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31 Tage-31 Bücher: Tag 21

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Welches Buch hat dich am meisten bewegt?

Es gibt einige Bücher, die mich auf ihre Weise tiefbewegt haben. Eigentlich sind es meist Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus und Holocaust, die dies vermögen. Da ich sonst so gut wie keine „Erfahrungsberichte“ oder hochemotionalen Werke lese, bedingt es sich wohl von selbst, dass es immer wieder Romane sind, die diese Phase der Geschichte behandeln, die mich dermaßen mitnehmen. Dazu gehören Die Bücherdiebin, Das Lachen und der Tod, Jeder stirbt für sich allein, Adams Erbe oder Das 7. Kreuz. Außer Jeder stirbt für sich allein basieren sie nicht auf historischen Begebenheiten und selbst Hans Falladas Werk ist eine recht freie Auslegung der tatsächlichen Geschehnisse. Aber vielleicht vermittelt gerade die emotionale, verdichtete Darbietung einer Romanhandlung die Ängste, Hoffnungen, das Leben der Betroffenen in jener Zeit auf besondere Art und Weise. Auch Jane Eyre hat mich emotional sehr berührt, weil ich mich teilweise sehr stark darin wiedergefunden habe.

Tag 21 – Von welchem Film wurdest du zum ersten Mal so richtig gefesselt?

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Es war wohl tatsächlich „Der Glöckner von Notre-Dame“ mit Gina Lollobrigida und Anthony Quinn, der mich fesselte. So richtig kann ich mich daran aber gar nicht mehr erinnern. Keine Ahnung, wie alt ich damals gewesen bin. Älter als 8 sicher nicht. Ich weiß noch, dass ich den Film sehr anrührend fand und auch geweint habe. Besonders das Ende, wenn Quasimodo seiner toten Esmeralda in die Katakomben (falls ich mich richtig entsinne) folgt und sich neben sie legt. Und schockiert hat mich der raue Umgang des Fieslings mit den Bettlern. Das ist alles, was ich noch von der ersten Sichtung weiß. Man könnte denken, dass es für mein Alter damals vielleicht kein adäquater Film war. Aber er muss ja irgendwann im Nachmittagsprogramm gelaufen sein, sonst hätte ich ihn gar nicht schauen können. Und ob ich alles kapiert habe, lasse ich auch mal dahingestellt. In jedem Fall habe ich jahrelang behauptet, es wäre mein Lieblingsfilm. Und früher lief der auch echt häufiger.
Irgendwann habe ich einen anderen Film zu meinem Liebling erkoren und dem Glöckner keine Bedeutung mehr beigemessen. Als ich den Film vor ein paar Jahren mal wieder ein paar Minuten schaute, musste ich feststellen, dass er mir überhaupt nicht gefiel. Der arme Quasimodo, seine große Liebe Esmeralda, die durchaus etwas verschlagen war, es auf den schönen Ritter abgesehen hatte, aber auch ein Opfer war, der Fiesling…. Begeistern konnte es mich nicht mehr. Ja, ich fand es richtig grausam und gemein.