weniger ein Argument für eine Verfilmung als die Verkaufszahlen des Buches. Siehe 50 Shades of Grey). Die Geschichte und ihre Figuren sind für mich schon während des Lesens zum Leben erweckt worden. Daher muss das Ganze nicht zwangsläufig noch einmal in bewegte Bilder umgesetzt werden. Nichtsdestotrotz sehe ich sehr gerne Literaturverfilmungen. Unabhängig davon, ob ich die jeweilige Vorlage kenne oder nicht. Keinesfalls renne ich aber zwangsläufig ins Kino, nur weil ich das entsprechende Buch gelesen habe. Je mehr mir das gefallen hat, umso eher zögere ich sogar, den zugehörigen Film zu sehen. Zu groß ist die Gefahr, enttäuscht zu werden. All diesen Überlegungen Rechnung tragend, glaube ich aber doch, dass eine filmische Umsetzung von der Vollendet-Reihe von Neal Shusterman durchaus lohnenswert wäre. Auch für eine Fernsehserie wäre der Stoff vortrefflich geeignet.

Tag 12: Die/das 7. DVD/Blu-ray/Video in deinem Regal von rechts

An besagter Stelle steht die UK-Version der DVD von Persuasion aus dem Jahr 1995. Es handelt sich um eine BBC-Adaption des gleichnamigen Romans von Jane Austen.

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Meines Erachtens hat die BBC hiermit eine sehr gute Adaption produziert. Ob es die beste ist, kann ich nicht einordnen, da ich sonst nur noch die Version von ITV aus dem Jahr 2007 gesehen habe. Amanda Root verkörpert Anne Elliot jedoch sehr überzeugend. Auch optisch entspricht sie der Figur. Ein wenig unscheinbar und zurückhaltend. Und auch Ciarán Hinds erfüllt die Anforderungen. Er hat die raue Schale eines Seemanns, der seine tiefe Zuneigung aufgrund verletzter Gefühle nicht zeigen kann/will. Auch gibt es eine starke Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern und das Happy End rührt an.

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Während sich die Jahre der Trennung in Amanda Roots und Cirián Hinds‘ Gesichtern widerspiegelt, sehen Sally Hawkins und Rupert Penry-Jones 2007 doch einfach zu wenig vom Leben gezeichnet aus. Rupert sehe ich sehr gerne in unterschiedlichen Rollen und Captain Wentworth ist keine Ausnahme. Nichtsdestotrotz ist er schlicht „zu schön“ für diese Rolle. Nimmt man ihm ab, jahrelang zur See gefahren zu sein? Ist es glaubwürdig, dass er sich genauso zu Anne Eliott hingezogen fühlt wie umgekehrt? Eher nicht. Und Sally ist sogar eine glatte Fehlbesetzung. Zwar wird sie der Beschreibung der Figur einigermaßen gerecht, andererseits spielt sie Anne Elliot etwas, tja, dröge und leider auch etwas eindimensional. Vielleicht bin ich auch zu streng mit ihr. Denn die arme S. Hawkins hat zumindest für mich ein Handicap. Seit Happy Go Lucky wird sie immer dessen nervige Protagonistin bleiben. Egal in welchem Film sie auftaucht. Anders als beim BBC-Vorgänger entsteht leider auch kaum Chemie zwischen ihr und Rupert und daher wirkt die Liebesgeschichte weniger authentisch und sehr hölzern. Das Ende fällt dementsprechend wenig überzeugend aus. Das hilft nicht unbedingt dabei, einen Film euphorisch zu bewerten. Nichtsdestotrotz teilen sich die beiden Versionen sehr harmonisch ein Regalbrett und für einen Fan von Jane Austen ist ihr Besitz ohnehin Pflicht. Jawohl!

Was ist 31 Tage – 31 Filme? Wer hat’s erfunden? Siehe hier und hier.